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Methan-Ausstoß: Dinosaurier rülpsten sich die Erde warm

Sauropoden hatten nicht nur gigantische Körper. Auch ihre Rülpser und Blähungen müssen epische Wucht besessen haben, vermuten Forscher - und haben jetzt den dazugehörigen Klimagas-Ausstoß berechnet. Das Ergebnis: Frieren mussten die Urzeitriesen offenbar nicht.

Gigant der Urzeit (Zeichnung): Haben Sauropoden das Klima ihrer Zeit verändert? Zur Großansicht
AP/ AAAS/ Science/ Carin L. Cain

Gigant der Urzeit (Zeichnung): Haben Sauropoden das Klima ihrer Zeit verändert?

Cambridge - Das vom Menschen in die Luft geblasene Kohlendioxid gilt als Hauptursache der Erderwärmung. Gleich an zweiter Stelle folgt Methan, das sogar noch rund 20-mal klimawirksamer ist als Kohlendioxid- nur kommt es zum Glück für die Menschheit in geringerer Menge vor.

Dieses Glück hatte aber offenbar nicht jeder, der bisher auf Erden lebte. Die Dinosaurier beispielsweise. Sie mussten noch ganz andere Methanmengen verkraften - und waren, glaubt man britischen Forschern, dafür obendrein mitverantwortlich.

Das Team um David Wilkinson von der britischen Liverpool John Moores University hat berechnet, dass die langhalsigen Sauropoden zu ihrer Zeit ähnlich viel Methan produziert haben wie alle heutigen Methanquellen zusammengenommen. Das gelte sowohl für natürliche als auch für künstliche Quellen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Current Biology".

Die Rülpser und Pupse der Sauropoden allein könnten damals ausgereicht haben, um die Urzeit-Atmosphäre mit zwei bis vier Methanteilchen pro einer Million Luftmolekülen (ppm) angereichert zu haben, schätzen die Wissenschaftler. Zum Vergleich: Heute liegt der gesamte Methangehalt der irdischen Lufthülle bei rund 1,8 ppm.

Mit gut 20 Metern Länge und bis zu 70 Tonnen Gewicht gelten die Sauropoden als die größten Landtiere der Erdgeschichte. Auf ihren vier stämmigen Beinen bewegten sich die langhalsigen Riesen gemächlich durch die Ebenen des Jura und der Kreidezeit und weideten Pflanzen ab. "Ähnlich wie Kühe und andere heutige Pflanzenfresser trugen sie wahrscheinlich Mikroben in ihrem Darm, die ihnen dabei halfen, die pflanzliche Nahrung zu verdauen", schreiben Wilkinson und seine Kollegen. Bei dieser Verdauung entstand Methangas, das die Sauropoden - wie die modernen Kühe - wieder von sich gaben.

Sauropoden sorgten für warme Temperaturen

Heute gilt die Landwirtschaft - und vor allem die Rinderhaltung - wegen der hohen Klimawirkung des Methans als eine der treibenden Kräfte für den Klimawandel. Wilkinson und seine Kollegen haben nun ausgerechnet, dass auch der Gasausstoß der Sauropoden vor 150 bis 65 Millionen Jahren ausgereicht haben könnte, um das ohnehin tropisch warme Klima ihrer Zeit weiter anzuheizen.

Für ihre Berechnungen gingen die Forscher davon aus, dass pro Quadratkilometer Fläche rund zehn Sauropoden von jeweils etwa 20 Tonnen Gewicht lebten. War deren Methanausstoß ähnlich dem der heutigen Kühe, dann hätte ein einziger dieser Urzeitriesen 2675 Liter Methan pro Tag abgegeben. Bei zehn Tieren entspreche dies 6,9 Tonnen pro Quadratkilometer und Jahr.

"Daraus ergibt sich eine Methanproduktion von 520 Millionen Tonnen pro Jahr weltweit, wenn man dies auf die Hälfte der damals bewachsenen Landfläche hochrechnet", schreiben die Forscher. Dieser Wert entspricht der gesamten jährlichen Methanproduktion der modernen Welt. Heutige Wiederkäuer wie Kühe, Giraffen oder Ziegen erzeugen rund 50 bis 100 Millionen Tonnen Methan weltweit - und schon damit sind sie ein ernstzunehmender Klimafaktor.

"Unser einfaches Rechenmodell zeigt, dass die Sauropoden vermutlich einen wichtige Rolle dabei spielten, das Klima im Jura und in der Kreidezeit so warm zu halten", erklären Wilkinson und seine Kollegen. Es könne im Laufe der Erdgeschichte auch noch andere Zeiten gegeben haben, in denen Tiere das Klima über ihren Methanausstoß beeinflussten. "Die Vorgänge auf diesem Planeten", meinen die Forscher, "sind merkwürdig und wundervoll."

hda/dpa

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insgesamt 83 Beiträge
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    Seite 1    
1. so
crocodil 07.05.2012
einen Unsinn, habe ich noch nie erlebt. Was sollen denn die paar Dinosaurier an Co2 ausgestossen haben? Heute sind über 4 Mrd. Menschen auf der Erde - das gibt bestimmt auch ein anderes Klima. Die "Wissenschafter die sowas beschreiben, verdienen ihr Geld nicht - was sie wahrscheinlich vom Staat bekommen -
2. üble Ökofaschisten ^^
systemfeind 07.05.2012
Zitat von sysopAP/ AAAS/ Science/ Carin L. CainSauropoden hatten nicht nur gigantische Körper. Auch ihre Rülpser und Blähungen müssen epische Wucht besessen haben, vermuten Forscher - und haben jetzt den dazugehörigen Methan-Ausstoß berechnet. Das Ergebnis: Frieren mussten die Urzeitriesen offenbar nicht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,831850,00.html
brutal , gefährlich , hoher Energiedurchsatz - die Dinos waren echte Ökoterroristen - aber hübsch anzusehen .
3.
schlurps0815 07.05.2012
Da müssen wohl die "seriöseren" Wissenschaftler am Werk gewesen sein, von denen im letzten Artikel die Rede war...
4. Ch4
cassandros 07.05.2012
Zitat von crocodileinen Unsinn, habe ich noch nie erlebt. Was sollen denn die paar Dinosaurier an Co2 ausgestossen haben? Heute sind über 4 Mrd. Menschen auf der Erde - das gibt bestimmt auch ein anderes Klima. Die "Wissenschafter die sowas beschreiben, verdienen ihr Geld nicht - was sie wahrscheinlich vom Staat bekommen -
Danke gleichfalls. So ging es mir beim Lesen deines Beitrags auch. Es geht nicht um Kohlendioxid, sondern um *Methan*! Also nochmals den Artikel lesen. Und dann nochmal. Und nochmal. Es sind über 7 Milliarden! Genau! Genauso ist es.
5.
gucky2009 07.05.2012
Zitat von crocodileinen Unsinn, habe ich noch nie erlebt. Was sollen denn die paar Dinosaurier an Co2 ausgestossen haben? Heute sind über 4 Mrd. Menschen auf der Erde - das gibt bestimmt auch ein anderes Klima. Die "Wissenschafter die sowas beschreiben, verdienen ihr Geld nicht - was sie wahrscheinlich vom Staat bekommen -
Irgendwas vom Beitrag gelesen? Es geht um Methan und nicht um CO2!
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