Naturphänomen Nasa löst Rätsel der gleißenden Blitze

Ist es eine unbekannte Naturgefahr? Riesige gleißende Lichtblitze über der Erde ließen Forscher rätseln. Der Blick auf neue Satellitenbilder liefert nun eine simple Erklärung für das Phänomen.

Rätselhafter Blitz (rot umkreist)
NASA/ GSFC

Rätselhafter Blitz (rot umkreist)

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Donald Trump will das Satellitenprogramm stoppen, doch nun hat es geholfen, ein Mysterium aufzuklären. Auf den Fotos des Satelliten "DSCOVR", der in anderthalb Millionen Kilometer Entfernung zur Erde schwebt, war Forschern Merkwürdiges aufgefallen: Gleißende Lichtblitze, deren Erscheinung mit nichts Bekanntem vergleichbar schien.

Nasa-Forscher Alexander Marshak durchsuchte das Archiv - und wurde fündig: Solche Blitze hatten Wissenschaftler bereits in den Neunzigerjahren entdeckt und die Forscher rätseln lassen. Das Phänomen wurde damit erklärt, dass Ozeane Sonnenlicht reflektierten.

Marshak aber entdeckte die Blitze nun auch über Land, eine neue Erklärung musste her.

Warum sind die so groß?

866 Blitze zwischen Juni 2015 und August 2016 wertete der Forscher nach Angaben der Nasa aus. Als erstes fiel ihm auf, dass die Leuchtereignisse über dem Festland zu groß sind, um einfach Lichtreflexionen auf Seen zu sein.

Also konzentrierte sich Marshak auf eine andere Region: auf die Luft. Könnten Wolken oder Eispartikel in der Atmosphäre die Ursache sein?

Der Forscher suchte nach Regelmäßigkeiten: Er markierte die Orte, an denen die 866 Blitze aufgetreten waren. Auf den ersten Blick ergab sich keine Systematik, die Lichtreflexe schienen unordentlich verteilt.

Erst als Marshak die Blitzorte ins Verhältnis setzte zur Bahn des Satelliten und zum Sonnenstand, offenbarte sich eine Regelmäßigkeit. Der Winkel zwischen Sonne und Blitzen entsprach stets dem Winkel zwischen Blitz und Satellit.

Die Lösung

Gewitterblitze schieden damit endgültig aus, weil sie sich nicht nach Sonnenstand und Satellitenstand ausrichten, sondern eher chaotisch verteilt sind.

Das Phänomen erinnert an frühesten Physikunterricht, ans Reflexionsgesetz: Der Winkel eines einfallenden Lichtstrahls zum Lot ist gleich dem Winkel des reflektierten Lichtstrahls. Marshaks Folgerung: Die Blitze sind Reflexionen des Sonnenlichts in der Luft.

Eiskristalle in der Luft, so meint der Forscher, werfen das Sonnenlicht zum Satelliten, wie eine Wand, an der ein Ball abprallt.

Daten des "DSCOVR"-Satelliten stützen seine Theorie: Wo Blitze aufleuchten, zeigen die Satellitenbilder Cirrusbewölkung, Faserwolken aus Eis. Das Rätsel scheint gelöst.

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insgesamt 19 Beiträge
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Statler-Waldorf 17.05.2017
1. Unordentlich
So so, die Blitze sind unordentlich verteilt. Na dann sollte doch mal jemand aufräumen. ;-) Ich vermute, es handelt sich um eine schlechte Übersetzung aus dem Englischen und sollte "ungeordnet" heißen.
B!ld 17.05.2017
2. Aufklärung durch Satelliten?
Die Fragestellung ergab sich erst dadurch, dass diese Blitze nur von Satelliten beobachtet werden - würde es keine Satelliten geben, hätte es auch die Frage nach diesen Blitzen nie gegeben. Vielleicht sollte man die vorhandene Kohle doch für wichtigere Dinge zum Fenster rauswerfen ....
Tiananmen 17.05.2017
3.
Zitat von B!ldDie Fragestellung ergab sich erst dadurch, dass diese Blitze nur von Satelliten beobachtet werden - würde es keine Satelliten geben, hätte es auch die Frage nach diesen Blitzen nie gegeben. Vielleicht sollte man die vorhandene Kohle doch für wichtigere Dinge zum Fenster rauswerfen ....
Haben Sie ncht auch das Gefühl, dass Ihr Beitrag ziemlich daneben ist? Die Satelliten wurden nicht zur Blitzbeobachtung ins All geschossen. Sie sind dafür da, dass Sie eine vernünftige Wettervorhersage bekommen und dass Ihr Mobiltelefon und Ihr Navi funktionieren, neben vielem anderen. Und es gehört zum Wesen der Forschung, dass man Phänomenen nachgeht, die nebenbei beobachtet werden. Leute gibt´s.
rstevens 17.05.2017
4.
Zitat von B!ldDie Fragestellung ergab sich erst dadurch, dass diese Blitze nur von Satelliten beobachtet werden - würde es keine Satelliten geben, hätte es auch die Frage nach diesen Blitzen nie gegeben. Vielleicht sollte man die vorhandene Kohle doch für wichtigere Dinge zum Fenster rauswerfen ....
Häh? Schräge Logik. Wie viele Fragen der Wissenschaft ergeben sich erst dadurch, dass wir Elektrizität haben, chemische Prozesse steuern können oder insgesamt irgendwo erste Schritte gegangen sind, die dann weitere Fragen aufwerfen? Vermutlich fast alle. Keine Ahnung, ob man aus der hier gewonnenen Erkenntnis oder vielmehr der hier beschriebenen These irgendeinen direkten Nutzen ziehen kann, denkbar wäre aber ein Nutzen für Wettermodelle oder ähnliches, sofern die reflektierte Energiemenge überhaupt nennenswerte Auswirkungen hat.
marie02 17.05.2017
5. Bitte Skizze nachreichen!
Wie darf ich mir den Winkel zwischen einem Blitz und einem Satelliten vorstellen? Bitte Skizze nachreichen!
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