Von Amsel bis Zaunkönig Deutschland zählt den Wintervogel

Rund 93.000 Menschen zählten 2,7 Millionen Vögel - lässt sich dieser Rekord aus dem Jahr 2013 noch toppen? Naturschützer rufen für dieses Wochenende wieder zur großen Wintervogelzählung auf. Der bislang sehr milde Dezember macht die Aktion besonders spannend.

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Welche Vögel lassen sich am häufigsten im Garten oder Park blicken? Bei der "Stunde der Wintervögel" sind Freiwillige aus ganz Deutschland ab diesem Freitag wieder zum Zählen aufgerufen. Bis Montag läuft die Mitmach-Aktion von Naturschutzbund (Nabu) und bayerischem Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Die Teilnehmer sollen eine Stunde lang im Garten, auf dem Balkon oder im Park Vögel beobachten und zählen. Von der großen Datensammlung erhoffen sich die Naturschützer weitere Erkenntnisse über die Bestandsentwicklung der häufigsten Gartenvögel in Deutschland. Eine besondere Qualifikation für die Wintervogelzählung sei nicht nötig.

Der bislang sehr milde Winter mache die diesjährige Studie besonders spannend, teilte der Nabu mit. Einige Arten hätten aufgrund des Wetters ihre Reise in wärmere Gefilde nicht angetreten.

Bleibt die Kohlmeise an der Spitze?

Im Fokus der nunmehr vierten Winterzählung stehen weit verbreitete Arten wie Meise, Fink, Rotkehlchen und Spatz. Auch Gärten, in denen nur wenige Vögel zu sehen sind, sollten erfasst werden. "Rückgänge von Arten können wir bei der Stunde der Wintervögel nur mitbekommen, wenn wir auch kleine Zahlen erhalten. Gerade ein schleichender Rückgang, wie wir ihn ganz aktuell bei der Amsel feststellen, würde sonst niemals auffallen", erklärte Nabu-Vogelexperte Lars Lachmann. Auch der Grünfink sei ein gutes Beispiel. Er sei 2013 vom "Grünfinkensterben" betroffen gewesen, das durch Parasiten ausgelöst wurde.

Im Januar 2013 war die Kohlmeise der am häufigsten gesichtete Wintervogel. Sie verdrängte den Haussperling auf Platz zwei, gefolgt von Blaumeise, Feldsperling und Amsel. An der Vogelzählung beteiligten sich mehr als 93.000 Menschen und damit so viele wie noch nie. Gemeldet wurden etwa 2,7 Millionen Vögel.

Um das Bestimmen zu vereinfachen, hat der Nabu auf seiner Website Bilder und Steckbriefe der 35 wichtigsten Wintervögel veröffentlicht. Die Liste reicht von A wie Amsel bis Z wie Zaunkönig. Die Aktion läuft vom 3. bis 6. Januar. Gemeldet werden können die Daten bis zum 14. Januar im Internet, per Post, telefonisch unter der kostenlosen Nummer 0800 1157115 oder per kostenloser App für Smartphones.

Hässliches Entlein, schöner Schwan

nik/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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spitzgligger 03.01.2014
1. Vogelzählung
Vögel sind am besten bei Frost u. Schneelage zu beobachten ansonsten ist das Bild verfälscht. Da viele Arten erst bei Notlage zum Futterhäuschen kommen.
kahabe 04.01.2014
2. Zählung!
Zitat von sysoppicture alliance / dpaRund 93.000 Menschen zählten 2,7 Millionen Vögel - lässt sich dieser Rekord aus dem Jahr 2013 noch toppen? Naturschützer rufen für dieses Wochenende wieder zur großen Wintervogelzählung auf. Der bislang sehr milde Dezember macht die Aktion besonders spannend. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/nabu-und-lbv-aktion-stunde-der-wintervoegel-a-941654.html
Es einem NABU-Mitglied gleichzutun, habe ich heute morgen von neun bis zehn Uhr gezählt. Vom Küchenfenster aus. Mit Blick auf Hecke, angrenzende "Mischwald", Futterhäuschen und Meisenknödel. Ergebnis: 1 Meise (ich glaube von der Sorte blau). Doll, zu anderen Tageszeiten kann man sich nicht retten, vor Amseln, Blau-, Kohl- und sonstigen Meisen, Spatzen etc. Selbst wenn es im Unterschied zu heute Morgen mal regnet.
elmhurst 04.01.2014
3. da können wir
zählen soviel wir wollen, es wird immer weniger zu zählen sein. Ich persönlich sehe es in den 40 Jahren in meiner Innenstadt. Es lohnt nicht mehr. Bei den Gedanken an unsere Zugvögel, die an den Küsten von Ägypten und in Italien getötet werden, wird mir übel. Das wird noch mit Millionen an Entwicklungs- hilfe unterstützt.
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