Müll vor Hawaii Im Pazifik treibt mehr Plastik als Plankton

Zwischen Kalifornien und Hawaii hat sich ein gigantischer Teppich aus Plastikabfall gebildet. Meeresforscher berichten, dass die verschmutzte Fläche die Größe von Mitteleuropa erreicht hat. Geschätztes Gesamtgewicht: drei Millionen Tonnen. Der Müll gefährdet Tiere, die ihn für Futter halten und fressen.


Albatrosse im Plastik-Müll: Teppich der Größe Mitteleuropas
NOAA

Albatrosse im Plastik-Müll: Teppich der Größe Mitteleuropas

Die im Meer dümpelnden Plastikabfälle stammen nach Aussagen von Wissenschaftlern von den Küsten Asiens und Amerikas. Kreisende Strömungen von Wind und Wasser hätten den Müll in den Bereich zwischen Kalifornien und Hawaii getrieben, berichtet das Magazin "Geo" unter Berufung auf Charles Moore von der Algalita Marine Research Foundation. Inzwischen schwimmt sechs Mal so viel Plastikmüll wie tierisches Plankton im Wasser.

Nach Angaben der US-Behörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) wird der Müll mindestens 16 Jahre in dem großen Strudel bleiben. Die Zeit reicht nicht aus, um konventionelles Kunststoff zu zersetzen: Es könne bis zu 500 Jahren dauern, bis UV-Strahlung und Oxidation zum Beispiel eine Spielzeugente in ihre Moleküle zerlegt habe, berichtet "Geo".

Der Müll ist eine Gefahr für viele Tiere. So halten beispielsweise Seevögel kleinere Plastikteile irrtümlich für Nahrung und schlucken sie hinunter. Albatrosse etwa sind oft beim Hochwürgen der unverdaulichen Brocken beobachtet worden.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.