Fund vor Hawaii So klein und schon ein Krake

Vor der Küste von Hawaii wollten Meeresbiologen Müll aus dem Meer holen - und machten dabei eine spannende Entdeckung. Und was war der Dank? Ein Mini-Klecks Tinte.

Ashley Pugh/National Park Service via AP

Ja, im US-Innenministerium können sie jede positive Schlagzeile zum Naturschutz gut gebrauchen. Dass Präsident Donald Trump per Erlass Naturreservate verkleinert hat, dass die Behörden gern den Schutzstatus von zahlreichen Grizzlybären aufheben würden, dass eine frühere Monsanto-Managerin Chefin des Fish and Wildlife Service werden soll - zumindest bei vielen umweltinteressierten Beobachtern kommen solche Nachrichten nicht so wahnsinnig gut an.

Wie schön, wenn man gelegentlich auch etwas Nettes zu verkünden hat. So wie es das Ministerium in dieser Woche getan hat. Und eine rührselige Geschichte gab es gleich noch mit dazu. Es geht um Mitarbeiterinnen des Kaloko-Honokohau National Historical Park auf Hawaii. Dort befasst man sich in der Hauptsache mit einer einstigen Siedlung der traditionellen Inselbewohner, überwacht aber auch die vor der Küste gelegenen Korallenbänke.

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Mini-Krake: Winzige Weichtiere

Und während einer kleinen Beobachtungspause, so berichtet es das Innenministerium gerade in den sozialen Netzwerken, hätten die Forscherinnen dabei vor einiger Zeit eine Entdeckung gemacht. Zunächst seien sie wenig begeistert gewesen, habe doch in der Nähe Müll im Ozean getrieben. Als die Biologinnen diesen hätten wegräumen wollen, seien ihnen dabei aber zwei winzige Tiere aufgefallen: junge Kraken.

Und die, das muss man sagen, sehen auf den gleich mit veröffentlichten Fotos wirklich ausgesprochen putzig aus - unter anderem wegen ihrer Abmaße. Die Weichtiere sind nämlich gerade einmal so groß wie eine Erbse. Vermutlich gehörten sie entweder zur Art der Großen Blauen Krake oder der Weißstreifenkrake, so die beteiligten Forscher. Genau wisse man das aber nicht.

Beide Arten kämen jedenfalls vor Hawaii vor und könnten teils bis zu sechs Kilogramm schwer werden. Es sei üblich, dass sich Jungtiere an der Unterseite von Treibgut im Wasser versteckten, bis sie groß genug sind für ein Leben im freien Ozean.

Dort müssen sich die beiden von den Forscherinnen gefundenen Winzlinge jetzt auch wieder allein zurechtfinden. Die Tiere seien umgehend wieder ausgesetzt worden, hieß es. Eines habe zum Abschied sogar eine winzige Menge Tinte verspritzt.

chs



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