Praktischer Schwanz: Zoologen entdecken Echse mit dickem Ende

Somalia: Forscher finden Echse mit dickem Ende Fotos
Tomas Mazuch

Forscher haben in Afrika ein merkwürdiges Reptil entdeckt: eine Echse, deren Schwanz nicht lang und elegant, sondern kurz und dick ist. Schön ist das nicht, hat aber potentiell lebensrettenden Nutzen.

Etwas merkwürdig ist der Vergleich schon, den das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn zieht: einen "bizarr aussehenden und stark abgeplatteten biberähnlichen Schwanz" habe die Echse, die ein Forscher des Museums jetzt gemeinsam mit Kollegen beschrieben hat. Wer sich nun das Foto eines Biberschwanzes ansieht, der tatsächlich ziemlich platt ist, wird sich vermutlich schwer tun, größere Ähnlichkeiten mit dem Hinterteil von Xenagama wilmsi zu erkennen.

Was die Schwänze der beiden Tiere allerdings gemeinsam haben dürften, ist ihr praktischer Nutzwert. Und der ist im Falle der Agame, die Philipp Wagner jetzt mit Kollegen aus den USA und Tschechien im "Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research" beschrieben hat, beachtlich.

Der merkwürdige Schwanz sei wahrscheinlich eine Anpassung an die Lebensweise in selbstgegrabenen Gängen, heißt es in einer Mitteilung des Museums. Die haben die Eigenart, das sie auch von Feinden heimgesucht werden können. Und an dieser Stelle kommt der Schwanz in Spiel, wie die Reptilien-Spezialisten vermuten: Mit ihrem stacheligen Ende könne die Echse den Eingang zu ihrer Behausung verschließen und sich gegen ungebetene Besucher zur Wehr setzen.

Xenagama wilmsi stammt aus der Familie der Agamen in Somalia. Die auch als Biberschwanzagamen bekannten Reptilien sind in den Wüstengebieten Nordsomalias und Äthiopiens verbreitet. Die bisher nicht beschriebene Art ist benannt nach Thomas Wilms, dem Kurator am Zoo Frankfurt, der sich seit langer Zeit der Erforschung der Artenvielfalt in Nordafrika und der arabischen Halbinsel widmet.

Nach Angaben von Wagner wurde schon 2011 eine neue Agamenart aus Äthiopien beschrieben. Zwei weitere seien bereits bekannt. Das Horn von Afrika, zu dem Äthiopien und Somalia gehören, sei als Gebiet mit hoher Artenvielfalt bekannt. "Es zeigt sich immer wieder, dass auch heute noch größere Wirbeltierarten beschrieben werden können und die Biodiversität noch lange nicht umfassend erfasst ist", erklärte der Leiter der Sektion Herpetologie am Museum Koenig, Dennis Rödder.

nik/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. die nachwachsenden so kurz und dick
Emil Peisker 21.03.2013
Zitat von sysopForscher haben in Afrika ein merkwürdiges Reptil entdeckt: eine Echse, deren Schwanz nicht lang und elegant, sondern kurz und dick ist. Schön ist das nicht, hat aber potentiell lebensrettenden Nutzen. Neue Art: Bonner Zoologe entdeckt Echse mit Biberschwanz - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/neue-art-bonner-zoologe-entdeckt-echse-mit-biberschwanz-a-890205.html)
Man könnte aber auch vermuten, dass alle diese Exemplare schon einmal oder mehrmals den originalen Schwanz verloren haben, und dass die nachwachsenden so kurz und dick werden. Wenn ich hier in Europa Eidechsen mit nachgewachsen Schwänzen sehe, sind diese häufig nicht so lang und schlank wie vorher.
2. @Emil Peisker
nitroborder 21.03.2013
Im Gegensatz zu den bei uns verbreiteten Eidechsen wachsen bei Agamen die Schwänze allerdings nicht nach...
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