Uno-Verhandlungen in Berlin Merkel sorgt sich um Klimaschutzlücke

Mehr Einsatz und ein konkreter Fahrplan: Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt beim Petersberger Dialog der Uno in Berlin die Weltgemeinschaft in die Pflicht. Ob sie selbst zur nächsten Uno-Klimakonferenz kommt, kann sie aber noch nicht sagen.

Bundeskanzlerin Merkel beim Petersberger Dialog: "Wie Musik in meinen Ohren"
REUTERS

Bundeskanzlerin Merkel beim Petersberger Dialog: "Wie Musik in meinen Ohren"


Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat "konsequentes Umdenken" beim Klimaschutz gefordert. Nichthandeln könne "schreckliche Folgen" haben, mahnte die CDU-Vorsitzende am Montag auf dem Petersberger Klimadialog, der in diesem Jahr in Berlin stattfindet. Vertreter aus 35 Staaten beraten auf dem zweitägigen Treffen über neue Ideen und Partnerschaften im Kampf gegen den Klimawandel.

Merkel rief die Teilnehmer zu mehr Einsatz beim Klimaschutz auf. Die derzeit vorliegenden Zusagen zur Minderung des Treibhausgasausstoßes reichten nicht aus, das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.

Sie sorge sich besonders über eine mögliche Klimaschutzlücke. Das Kyoto-Protokoll als bisher einziges verbindliches Instrument zur Reduzierung der CO2-Emissionen läuft Ende des Jahres aus. Allerdings umfasst es ohnehin nur noch Staaten, darunter die EU-Länder, die 15 Prozent der globalen Emissionen ausmachen. Bis 2015 soll ein globales Klimaschutzabkommen ausgehandelt werden, was aber erst ab 2020 gelten soll.

"Musik in meinen Ohren"

Merkel, die als Umweltministerin das Kyoto-Protokoll mitausgehandelt hatte, betonte: "Ein verbindliches Regelwerk, das sage ich ganz offen, klingt wie Musik in meinen Ohren."

Von der nächsten Klimakonferenz in Doha Ende des Jahres verlangte Merkel einen konkreten Fahrplan, wie die Arbeit bis 2015 aufgeteilt werden könne. Es bringe nichts, auf Zeit zu spielen, warnte Merkel und nahm sowohl die Industriestaaten als auch die Schwellen- und Entwicklungsländer in die Pflicht. Ob sie selbst an der Klimakonferenz in Doha teilnehmen werde, will sie prüfen.

Merkel forderte ein neues Verständnis von Wirtschaftswachstum. "Wir werden die Aufgabe nur schaffen, wenn wir Wachstum als mehr betrachten als nur als quantitatives Wachstum", sagte die Kanzlerin. Deutschland leiste dazu seinen Beitrag. Wenn die Energiewende in Deutschland gelinge, könnten andere Länder davon lernen. Sie räumte allerdings ein, dass dies "kein ganz leichter Pfad" sei.

Zuvor hatte bereits Bundesumweltminister Peter Altmaier klare Bekenntnisse von seinen internationalen Kollegen gefordert. Trotz Wirtschafts- und Schuldenkrise müsse der Klimaschutz weiter gefördert werden.

wbr/dapd/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.