Australien Mehr als 150 Wale gestrandet

Mehr als die Hälfte der Tiere waren bereits tot: Im Westen Australiens sind Dutzende Wale in einer Bucht gestrandet. Die Behörden erklärten den Strand zum Sperrgebiet und gaben eine Warnung vor Haien aus.

Parks And Wildlife Service / WA DEPARTMENT OF BIODIVERSITY, CONSERVATION AND ATTRACTIONS / DPA

An Australiens Westküste sind mehr als 150 Wale gestrandet. Die Tiere wurden in einer Bucht namens Hamelin Bay an Land getrieben, etwa 300 Kilometer südlich der Großstadt Perth, wie die Fischereibehörden mitteilten. Bei den meisten der Tiere handelt es sich demnach um Kurzflossen-Grindwale.

Mehr als die Hälfte von ihnen war bereits tot. Aus Sorge, die Kadaver könnten Haie anlocken, erklärten die Behörden den Strand zum Sperrgebiet. Zudem wurde entlang der dortigen Küste Haialarm ausgelöst. Warum die Wale strandeten, ist bislang nicht bekannt.

Helfer versuchten, die noch lebenden Tiere wieder ins Wasser zurück zu bringen. Die Wale waren von Fischern entdeckt worden. Kurzflossen-Grindwale, auch Indische Grindwale (Globicephala macrorhynchus) genannt, werden in der Regel etwa fünf bis sieben Meter lang. Sie wiegen bis zu drei Tonnen. Im Unterschied zum gewöhnlichen Grindwal, der kältere Regionen bevorzugt, sind sie in verhältnismäßig warmen Gewässern zu finden.

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Strandungen großer Walgruppen kommen in Australien und auch in anderen Regionen der Welt immer wieder vor. 2009 waren in derselben Bucht bereits mehr als 80 Wale und Delfine gestrandet.

Warum die Tiere stranden, ist immer noch nicht geklärt. Forscher vermuten, dass dabei auch Signale von Sonargeräten eine Rolle spielen könnten. Solche Signale werden bei der Ölsuche eingesetzt, aber auch durch das Militär. In eine Studie konnten Wissenschaftler im vergangenen Jahr zumindest zeigen, dass Sonar die Tauchgänge von Cuvier-Schnabelwalen beeinflusst. Dabei zeigte sich, dass sich Phasen der Tauchzyklen veränderten, wenn die Tiere den Schallimpulsen ausgesetzt waren. Die Tiere blieben länger unter Wasser, die Forscher vermuteten, dass die Wale auf dem Ozeangrund Schallwellen aus dem Weg gehen.

Die Daten könnten aber nicht erklären, warum in der Nähe von Orten, an denen Sonar eingesetzt wird, immer wieder Exemplare stranden. Diese gestrandeten Wale zeigen oft Symptome der Dekompressionskrankheit. Dabei sammeln sich Gasblasen im Körper, die das Gewebe zerstören. Die beim Menschen auch Taucherkrankheit genannte Reaktion entsteht durch sehr tiefes Tauchen - oder durch zu schnelles Auftauchen. Generell ist die Geräuschbelästigung im Meer ein Problem für die Tierwelt, das konnten Forscher schon mehrfach zeigen.

mxw/joe/dpa



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neanderspezi 24.03.2018
1. Würde der Mensch selbst unter Sonar leiden, wäre schnell geholfen
Wenn man sich die Karte Westaustraliens ansieht, kommt man sehr schnell zu der Ansicht, dass die Hamelin Bay etwas mehr als 200 km und nicht 300 km südlich von Perth liegt und wenn man schon den Verdacht hat, dass diese Kurzflossen-Grindwale durch Signale von Sonargeräten in ihrer Orientierung und in ihrem Wohlbefinden schwer gestört wurden, dann sollte es kein allzu großer Aufwand sein, diese Störgeräte aufzufinden und deren rücksichtslosen Anwendern auf die Schliche zu kommen. Die Menschheit scheint sich weltweit nicht zu scheuen, den Tieren auf Land, im Wasser und in der Luft das Leben zunehmend schwerer zu machen, selbst wenn sie nicht für die eigene Ernährung vorgesehen sind.
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