Merkel über Kopenhagen-Debakel "Wir haben ein selbstbewusstes China erlebt"

Von diesem Gipfel hat sich die Klimakanzlerin mehr erwartet: Angela Merkel macht keinen Hehl daraus, dass sie in China den Hauptblockierer von Kopenhagen sieht. Sie verteidigt ihre Zustimmung zum Mini-Kompromissentwurf - nun soll die Bundesregierung Mitte 2010 ein neues Treffen organisieren.

Aus Kopenhagen berichtet


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Fiasko in Kopenhagen: Drama bis zum Gipfel-Schluss
Kopenhagen - Kanzlerin Angela Merkel hatte sich diesen Freitagabend anders vorgestellt. Ursprünglich wollte sie schon am späten Nachmittag vom Gipfel in Kopenhagen nach Berlin zurückfliegen, möglichst nach Beschluss einer weitgehenden Vereinbarung zur Rettung des Weltklimas - so kam es nicht.

Erst um fünf Minuten nach Mitternacht betrat sie die Bühne im Hilton der dänischen Hauptstadt. Sie redete nicht lange darum herum, dass sie einen schwierigen Tag hinter sich hatte.

Die wegen ihrer internationalen Verhandlungserfolge einst "Klimakanzlerin" getaufte Regierungschefin sprach von "gemischten Gefühlen". "Die Verhandlungen waren extrem schwierig. Wir standen vor der Frage, den Prozess abzubrechen oder weiterzumachen." Die Entscheidung sei ihr sehr schwergefallen. "Wir hätten Jahre verloren, wenn wir abgebrochen hätten."

Dass der jetzige Mini-Kompromissplan, den die 30 führenden Staaten vorgelegt haben, viel zu kurz greift, ist auch Merkel klar. "Die Vereinbarungen reichen noch nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen", sagte sie - wenige Stunden, bevor der Entwurf der 30 im Kopenhagener Plenum von vielen der insgesamt 192 Staaten auseinandergenommen wurde. Merkel selbst bekam diese Eskalation gar nicht mehr mit. Sie war schon auf dem Heimweg.

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Mehrmals habe der Gipfel vor dem kompletten Scheitern gestanden, sagte Merkel in ihrer Pressekonferenz und machte klar, an wem es aus ihrer Sicht lag. Man lebe in einer "Welt des Übergangs", und in Kopenhagen habe man "ein selbstbewusstes China erlebt". Die Schwellen- und Entwicklungsländer seien noch nicht bereit, nationale Kompetenzen abzugeben. Dabei gebe es keine Alternative zu globalen Abkommen. "Wir werden uns diesem Prozess weiter stellen müssen."

Die deutsche Kanzlerin drängte und mischte auf dem Gipfel kräftig mit, hatte aber am Ende nicht mehr den größten Einfluss auf das Geschehen. Tatsächlich kam der Kompromissplan der 30 vor allem dadurch zustande, dass US-Präsident Barack Obama unter Hochdruck eine Einigung mit dem chinesischen Premierminister Wen Jiabao forcierte. Merkel sprach von einem "Glücksfall, dass Obama da war".

Der deutschen Regierung soll nun eine zentrale Rolle zukommen. Ende Juni oder Anfang Juli soll laut Merkel die nächste Klimakonferenz in Bonn stattfinden, auf Ministerebene. Es handelt sich um ein Zwischentreffen; wichtiger wird in einem Jahr der geplante neue Klimagipfel in Mexiko-Stadt. Durch das Treffen in Bonn dürfte aber auch der deutschen Bundesregierung eine Schlüsselrolle zufallen, namentlich Umweltminister Norbert Röttgen.

Auch er ist offenkundig unzufrieden mit dem Kompromissplan von Kopenhagen. "Es ist eben ein Schritt", sagte der CDU-Politiker der ARD. "Es ist nicht das, was wir uns gewünscht hatten als Europäer." Wie Merkel sieht er in China das größte Hindernis. "Wir haben gekämpft und gerungen. China hätte einfach mehr an internationaler rechtlicher Verbindlichkeit herbeiführen müssen."



