Von Axel Bojanowski

Antarktisches Meereis in den Wintermonaten: Die blaue Linie zeigt den Zuwachs der Eisschollen 2012; die graue Linie zeigt den Durchschnitt der Jahre 1979 bis 2000
Während das Meereis am Nordpol in diesem Sommer so stark geschwunden war wie nie zuvor seit Beginn der Satellitenmessungen in den siebziger Jahren, erreichte das Meereis auf der Südhalbkugel nun den gegenteiligen Rekord: Nie zuvor seit Beginn der Satellitenmessungen Ende der siebziger Jahre bedeckten die Eisschollen vor der Antarktis um diese Zeit im Jahr ein so großes Gebiet.
Forscher maßen dort die zweitgrößte Meereisbedeckung überhaupt: Fast 20 Millionen Quadratkilometer bedeckten die Eisschollen vor der Antarktis Ende September; sie umrahmen den Südkontinent wie ein weißer Kranz. Normalerweise bedecken sie dort zur Hochphase am Ende des Südwinters aber nur 18 Millionen Quadratkilometer - also ein Neuntel weniger Fläche als jetzt im September.
Wie es mit dem Meereeis der Antarktis weitergeht, hängt auch vom Eisnachschub des Kontinents ab: Wie schnell rutschen die Gletscher ins Meer? Vorgelagerte Untermeerberge können die Eiszungen stoppen. Der deutsche Glaziologe Reinhard Drews von der Université Libre de Bruxelles erforscht diesen Bremseffekt - für seine Arbeit wurde ihm nun von Prinz Philippe von Belgien der "InBev-Baillet Latour Antarctica Fellowship" für junge Wissenschaftler verliehen.
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