Erdstoß Heftiges Beben erschüttert Kalifornien

Mit einer Stärke von 6,1 hat die Erde im US-Bundesstaat Kalifornien gebebt. Vor allem in der Wein-Stadt Napa stürzten Häuser ein. Dutzende Menschen wurden verletzt, der Gouverneur rief den Notstand aus.


Napa - Ein heftiges Erdbeben hat die Menschen nördlich der kalifornischen Metropole San Francisco aus dem Schlaf gerissen. Die Stärke lag bei 6,1, berichtet der Geologische Dienst der USA (USGS). Nach Angaben des USGS lag das Zentrum des Bebens neun Kilometer südwestlich der Wein-Stadt Napa in knapp elf Kilometern Tiefe.

Das Beben bei Napa, ein beliebtes Touristenziel ereignete sich um 3.20 Uhr am Sonntagmorgen. Der "Los Angeles Times" zufolge waren die Erschütterungen bis Santa Cruz zu spüren, etwa 120 Kilometer südlich von San Francisco.

Dutzende Menschen wurden verletzt, mindestens drei von ihnen befinden sich in einem kritischen Zustand. Zu den lebensgefährlich Verletzten zählt ein Kind, das mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht wurde. Eine Sprecherin des Valley Medical Center in Napa bestätigte, dass 70 Patienten zumeist wegen Schnittwunden und Prellungen behandelt worden seien.

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Kalifornien: Der Morgen nach dem Beben
Mehr als 40.000 Haushalte ohne Strom

Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, rief dem Fernsehsender CNN zufolge für die Region Napa den Notstand aus. Damit kann rasch Hilfe aus Washington in die betroffenen Gebiete fließen.

CNN und die "Los Angeles Times" sprachen vom schlimmsten Erdbeben in der Region seit dem Loma-Prieta-Beben nahe San Francisco 1989 mit einer Stärke von 6,9. Damals waren 63 Menschen ums Leben gekommen und schwere Schäden entstanden.

Vor allem in der Weinregion rund um Napa stürzten Häuser ein oder brannten. Einwohner posteten in den sozialen Medien Bilder aus ihren Wohnungen. Zu sehen sind Fußböden, die von Glas und anderen zerbrochenen Gegenständen übersät waren.

Mehr als 40.000 Haushalte in Napa und Sonoma waren in Folge des Bebens ohne Strom. Auch in anderen Städten und Orten fiel der Strom aus, wie die Betreibergesellschaft Pacific Gas and Electric Company erklärte. Dem Stromkonzern zufolge sollte die Versorgung binnen mehrerer Stunden wieder hergestellt werden.

Experten warnen vor Nachbeben

Der Großraum ums kalifornische San Francisco liegt am San-Andreas-Graben. Experten warnen seit Jahren, dass die Region von einem verheerenden Erdbeben getroffen werden könnte. Dem "San Francisco Chronicle" zufolge geschah das Beben am Sonntag aber am North-Bay-Graben, der lange Zeit inaktiv gewesen sei.

USGS-Expertin Jessica Turner warnte im Radiosender KCBS davor, dass Nachbeben einer Stärke von bis zu 5,0 innerhalb einer Woche wahrscheinlich seien.

wbr/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
4magda 24.08.2014
1.
Gestern noch am Pier 39 in San Francisco gewesen. Mal sehen wie sich der Heimflug gestaltet. Über oder um Island herum. Wie schön ruhig ist es in Deutschland wenn nicht gerade Hochwasser ist.
egowehner 24.08.2014
2. Vielleicht bricht der Große Graben ja auf.
Dann sind alle augenblicklichen weltweiten Probleme vergessen: Keine Kommunikation, keine Flieger, keine Globalisierung mehr. Und JEDER ist nur noch damit beschäftigt zu überleben.
CaptainRon 24.08.2014
3. Und die 6,2 - 6,6 in Chile???
Da scheint sich wieder etwas unter der Kruste zu bewegen: In Chile hat es heute morgen/gestern auch mit min.6,2 gewackelt. Jetzt müsste als nächstes Alaska oder Japan dran sein... https://es.noticias.yahoo.com/fuerte-sismo-6-4-grados-richter-sacude-regiones-004021701.html
bumminrum 24.08.2014
4. hier zeigt
sich der Vorteil der primitiven Holzbauweise in Amerika. Da fällt einem nur beschränkt etwas auf den Kopf. Sonst gäbe es viel mehr Verletzte oder sogar Tote.
soundwaves 24.08.2014
5. Sack Reis...
... und in Afrika sterben täglich ettliche Kinder, weil sie nichts zum essen haben. Wen interessiert da so ein Beben in dem ach so tollen Amerika?
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