Doch nicht ausgestorben Wie eine Kängururatte plötzlich wieder auftauchte

Die San-Quintin-Kängururatte galt als ausgerottet - die Tiere wurden zuletzt vor mehr als 30 Jahre gesehen. Nun gibt es wieder Hoffnung für die Art.

Sula Vanderplank / San Diego Natural History Museum

Wissenschaftler haben in Mexiko die San-Quintin-Kängururatte wiederentdeckt - lebend und wohlauf, wie Forscher des San Diego Natural History Museum bestätigt haben. Zuletzt waren die Kängururatten 1986 gesichtet worden. Mexikanische Behörden hielten die Tiere bereits für ausgestorben.

Mit Kängurus ist Dipodomys gravipes allerdings nicht verwandt. Die Art gehört zu den Nagetieren, sie bewegt sich allerdings hüpfend fort und hat auffällig kräftige Hinterbeine und einen langen Schwanz. Die Nager sind extrem selten und kommen ausschließlich im mexikanischen Bundesstaat Baja California vor - und auch dort nur in einem kleinen Gebiet.

San-Quintin-Kängururatten leben nur entlang eines etwa 20 Kilometer breiten Küstenstreifens zwischen San Telmo und El Rosario. Und genau der wird seit Jahrzehnten Stück für Stück in Ackerland umgebaut. Die Graslandschaften mit Kakteen sind deshalb Kulturpflanzen wie Erdbeeren und Tomaten gewichen.

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Kängururatten: Und sie leben doch!

Forscher des San Diego Natural History Museums und der Naturschutzorganisation Terra Peninsular durchkämmen das Gebiet regelmäßig auf der Suche nach seltenen Tierarten. Bei einem der Rundgänge ist ihnen bereits im vergangenen Sommer eine der seltenen Kängururatten quasi direkt in die Arme gelaufen, doch erst vor Kurzem machten sie ihren Sensationsfund öffentlich - auch um die Tiere nicht weiter zu gefährden. "Wir waren so aufgeregt", schreiben die Forscher auf der Website des Museums.

Nach ihrem Fund durchsuchten sie an mehreren Abenden hintereinander Gebiete, die für Kängururatten besonders geeignet sind: Sie fanden einige Tiere in den Naturschutzgebieten Valle Tranquilo und Monte Ceniza. Nun wollen die Wissenschaftler sichergehen, dass die San-Quintin-Kängururatten nicht doch noch aussterben.

Es ist nicht das erste Mal, dass bereits verloren geglaubte Arten wieder auftauchen. Einige Beispiele sehen Sie hier:

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Wiederentdeckte Tierarten: Totgesagte leben länger

Zuletzt hatten Forscher in Zentralafrika außerdem mehr Gorillas und Schimpansen gezählt als erwartet. Demnach gibt es bis zu doppelt so viele Tiere wie bisher geschätzt. Eine Entwarnung ist das allerdings nicht. Denn ihr Fortbestand hängt davon ab, dass Schutzmaßnahmen auch wirklich eingehalten werden. Die Forscher empfehlen deshalb, die bewachten Schutzgebiete der Tiere auszudehnen, um sie vor Wilderern zu schützen.

koe



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