Australien Forscher finden Friedhof mit Riesen-Wombats

Groß wie ein Auto, fast drei Tonnen schwer - vor 50.000 Jahren lebten in Australien riesige Tiere, die Wombats ähnelten. Forscher haben einen Friedhof mit vielen dieser Tiere entdeckt. Warum verschwanden die Giganten?

Diprotodon im Museum: Fast drei Tonnen schwer
AFP

Diprotodon im Museum: Fast drei Tonnen schwer


Hamburg - Australische Wissenschaftler haben am Donnerstag den größten jemals gefundenen "Friedhof" von Riesen-Wombats freigelegt. In einer entlegenen Gegend im Bundesstaat Queensland stießen sie auf uralte Gräber, die mindestens 20 Skelette von Diprotodons enthalten sollen - einem ausgestorbenen Beuteltier, das so groß war wie ein Nashorn.

Ein Exemplar der Spezies tauften die Forscher auf den Namen Kenny. Allein sein Kieferknochen ist 70 Zentimeter lang. Kenny sei eines der am besten erhaltenen Exemplare seiner Artgenossen, die je in Queensland entdeckt worden seien, sagte Forschungsleiter Scott Hocknull.

Die Diprotodons sind die größten Beuteltiere der Welt. Sie waren so groß wie Autos, bis zu 2,8 Tonnen schwer und ähnelten in ihrem Aussehen den viel kleineren Wombats. Die Diprotodons waren rund zwei Millionen Jahre auf der Erde zu Hause. Vor 50.000 Jahren starben sie aus - zur selben Zeit, als die ersten Stämme von Ureinwohnern in Australien auftauchten. Warum sie ausstarben, ist ungeklärt. Dazu erhoffen sich die Forscher neuen Aufschluss durch den "Friedhof" der Riesen-Wombats.

Das große Rätsel der vielen großen Arten

Im Vergleich wirken die Nachfahren des Diprotodons wie Miniaturausgaben: Heute lebende Wombats (Vombatidae) kommen kaum über einen Meter Länge hinaus und sind etwa 25 Zentimeter hoch. Die Säugetiere fressen Pflanzen und graben Höhlen. Sie kommen nur in Australien und auf der südaustralischen Insel Tasmanien vor.

Auch andere Arten von Australiens berühmter Megafauna, die aus diversen Arten großer Tiere bestand, verschwand etwa zur selben Zeit, als der über die südostasiatischen Inseln zugewanderte Mensch den Kontinent eroberte. Das Rätsel der erstaunlichen Wesen, zu denen auch übergroße Beuteltiere, Vögel oder Igel gehörten, beschäftigt Wissenschaftler schon lange.

boj



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