Erstmals seit zehn Jahren Mexiko-Stadt löst Umweltalarm aus

Besser kein Sport im Freien: Mexiko-Stadt hat wegen verschmutzter Luft Alarm geschlagen. Dabei hatte die einst als Moloch verschriene Megacity vor einigen Jahren ein Umweltschutzprogramm gestartet.

Smog in Mexiko-Stadt
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Smog in Mexiko-Stadt


Die Millionenmetropole Mexiko-Stadt ist eine der größten weltweit und galt lange auch als eine der schmutzigsten. Dagegen startete die Stadt ein Umwelt-Programm, das unter anderem vorsah, die Abgase aus dem Nahverkehr zu reduzieren. Jahrelang schien das zu funktionieren - doch nun hat die Regierung erstmals nach etwa zehn Jahren wieder Umweltalarm ausgelöst.

Die Ozonwerte sind in den vergangenen Tagen stark gestiegen. Verantwortlich sind ein Hochdruckgebiet und die intensive Sonneneinstrahlung in den vergangenen Tagen.

Um die hohe Ozonkonzentration zu senken, erließ das örtliche Umweltministerium Beschränkungen für den Autoverkehr, untersagte industrielle Aktivitäten, bei denen viele Abgase in die Luft gelangen und stellte die Straßenbauarbeiten ein. Der Betrieb von Kaminen und das Entzünden von Lagerfeuern wurde verboten.

Zudem rieten die Behörden von Sport im Freien ab und empfahlen der Bevölkerung, in geschlossenen Räumen zu bleiben. Ozon kann die Atemwege schädigen.

Das Verkehrsaufkommen in der mexikanischen Hauptstadt ist enorm hoch. Allein neun Millionen Menschen leben im Zentrum der Metropole. Von den 20 Millionen, die im Ballungsraum drum herum wohnen, strömen täglich Millionen in die Innenstadt. Zahlen, die 2009 veröffentlicht wurden, gingen von vier Millionen Pkw, etwa 120.000 Taxis, 28.000 Bussen und mehrere zehntausend Lastkraftwagen in der Metropolregion aus.

Um den Verkehr zumindest zeitweise zu reduzieren, hatte die Regionalregierung 2007 einige Maßnahmen beschlossen - dazu gehörte auch, den Paseo de la Reforma, eine der zentralen Straßen im Innenstadtbereich, für Autos zu sperren.

Auch in anderen Regionen kommt es häufiger zu Umweltalarm. In Deutschland ist etwa Stuttgart öfter betroffen. Die Stadt hatte zuletzt Ende Februar Feinstaubalarm ausgelöst.

joe/dpa/AP

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