Neue Arten Leoparden-Gecko und gefräßiger Frosch entzücken Biologen

Ein Vögel fressender Frosch mit Fangzähnen, ein Leoparden-Gecko mit orangefarbenen Augen und ein flugfauler Vogel: Forscher haben im Mekong-Gebiet 163 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt, darunter spektakuläre Wesen.

AP / WWF

Bangkok - Mehr als 1,5 Millionen Spezies sind bisher entdeckt und beschrieben worden, doch insbesondere in den Tropen machen Biologen noch immer reiche Beute. Allein im vergangenen Jahr fanden Forscher entlang des mächtigen Mekong-Flusses zwischen Südwestchina und Vietnam 163 neue Arten, berichtete die Umweltstiftung WWF am Freitag in Bangkok. Ihr Lebensraum sei aber akut bedroht: Nur noch fünf Prozent der Landschaft seien intakt, und der Klimawandel beschleunige die Gefahren für Pflanzen und Tiere.

"Die neuen Funde zeigen, dass im Greater-Mekong-Gebiet vermutlich noch Hunderte Arten auf ihre Entdeckung warten", sagte WWF-Süßwasserexperte Martin Geiger. "Sie drohen auszusterben, ohne jemals von Forschern gesichtet worden zu sein." Unter den spektakulären Entdeckungen sind Orchideen, Palmen, Reptilien, Frösche, Säugetiere und ein flugfauler Vogel.

Die Biologen beschreiben unter anderem einen Frosch mit überdimensionalem Kopf und Fangzähnen (Limnonectes megastomias), der unter anderem Vögel frisst. Selbst Artgenossen sind vor ihm nicht sicher, wie Wissenschaftler beobachteten. Außerdem wurden eine rubinrote Odessabarbe sowie der Nonggang-Schwätzer entdeckt, der seine Flügel nur in Gefahrensituationen benutzt.

Auch einen Leoparden-Gecko fanden die Forscher. Das Tier mit dem lateinischen Namen Goniurosaurus catbaensis sei "eine biologische Sensation", sagte Geiger. "Seine grellen Katzenaugen und das Fleckenmuster könnten ihm jedoch zum Verhängnis werden." Sie machten ihn für Reptilienhändler äußerst wertvoll. Auf einer Insel vor Vietnam entdeckten Biologen eine neue Art Grubenotter (Cryptelytrops honsonensis). Sie ist einen halben Meter lang und hat 92 Tigerstreifen auf dem strohgelben Körper.

Der mehr als 4000 Kilometer lange Mekong entspringt in Tibet und fließt durch Südwestchina, Burma, Laos, Thailand und Kambodscha bis Vietnam, wo er ins Meer strömt. Die Ökosysteme in der Region sind durch die Verbauung von Flüssen und das Abholzen der Wälder für Palmöl- oder Nutzholz-Plantagen bedroht. In der Region seien 240 große Staudämme gebaut und geplant, schreibt der WWF. Verschärft würden die Probleme durch den Klimawandel. Die Region sei schon wärmer geworden und das Süßwasser knapper. Dürren und Überschwemmungen nehmen laut WWF zu. Die Organisation fordert grenzübergreifende Schutzgebiete und eine gemeinsame Strategie der Länder zur Anpassung an den Klimawandel.

mbe/dpa/AP



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