Navigation der Käfer Tanz auf der Mistkugel

Mistkäfer kommen auf artistische Weise ans Ziel: Sie tanzen auf einer Kugel aus Dung, um sich zu orientieren. Mit Blenden und Spiegeln kamen Forscher hinter das Geheimnis der Tiere.

Ein Käfer der Art Scarabaeus nigroaenus auf seiner Mistkugel: Drehen auf Dung
dapd/ PloS ONE/ Emily Baird et al.

Ein Käfer der Art Scarabaeus nigroaenus auf seiner Mistkugel: Drehen auf Dung


San Francisco - Die Übung macht Eindruck - und sie bringt die Tiere voran: Mistkäfer tanzen oft auf Dungkugeln. Was aussehen mag wie ein Freudentanz hat einen ernsten Hintergrund: Die Insekten tanzen, um sich orientieren zu können, wie schwedische Forscher nun herausgefunden haben.

Mistkäfer vertilgen den Kot größerer Tiere. Dazu formen sie aus dem Dung eine Kugel, die größer ist als sie selbst. Die Kugel rollen sie mit ihren Beinchen zu einer geeigneten Stelle, um den Nahrungsvorrat zu vergraben. Weibchen legen ihre Eier an die vergrabene Kotkugel, von der sich später ihre Larven ernähren.

Wenn die Käfer die Mistkugel in ihr Versteck rollen, klettern sie auf deren Oberseite und drehen sich um die eigene Achse. Dies helfe den Käfern, beim Wegrollen einen geraden Kurs zu halten, berichten sie im Online-Fachjournal "PLoS ONE".

Experiment im Spiegel-Tunnel

Das Team um Emily Baird von der Universität Lund in Schweden beobachtete auf einer Farm in Südafrika zunächst, wann Mistkäfer der Art Scarabaeus nigroaeneus sich auf die typische Weise drehten. Das geschah meist unmittelbar nach Fertigstellung der Kugel, kurz bevor die Käfer begannen, diese wegzurollen. Wurden sie beim Tanz durch ein Hindernis gestört oder verloren gar komplett den Kontakt mit ihrer Kugel, so kletterten sie sehr oft wieder hinauf und tanzten erneut, bevor sie ihren Weg fortsetzten.

Die Forscher zwangen die Tiere in einem leicht gebogenen, oben offenen Tunnel, von ihrer einmal gewählten Richtung abzuweichen. Auch in diesem Fall tanzten die Käfer verstärkt auf ihrem Dungball, allerdings nur, wenn sie dabei den Himmel sehen konnten. In einem zweiten Experiment - diesmal mit geradem Tunnel - gaukelten die Forscher den Käfern durch Schattenblenden und Spiegel vor, dass die Sonne plötzlich auf der anderen Seite stehe. Daraufhin bestiegen die Käfer wieder häufig den Ball und drehten sich herum.

boj/dpa



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