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Nationalpark im Kongo: Elefantenjäger töten Elefantenschützer

Bei einem Feuergefecht mit Wilderern sind im Garamba-Nationalpark drei Ranger und ein Soldat ums Leben gekommen. In dem Schutzgebiet kommt es immer wieder zu Schießereien mit illegalen Elefantenjägern.

Ranger vor getötetem Elefanten (Archivfoto aus Kenia): Lukratives Geschäft mit Elfenbein Zur Großansicht
AP

Ranger vor getötetem Elefanten (Archivfoto aus Kenia): Lukratives Geschäft mit Elfenbein

Der zehn Mann starke Trupp der Parkwächter verfolgte eine Wildererbande bis zu ihrem Lager im westlichen Azande-Jagdgebiet. Dort kam es anschließend zum Schusswechsel, bei dem sich die Parkwächter deutlich in der Unterzahl befanden.

Ihnen blieb nur der Rückzug und die Flucht in Richtung Hauptquartier in Nagero. Ein Helikopter der Wildhüter habe bei der Evakuierung von sechs Männern geholfen, berichtet die Webseite des Garamba National Park. Er sei durch Beschuss jedoch beschädigt worden und habe nicht mehr zu den vier zurückgelassenen Rangern zurückfliegen können. Sie wurden am Donnerstag von einem inzwischen verstärkten Einsatztrupp tot aufgefunden.

Die vier getöteten Männer hinterlassen ihre Ehefrauen und insgesamt 14 Kinder. Im Garamba National Park in der Demokratischen Republik Kongo sind damit in diesem Jahr bereits acht Menschen im Kampf gegen Wilderer gestorben.

Trotz der Patrouillen der Parkwächter und militärischer Unterstützung schrecken Wilderer nicht davor zurück, die im Park lebenden Elefanten zu jagen. Zu wertvoll ist das Elfenbein, das durch illegale Zwischenhändler auf die Schwarzmärkte in Asien gelangt und dort Höchstpreise erzielt. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) bezifferte den jährlichen Gesamtwert des blutigen Handels im Jahr 2014 auf über 200 Milliarden Dollar.

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Elfenbein aus Afrika: Auf Elefantenjagd
Jährlich werden in Afrika Zehntausende Elefanten getötet. Die dortige Population wird auf etwa 500.000 Tiere geschätzt. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2011 dezimierten Wilderer den Bestand um etwa acht Prozent, was rund 40.000 Tieren entspricht. Die illegale Jagd ist auch auf die grassierende Armut in vielen afrikanischen Ländern und Korruption der Behörden zurückzuführen.

Der Handel mit Elfenbein wird von international agierenden Banden betrieben. Tonnenweise verschiffen sie das Material von Afrika nach Übersee - hauptsächlich nach Asien, über die Route landet es aber auch in westlichen Staaten. Die meisten Tiere sterben in zwei großen Gebieten Afrikas, wie Forscher jüngst mit DNA-Analysen beschlagnahmten Elfenbeins herausgefunden haben:

  • Über 85 Prozent des Elfenbeins von Waldelefanten stammte demnach aus dem sogenannten Tridom, einem geschützten, 140.000 Quadratkilometer großen Gebiet im Westen Afrikas. Es liegt an der Grenze von Gabun, der Republik Kongo, Kamerun und der Zentralafrikanischen Republik.
  • Das Elfenbein der Savannen-Elefanten kam dagegen zu mehr als 85 Prozent aus Ostafrika, einem Gebiet, das sich vom Selous Game Reserve im Südosten von Tansania zum Niassa Reserve im Norden von Mosambik erstreckt.

Die Wissenschaftler hoffen, dass präzise Informationen über die Herkunft des Elfenbeins helfen, gezielt den Druck auf die Behörden der jeweiligen Regionen zu erhöhen, um illegale Tötungen zu unterbinden. Doch die Forscher wissen auch, dass Wilderer weiterziehen, sobald Wildhüter konsequent durchgreifen oder es nicht mehr genug Elefanten gibt.

hda/jme/nww

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