Haustier-Kompositionen Musik für die Katz

Forscher haben spezielle Musik für Katzen komponiert und die Reaktion der Tiere auf die Klänge getestet. Das Ergebnis: Die Spezialmusik kommt besser an als die großer Komponisten.

Katze auf Radio: Auf den richtigen Klang kommt es an
Corbis

Katze auf Radio: Auf den richtigen Klang kommt es an


Musik bringt Menschen zum Tanzen, macht sie glücklich, traurig oder hilft beim Entspannen. Für viele gehört sie zu einem erfüllten Leben dazu. Katzen dagegen scheinen kaum auf Musik zu reagieren und sie schon gar nicht zu genießen. Geht es nach einer Gruppe Psychologen, könnte das daran liegen, dass die Tiere meist das Falsche zu hören bekommen.

Charles Snowdon von University of Wisconsin in Madison und Kollegen haben spezielle Musik für Katzen komponiert. Die Songs klingen im gleichen Frequenzbereich, in dem die Tiere untereinander kommunizieren. Auch Schnurrgeräusche wurden in die Stücke eingebracht. Zusätzlich ließen die Wissenschaftler Elemente herkömmlicher Musik einfließen, damit auch Herrchen und Frauchen etwas mit den Klängen anfangen können.

Kuscheln mit der Box

Zum Test spielten die Wissenschaftler 47 Katzen jeweils zwei Speziallieder für drei Minuten vor und beobachteten die Reaktion. Zum Vergleich ließen sie dieselben Katzen Menschenmusik hören, etwa von Johann Sebastian Bach, und dokumentieren erneut das Verhalten der Tiere.

Es zeigte sich, dass die Katzen deutlich schneller und stärker auf die eigens für sie komponierte Musik reagierten, berichten die Forscher im Fachmagazin "Applied Animal Behaviour Science". So liefen die Tiere etwa auf die Lautsprecher zu, betrachteten und beschnüffelten sie ausgiebig oder begannen mit ihnen zu schmusen.

Wurde dagegen Musik großer Komponisten wie Bach oder Gabriel Fauré gespielt, verharrten die Katzen meist teilnahmslos. Abwehrreaktionen oder Angst gab es selten und sowohl bei der Spezialmusik (acht Fälle bei 94 Musikstücken) als auch bei den herkömmlichen Stücken (neun Fälle bei 94 Musikstücken).

Nächster Schritt Ultraschallmusik

Die Ergebnisse der Studie könnten helfen, Hauskatzen eine anregende Umgebung zu schaffen, glauben die Forscher. Schlicht das Radio anzustellen, reicht demnach nicht aus.

Forscher David Teie kündigt auf seiner Website an, künftig auch Musik im Ultraschallbereich komponieren zu wollen. Praktikable Abspielgeräte dafür gibt es allerdings noch nicht. Katzen könnten deutlich mehr Töne hören als sie selbst ausstoßen, argumentiert der Forscher. Das helfe den Tieren unter anderem bei der Jagd. Dass sie auf die hohen Töne reagieren, auch wenn sie aus einem Lautsprecher kommen, scheint demnach wahrscheinlich.

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jme

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