Neues aus der Geoforschung Zwitschern im Weltall, Rekordeis im Süden, Film zeigt Weltwetter

Eine Tonaufnahme dokumentiert ein seltsames Zwitschern an der Grenze zum Weltall. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Das Meereis vor der Antarktis erreicht historische Rekord-Ausdehnung, ein Film aus dem All zeigt das Weltwetter im September - und ein Skandal um Erdbebenforscher.

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Hamburg - Vögel im Weltall? Natürlich nicht: Die Geräusche, die die Nasa einige hundert Kilometer über der Erde aufgezeichnet hat, ähneln zwar dem Zwitschern in Baumkronen (hier hören Sie díe Aufzeichnung). Doch in der Ionosphäre an der Grenze zum All schreien keine Tiere, vielmehr macht sich das Magnetfeld bemerkbar.

Sonnenwind bringt es zum Singen: Die Sonne schleudert geladene Teilchen ins All, die auf die Atmosphäre der Erde prallen. Die magnetischen Feldlinien werden dabei geradezu angeschlagen wie eine Gitarrensaite. Statt Schallwellen senden sie aber Radiowellen - die als Zwitschern hörbar sind.

Der Satellit mit dem wenig musikalischen Namen "RBSP" (Radiation Belt Storm Probes) hat die Geräusche der Atmosphäre am 5. September aufgezeichnet. Doch auch Radiogeräte könnten die Klänge registrieren, sagt Craig Kletzing von der University of Iowa in den USA, dessen Team die Aufzeichnungen nun veröffentlicht hat.

Am ehesten sei das Zwitschern in den Morgenstunden zu hören, wenn sich die jeweilige Region in die Sonne dreht. Deshalb ist das Phänomen auch als "Chor der Morgendämmerung" (Dawn Chorus) bekannt. Es ist nicht das einzige Geräusch, das der Sonnenwind verursacht. Erst im Juli hatten Forscher das mysteriöse Knallen Nordlichts auf Sonnenstürme nahe des Erdbodens zurückführen können.

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