Forum - Kopenhagen-Fiasko - was muss jetzt passieren?
insgesamt 1780 Beiträge
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Seite 1
petsche 19.12.2009
1. Kopenhagen Fiasko
Wiso Fiasko ?? Die Machtkaempfe starten schon in der Familie . Einigen werden sich die Familienmitglieder nur dann wenn es etwas von anderen Familien zu holen gibt. Die Idee dass es bei Staaten anders sein sollte ist Bloedsinnig. Rausgeschmissenes Geld fur nutzloses politisches Geschwaetz. Die Schwesterwelle faselte von einer sich selbsttragenden Sicherheit. Ich schwafele mal von grosser Voelkerfreundschaft und "besonderer Freundschaft " zu einem der vielen Voelker.
Suppenkoch, 19.12.2009
2. Auf Thema antworten
Mal ganz ehrlich: gibt es überhaupt irgend jemanden, der einen anderen Ausgang dieses "Gipfels" erwartet hat? Alle sind so überrascht, dabei war es doch von Anfang an klar, dass die USA sich nicht einschränken werden und die Chinesen ebenfalls nicht. Damit haben wir die größten Verursacher und beide wollen sich nicht ändern. Also...
winterstein 19.12.2009
3.
Zitat von sysopFiasko in Kopenhagen: Der Klimagipfel ist an knallharter Interessenpolitik der USA, Chinas und vieler anderer Staaten gescheitert. Was muss jetzt passieren?
ich würde sagen wir kümmern uns um andere sachen, wie z.b. die weiterhin anhaltende ausnutzung diverser entwicklungsländer durch die industriestaaten oder evt. sogar um den hunger in der welt. es ist schon toll, dass sich die westliche welt dermaßen im klimaschutz engagiert, wobei eben diese am wenigsten unter dem klimawandel leiden werden (ja, ich weiß über die zu erwartenden klima-flüchtlingsströme und die gigantischen versicherungszahlungen aufgrund verstärkter winterstürme bescheid)! ...und wir haben doch wirklich geld genug um die paar leute aus der norddeutschen tiefebene nach meck-pomm umzusiedeln. is vielleicht gar nicht verkehrt. nach wenig-wasser-benötigenden feldpflanzen wird auch schon efolgreich geforscht)! natürlich betreibe ich hier ganz gräßliche polemik... oder ist es vielleicht populismus? oder gar stammtischgeschwätz! wie auch immer! damit bin ich ich nicht alleine! wir werden alle veräppelt und von tatsächlichen problemen abgelenkt! grüße
Jamesteakirk 19.12.2009
4. Leugnung des Klimakollaps unter Strafe stellen, sonst gibt's Haue
Vielleicht sehen wir die Sache in wenigen Jahrzehnten ganz anders. Ich habe bis vor kurzem an die Erderwärmung geglaubt. Wenn ich jedoch sehe, wie totalitär die Klimahysteriker wie Al Gore und Konsorten vorgehen, wie seriöse Kritik diffamiert und diskreditiert wird, dann bekomme ich ernsthafte Zweifel an dem ganzen Brimborium. Ich halte es durchaus für möglich, daß wir die Sache in ein paar Jahren viel entspannter sehen. Aus tiefenpsychologischer Sicht ergibt sich schon allein aus der Hysterie, dem Gutmenschentum und ähnlichen Begleiterscheinungen zwingend, daß hier etwas nicht stimmt und manipuliert wird. Ich habe gerade heute gelesen, wie seriöse und differenzierte Kritiker wie Björn Lomborg angefeindet und verleumdet werden. Es gibt einen Klima-Business. Ähnlich auch anderen Businessen bei politisch-korrekt besetzten Themen. So darf man beispielsweise auf keinen Fall die "Natürlichkeit" der Homo- und Transsexualität infrage stellen, weil dies angeblich eine Diskriminierung darstellt. Hier werden zwei Fragen verknüpft, die nicht zusammengehören, um unangenehme Erklärungsmöglichkeiten zu beseitigen. Ebenso vergeht man sich an der Menschheit und ist ein Verbrecher, wenn man die Klimahysterie infrage stellt.
mot2 19.12.2009
5. Reality
Zitat von sysopFiasko in Kopenhagen: Der Klimagipfel ist an knallharter Interessenpolitik der USA, Chinas und vieler anderer Staaten gescheitert. Was muss jetzt passieren?
Aufwachen, Augen reiben und nachdenken! zum Grusse
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