Muttertag Und die beste Mama ist ...

Sie sterben für ihre Kinder und helfen den Söhnen beim Sex: Auch im Tierreich opfern sich Eltern auf. Andere legen nur Tausende Eier und das war's. Hier sehen Sie tierische Übermütter und Rabeneltern.

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Am Muttertag verschenken dankbare Kinder Blumen und Schokolade. Schließlich opfern sich Mamas jahrelang für den Nachwuchs auf - die Mutterliebe gilt als eines der stärksten Gefühle überhaupt. Wissenschaftler sehen darin jedoch vor allem einen fiesen Trick der Natur, der Frauen dazu bringen soll, sich rund um die Uhr um ihren Nachwuchs zu kümmern.

Im Tierreich gibt es mehrere Strategien, um den Fortbestand der Art zu sichern. Entweder: Tiereltern zeugen so viele Nachkommen wie möglich, machen sich aus dem Staub und hoffen, der ein oder andere wird es schon schaffen. So macht es beispielsweise der Mondfisch. Er legt pro Laichgang bis zu 300 Millionen Eier und kümmert sich nicht weiter. Oder die andere Strategie: Die Tiereltern setzen auf wenige Nachkommen, die sie eifrig behüten.

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Tiere: Rabenmutter? Von wegen!

Aus menschlicher Perspektive betrachtet, könnte man das Tierreich also in liebevolle Mamas oder Rabenmütter einteilen. Allerdings beschreibt man damit nur unterschiedliche Strategien der Fortpflanzung. Außerdem tut man den Raben damit Unrecht: Denn auch wenn deren Nachwuchs flügge ist, kümmern sich die Eltern noch Wochen um die Kleinen.

Wenn schon, dann hätten sich eigentlich Störche den Ruf als Rabenmütter verdient, sagt der Biologe Mario Ludwig. Weibchen, insbesondere erstbrütende Störche, werfen ab und zu das schwächste Küken aus dem Nest oder fressen es sogar auf.

Das mag brutal erscheinen, dient aber vor allem dazu, die eigenen Anstrengungen auf die Küken mit guten Überlebenschancen zu konzentrieren. Diese Verhaltensweise wird als "Infantizid" bezeichnet, im Falle des damit verbundenen Kannibalismus als "Kronismus", nach dem Titanen Kronos, der der griechischen Sage zufolge seine eigenen Kinder verschlang.

Die Mutter als Mahlzeit

Wer die beste Mutter im Tierreich ist, darüber kann man sich streiten. "Für mich ist das die australische Krabbenspinne Diaea ergandros", begeistert sich Ludwig: "Wer sein Leben für seine Kinder opfert, muss eine gute Mutter sein". Die Weibchen legen im Frühjahr etwa 40 Eier, aus denen im Sommer Jungtiere schlüpfen. In dieser Zeit fängt die Mutterspinne Insekten, die sie an ihre Jungtiere verfüttert, aber auch selbst frisst, um sich einen gewaltigen Bauch zuzulegen.

Wenn es im Winter nichts mehr zu fangen gibt, dient die Mutter als lebende Vorratskammer: Sie wird von ihrer Brut gefressen. Dieses Verhalten soll möglichst viele überlebende Nachkommen sichern. "Nur so wird verhindert, dass die Jungen sich gegenseitig verspeisen. Spinnen neigen zu Kannibalismus", erklärt Ludwig.

"Hippie-Affen"

Ein derart extremes Beispiel stellt auch die Kellerspinne dar. Bei dieser Art stirbt das Muttertier ebenfalls, damit ihre Nachkommen sie fressen können. "Die Spinne legt in die Eierablage ihre gesamte Energie, die Jungspinnen schlüpfen, das Muttertier stirbt, der Leichnam löst sich auf und die Jungtiere nutzen die Mutter als Nahrungsquelle", sagt Arnulf Köhncke, Artenschutzexperte bei der Umweltschutzorganisation WWF.

Eine eher exzentrische Art von Mutterliebe zeigen die Bonobos, die kleinsten Menschenaffen. Bei ihnen unterstützt die Mama ihren Sohn sogar beim Sex. Eigentlich ist beim Geschlechtsakt das ranghöchste Männchen als Erster dran. Die Mutter eines rangniedrigen Bonobos greift deshalb ein. "Sie hält einfach den ranghöheren Konkurrenten fest, damit Bonobo-Sohnemann auch mal zum Zug kommt", erzählt Ludwig. Weil die Tiere häufig Konflikte mit Sex lösen, werden sie auch "Hippie-Affen" genannt.

Die faulste Mutter

Bei manchen Tierarten ist aber auch Oma die Größte, etwa bei Elefanten und Orcas, den Schwertwalen. Die Großmütter beschützen ihre Enkel und passen auf sie auf. Bei einer Elefantenherde hat die Leitkuh das Sagen, meist eine der Großmütter.

Die faulste Mutter ist eindeutig das Kuckuck-Weibchen. Es legt sein Ei einfach in die Nester anderer Vogelarten, um es ausbrüten zu lassen. Damit der Schwindel nicht auffliegt, passen Kuckuck-Weibchen ihr Ei denen der Wirtsvögel farblich an.

Besonders effizient beim Kinderkriegen sind auch Seepferdchenweibchen. Das ausgiebige Liebesvorspiel machen sich die Weibchen zunutze, um ihre Eier in eine spezielle Brusttasche der Männchen zu spritzen. "Damit ist es für das Weibchen erledigt, und es geht in Mutterschaftsurlaub", sagt Ludwig. Schwangerschaft und Geburt bleiben den Männern überlassen. Je nach Art entlassen diese bis zu 1500 sofort selbstständige Junge ins Meer. Spätere Brutpflege ist unnötig.

von Heidemarie Pütz/dpa/Koe



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