Müdigkeit: Schlafmangel macht Bienen vergesslich

Schlafmangel bremst nicht nur beim Menschen die geistigen Fähigkeiten. Auch Bienen macht Müdigkeit zu schaffen: Sind sie nicht ausgeruht, können sie mitunter den Weg zurück zum Bienenstock vergessen.

Honigbiene: Müdigkeit trübt die ErinnerungZur Großansicht
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Honigbiene: Müdigkeit trübt die Erinnerung

Wer zu wenig schläft, bekommt es früher oder später mit diversen Problemen zu tun: Konzentrationsfähigkeit und Erinnerungsvermögen gehen zurück, die körperliche Leistungsfähigkeit sinkt, das Gewicht dagegen kann zunehmen. Allerdings ist es nicht nur der Mensch, der bei Schlafentzug leidet. Auch bei Bienen macht sich ein Mangel an Nachtruhe bemerkbar, wie ein Experiment jetzt ergeben hat.

Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin und seine Kollegen haben Bienen mit winzigen Funkchips ausgerüstet. Die Tiere erlernten an einem Tag den Weg zwischen einer neuen Futterquelle und ihrem Bienenstock. Wurden sie danach jedoch während des Schlafs gestört, hatten sie am nächsten Tag große Schwierigkeiten, sich zu orientieren: Weniger als die Hälfte der müden Bienen habe den Weg von der Futterquelle zurück zum Stock gefunden. Und wer sein Ziel entdeckte, brauchte doppelt so lang wie ausgeschlafene Artgenossen, schreiben die Forscher im "Journal of Experimental Biology".

Ganz anders die ausgeruhten Bienen: Sie hätten die am Tag zuvor erlernte Route problemlos gefunden. Wie wichtig der Schlaf für die Erinnerung ist, habe ein weiterer Teil des Experiments gezeigt: Störten die Forscher den Schlaf der Insekten, bevor sie ihnen die Flugroute beibrachten, hätte das keinen Einfluss auf den Lerneffekt gehabt. Das lege nahe, dass sich das Erlebte des Tages bei Bienen erst im Schlaf festigt.

"Ohne Schlaf können die Bienen ihre früher gesammelten Erfahrungen nicht durch eine neue Erfahrung verändern", erläuterte Menzel in einer Mitteilung der Universität. "Die Bildung dieses neuen Gedächtnisses wird also erst im Schlaf ermöglicht."

Bienen sind Menzel zufolge ideale Versuchstiere für solche Studien, weil sie leicht etwas lernen könnten, ein einfaches Gehirn hätten und schlafende Tiere an ihren nach unten hängenden Antennen leicht zu erkennen seien. Die Forscher wollen nun Aktivitätsmuster im Gehirn der Bienen finden, die das Erinnerungsvermögen repräsentieren. Da das Nervensystem der Bienen vieles mit dem von Menschen gemein habe, könnten die Erkenntnisse aus solchen Studien auch zum Verständnis der Gedächtnisbildung beim Menschen beitragen.

mbe/dpa

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rotertraktor 29.10.2012
Im Artikel sind ja nur minimale Eingriffe quasi unter Laborbedingungen beschrieben, aber im realen Leben werden Bienen immer häufiger heftigem Stress durch lange Transporte ausgesetzt. In Europa sind die Transportwege noch [...]
Im Artikel sind ja nur minimale Eingriffe quasi unter Laborbedingungen beschrieben, aber im realen Leben werden Bienen immer häufiger heftigem Stress durch lange Transporte ausgesetzt. In Europa sind die Transportwege noch halbwegs überschaubar, aber besonders in den USA und Kanada werden Bienen tagelang kreuz und quer über den ganzen nordamerikanischen Kontinent gefahren, von Kalifornien bis Florida, je nachdem wo sie gerade zur Bestäubung eingesetzt werden sollen. Dabei sind auch die Bedingungen der Reise oftmals unerträglich und zeugen von einem ähnlich rücksichtslosen Umgang der Menschen wie auch mit anderen "Nutztieren", wobei der Nutzen (=Profit) immer wichtiger und die Tiere (=Lebewesen) immer unwichtiger werden. Mir als Hobbyimker dreht sich bei solchen Bildern... Trucking Bee Hives - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=9F1eelipzfw) ...einfach nur der Magen um.
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  • Montag, 29.10.2012 – 15:16 Uhr
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