Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Satellitenbild der Woche: Die vereinigten Inseln

Naturwunder: Japans neue Insel Fotos
NASA/ Earth Observatory

Vor Japan erhebt sich Neuland aus dem Meer. Es hat seine Nachbarinsel einverleibt - und wächst weiter. Das Eiland erzeugt sein eigenes Wetter.

Hamburg - "Unser Hoheitsgebiet wird sich erweitern", frohlockte der Leiter des Kabinettsekretariats der japanischen Regierung bereits Ende vergangenen Jahres. Dass es sich aber so entwickeln würde, dürfte auch ihn überraschen.

Ende November spuckte der Pazifik tausend Kilometer südöstlich von Tokio eine dampfende Insel aus, das neueste Land der Erde. Mittlerweile zeigt sich, dass sie bestehen bleibt. Das japanische Eiland hat sogar seine Nachbarinsel einverleibt: Sie erhob sich 1973 aus den Fluten, 500 Meter nebenan. Die neue Insel heißt nun Nishino-shima; nach der Vereinigung trägt sie den Namen der einstigen Nachbarinsel; zunächst war sie Niijima getauft worden.

Und Nishino-shima wächst weiter. Wie groß wird sie werden? Stetig liefern Lavaeruptionen neues Material. Weiterhin schießen Lava und Asche hervor, wie ein aktuelles Satellitenbild der Nasa zeigt. Asche wühlt das Meer auf. Schiffe wurden gewarnt und sollen Abstand halten.

Anzeige
Das Eiland erzeugt sein eigenes Wetter, sein Dampf lässt Wolken entstehen: Kleine Gaspartikel aus der Lava dienen als Kondensationskeime für Wasserdampf. So schafft die Insel ihre eigenen Schattenplätze - weiße Wölkchen schweben über Nishino-shima.

Verschwundene Buchten

Fortwährend ändert die Insel ihr Gesicht. Buchten, die auf früheren Satellitenbildern zu erkennen sind, sind verschwunden. Lavaströme haben sie geschlossen. Manche Buchten werden auf diese Weise zu Seen, Meerwasser bleibt gefangen hinter Dämmen aus Lava.

Die Unterseevulkane der Region werden gespeist von einem Zusammenstoß riesiger Erdplatten: Vor Japan taucht der mächtige Felsboden des Pazifik unter westlich gelegene Erdplatten. Unter dem Druck der Tiefe quillt Wasser aus dem Gestein. Es steigt auf und senkt den Schmelzpunkt darüberliegenden Gesteins - wie Streusalz den Schmelzpunkt von Wasser senkt und Eis tauen lässt.

Über der abtauchenden Pazifikplatte schmilzt schließlich Gestein zu Magma, das aufsteigt - und Vulkane speist. So wachsen seit Jahrmillionen entlang des sogenannten Izu-Bonin-Mariana-Inselbogens Vulkan-Eilande empor. Immer wieder färbt sich das Meer dort schwefelgelb von untermeerischen Eruptionen.

Nun aber ist mal wieder ein Lavaberg so groß geworden, dass er sich übers Meer hebt. Nishino-shima gehört die Zukunft.

Dem Autor auf Twitter folgen:

boj

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Diese neue Insel
Pfaffenwinkel 19.07.2014
wird ein Eldorado für Wisscnschaftler.
2. Neuland
GSchelhase 19.07.2014
Zitat von sysopNASAVor Japan erhebt sich Neuland aus dem Meer. Es hat seine Nachbarinsel einverleibt - und wächst weiter. Das Eiland erzeugt sein eigenes Wetter. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/neue-insel-vor-japan-im-pazifik-nishino-shima-groesser-und-vereinigt-a-981724.html
Ist das nicht dieses Land was Merkel immer gesucht hat? Neuland ist immer gut und hat Internet.
3. Gaspartikel...?!?
ente12345 19.07.2014
Was sind denn jetzt schon wieder Gaspartikel...? Entweder, es ist ein Gas, dann sind es Moleküle (viel viel kleiner als Partikel), oder es sind Partikel (= Feststoff), das ware dann Staub, aber kein Gas. Hier ist wohl eher Staub gemeint, da ein Gas i.d.R. eher schlecht als Kondensationskern geeignet ist. Klappt leider meistens nicht so gut, wenn Journalisten oder Pseudowissenschaftler Artikel für eine Wissenschaftssparte schreiben... ;-)
4. Wieso Japan?
Nachteuie 20.07.2014
Also wenn ich mir die Lage der Insel auf der Karte so anschaue: Die liegt doch klar innerhalb chinesischer Hoheitsgewässer! Oder sind es süd-koreanische Hoheitsgewässer? Oder vielleicht sogar russische Territorialgewässer ? So eine schicke neue Insel kann man doch nicht einfach so den Japanern überlassen....das wäre ja mal was ganz Neues in dieser Region. Bestimmt kommt auch bald ein schlauer sogenannter Wissenschaftler und spinnt sich irgend etwas von "unterseeischen Rohstofflagerstätten" oder "ausgedehnten Gas- und Erdölvorkommen" zusammen um die Sache ein bisschen anzuheizen.....wäre doch gelacht wenn man aus so einem Inselchen nicht noch ne schicke kleine internationale Krise basteln könnte! ;-)
5.
lanzelot72 21.07.2014
Nachteuie - Sie sollten dringend andere Karten verwenden !
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Karte

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: