Bayern Extrem seltener Albino-Mauersegler entdeckt

Er hat ein weißes Gefieder und rötliche Augen. In Mittelfranken haben Naturschützer einen Albino-Mauersegler entdeckt. Solche Vögel sind extrem selten.

Albino-Mauersegler
Sonja Dölfel/LBV/dpa

Albino-Mauersegler


"Ein Albino-Mauersegler mit roten Augen ist eine absolute Seltenheit", sagte Klaus Bäuerlein vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Naturschützer in Mittelfranken haben einen komplett weißen Mauersegler entdeckt. Wie der LBV mitteilte, wurde der Jungvogel bei einer Nestkontrolle in der Kolonie in Roth südlich von Nürnberg entdeckt.

Seit der Ansiedlung der Zugvögel dort vor 34 Jahren sei es der erste Albino. Auch sonst würden nur sehr selten komplett weiße Tiere gefunden, hieß es vom LBV. In Bayern sei kein solcher Vogel bekannt, zwei weitere Vögel seien in den vergangenen Jahren in Hessen und Schleswig-Holstein gefunden worden. Der Vogel wird Deutschland bald für seine erste Reise in den Süden verlassen.

Mauersegler mit normaler Färbung
DPA

Mauersegler mit normaler Färbung

Die Überlebenschancen für den weißen Vogel seien allerdings ungewiss. "Von unten hilft ein weißes Gefieder, unsichtbar zu werden. Gegen Feinde von oben hat die helle Färbung jedoch eher den gegenteiligen Effekt", sagte Bäuerlein. Außerdem steche der Albino-Mauersegler in einem Schwarm von ansonsten nur dunklen Vögeln besonders heraus.

Die wichtigsten natürlichen Feinde der Segler sind in Mitteleuropa Falken, welche die etwa 17 Zentimeter großen Vögel häufig in der Luft erbeuten.

200 Kilometern pro Stunde im Sturzflug

Auch gegen Umweltgefahren ist der Albino-Mauersegler schlechter geschützt als seine Artgenossen. Die roten Augen seien beispielsweise empfindlicher gegen Sonnenlicht, worunter die Sehkraft bei der Insektenjagd leiden könne. Albinismus wird vererbt. Die Haut ist dann nicht in der Lage, den dunklen Farbstoff Melanin zu bilden.

Albino-Mauersegler
Sonja Dölfel/LBV/dpa

Albino-Mauersegler

Die Form der Mauersegler hat Ähnlichkeit mit der von Schwalben. Von Mai bis Anfang August brüten die Tiere in Mitteleuropa und ziehen dann über den Winter nach Afrika. Außerhalb der Brutzeit verbringen sie den Großteil ihrer Zeit in der Luft. Im Sturzflug erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde. Die Vögel ernähren sich von Insekten und Spinnen.

jme/dpa



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