Nach dem Vulkanausbruch Sumatra bangt um Dutzende Vermisste

Am Tag nach dem Ausbruch des Sinabung steigt in Indonesien die Zahl der Todesopfer. Viele Menschen werden noch immer vermisst. Rund um den Vulkan erschwert eine dicke Ascheschicht die Bergung der Leichen.

AP/dpa

Am Sinabung auf der indonesischen Insel Sumatra suchen Hunderte Helfer weiter nach Überlebenden. Nach Angaben eines Priesters werden noch mindestens 50 Menschen vermisst. Das Gebiet um den Vulkan wirkt gespenstisch: Eine dicke Ascheschicht bedeckt nach dem Ausbruch am Samstag den Boden, mehr als 30 Zentimeter hoch war sie im Dorf Sukameriah.

Bei der gewaltigen Eruption sind mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen, am Sonntagmorgen zählten die Behörden 16 Todesopfer. Alle Opfer befanden sich in dem von den Behörden zum Niemandsland erklärten Gebiet um den Vulkan, wo jegliche menschliche Aktivität verboten ist. Die Behörden fürchteten, dass noch weitere Menschen ums Leben gekommen sein könnten.

Der Sinabung hatte Geröll und glühende Aschewolken bis zu zwei Kilometer hoch in die Luft geschleudert. Es war der schwerste Ausbruch der vergangenen Wochen. Kilometerweit wurde das gesamte Gebiet um den Vulkan mit glühender Asche bedeckt.

Rauch und Gase behindern die Suche

Rund 170 mit Kettensägen und Sauerstoffgeräten ausgerüstete Helfer suchten am Sonntag allein im geräumten Dorf Sukameriah nach möglichen weiteren Opfern. Es sei nahezu unmöglich, dass jemand die von dem Vulkan ausgestoßenen glühenden Hitzewolken überlebt haben könne, sagte der Leiter des Suchtrupps, Asep Sukarna. Wegen der bestehenden Gefahren durch Rauch und Gase hatten die Hilfskräfte ihren Einsatz am Samstag zunächst abgebrochen.

Allein 14 Leichen wurden Katastrophenschützern zufolge im Dorf Sukameriah gefunden, nachdem der Vulkan Sinabung am Samstag erneut eine glühende Aschewolke ausgestoßen hatte. Vier der Todesopfer waren demnach Schüler, die auf einem Ausflug zum Sinabung in das Inferno gerieten. Herbeieilenden Rettungskräften bot sich ein erschreckender Anblick mit aschebedeckten Leichen, deren Bergung durch dichten Rauch erschwert wurde.

Erst am Freitag hatten die Behörden knapp 14.000 Menschen erlaubt, zurück in ihre Häuser nahe des Sinabung-Vulkans zu ziehen. Diese befinden sich allerdings außerhalb des offiziellen Gefahrengebiets, das sich in einem Radius von fünf Kilometern rund um den Vulkan erstreckt.

400 Jahre Ruhe im Krater

Bis zum Jahr 2010 hatte der 2460 Meter hohe Sinabung 400 Jahre lang keine Eruptionen erlebt. Danach wurde er erst wieder im vergangenen September aktiv. Seitdem verließen bereits 30.000 Menschen ihre Häuser auf der Flucht vor den Ausbrüchen. Einigen wurde am Freitag die Rückkehr gestattet, weil die Aktivität des Vulkans seit Mitte Januar stark nachgelassen hatte. Am Samstagmorgen brach der Sinabung dann mit unerwarteter Stärke aus.

Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, wo mehrere Kontinentalplatten aufeinander stoßen. Diese sind ständig in Bewegung und lösen damit immer wieder Erdbeben oder Vulkanausbrüche aus. In Indonesien gibt es fast 130 aktive Vulkane - so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Indonesiens tödlichster Vulkanausbruch in jüngster Zeit war der des Merapi auf der zentralen Insel Java. Ende 2010 starben dabei 350 Menschen.

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Mount Sinabung: Vulkanausbruch auf Sumatra

che/AP/AFP/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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waelder 02.02.2014
1. Sumatra am Pazifik? Falsch!!!
Auch durch ständige Wiederholung wird es nicht richtiger. Die Vulkane auf Sumatra, Java, Bali und den kleinen Sundainseln werden produziert durch das Überlagern des Bodens des INDISCHEN Ozeans durch den Sunda-Schelf. Sie würden auch bestehen, gäbe es den Pazifik nicht.
dr.haus 02.02.2014
2. optional
Nun mal wieder ordentlich Spendengelder einwerben,1/3 erhält grundsätzlich die UNO, den Rest teilen sich die "wohltätigen" Spendenorganisationen und die Macht-und Geldelite dieses fünftgrössten Ölexporteurs der Erde.
thg 02.02.2014
3. @dr.haus
Ihr Kommentar liefert die ausreichende Dosis Fremdschämpotential für den Rest des Monats.
mainstreet 02.02.2014
4. schön das die Erde lebt..
Es ist sehr schön zu sehen das die Erde lebt und aktiv ist. Viel fruchtbarer Vulkanboden wird entstehen und Generationen von Menschen werden sich hoffentlich ohne Einflüsse von außen durch atomare Verseuchung aus diesem schönen Entwicklungsprozess der Erde Ihren Nutzen ziehen. Vulkane sind edel und Atombomben abartig schlecht . Letztere sind Fehlentwicklungen der Menschheit,
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