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Illegale Jagd in Südafrika: Wilderer erlegen 1200 Nashörner

Nashorn in Südafrika: Mehr als tausend Tiere wurden 2014 von Wilderern getötet Zur Großansicht
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Nashorn in Südafrika: Mehr als tausend Tiere wurden 2014 von Wilderern getötet

Trauriger Rekord: 2014 haben Wilderer mehr als 1200 Nashörner in Südafrika getötet - deutlich mehr als in den vergangen Jahren. Nun soll ein Schutzprogramm den Arterhalt sichern.

Wilderer in Südafrika haben im vergangenen Jahr bei der Jagd auf die ohnehin vom Aussterben bedrohten Nashörner einen neuen traurigen Rekord aufgestellt. Die Zahl der durch Wilderei getöteten Nashörner sei 2014 um 21 Prozent auf 1215 Exemplare gestiegen, teilte die südafrikanische Umweltministerin Edna Molewa am Donnerstag mit. 2013 seien es noch 1004 Tiere gewesen. Die Wilderei sei Teil eines "illegalen Handels weltweit", kritisierte die Ministerin.

Mehr als zwei Drittel der 1215 getöteten Nashörner wurden aus dem Krüger-Nationalpark gemeldet. Um die bedrohte Tierart zu schützen, seien mehr als hundert Nashörner an sicherere Orte in Südafrika oder anderen Ländern gebracht worden, teilte Molewa mit. "Mit dieser Methode wollen wir Nashorn-Hochburgen schaffen, Gegenden, in denen Nashörner kostengünstig gezüchtet werden können", fügte die Ministerin hinzu. Ein entsprechendes Programm war im vergangenen Jahr aufgelegt worden.

Totes Nashorn im Krüger-Nationalpark: Gegen den Menschen keine Chance Zur Großansicht
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Totes Nashorn im Krüger-Nationalpark: Gegen den Menschen keine Chance

"Die Nashorn-Wilderei breitet sich wie ein Flächenbrand immer weiter im südlichen Afrika aus", sagte der Artenschutz-Experte beim WWF Deutschland, Arnulf Köhncke. Wenn die Wilderei nicht eingedämmt werde, "könnten Nashörner in wenigen Jahren nur noch in Zoos zu erleben sein". Die Umweltschutzorganisation wies darauf hin, dass Nashornkälber oft indirekt Opfer der Wilderer würden. Nachdem die Muttertiere wegen ihres Horns getötet wurden, könnten die Jungtiere allein meist nicht überleben.

Laut WWF leben mehr als 80 Prozent aller afrikanischen Nashörner in Südafrika. Die Zunahme der Wilderei liegt darin begründet, dass das Horn der Tiere in Asien zu horrenden Preisen gehandelt wird. Die dortige traditionelle Medizin schreibt dem Horn starke heilsame Wirkung zu, obwohl es wie menschliche Fingernägel ausschließlich aus Keratin besteht.

Während es derzeit noch etwa 20.000 Südliche Breitmaulnashörner gibt, ist die Situation ihrer nördlichen Verwandten bereits dramatisch schlecht. Im Dezember 2014 starb eines der letzten Tiere in einem amerikanischen Zoo, jetzt leben weltweit nur noch fünf Exemplare. Kurz zuvor war das letzte zeugungsfähige Männchen tot in einem Nationalpark aufgefunden worden. Für das Nördliche Breitmaulnashorn ist künstliche Befruchtung nun die letzte Hoffnung.

jme/AFP

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Artensterben: Nördliches Breitmaulnashorn vor dem Aus


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