Plumploris auf Borneo: Neue Primatenart mit giftigem Biss

Große Glubschaugen, markante Gesichtsmaske: Wissenschaftler haben eine neue Primatenart auf Borneo entdeckt. Der nachtaktive Plumplori sieht zwar niedlich aus, wehrt sich aber mit giftigem Biss gegen Feinde.

Neue Plumplori-Art Nycticebus kayan: Niedliches Aussehen, giftiger Biss Zur Großansicht
Shamma Esoof

Neue Plumplori-Art Nycticebus kayan: Niedliches Aussehen, giftiger Biss

Im Hochland der Insel Borneo haben Wissenschaftler eine neue Primatenart entdeckt. Der zur Gattung der Plumploris gehörende Nycticebus kayan ist nachtaktiv und konnte sich vermutlich auch deswegen bis jetzt vor seinen menschlichen Entdeckern verstecken.

Der kleine Primat ist etwa 27 Zentimeter lang und wiegt gut 400 Gramm. Seine auffällige Gesichtsfärbung erweckt den Anschein einer Maske, sie zeigt besonders dunkle Flecken um große runde Augen. Auf dem Kopf tragen die Tiere ebenfalls eine markante, individuell leicht abweichende Färbung.

Wie andere Vertreter seiner Gattung, zählt auch N. kayan zu den wenigen giftigen Säugetieren. Eine Drüse am Ellbogen produziert ein Sekret, das in Verbindung mit Speichel eine Giftwirkung entfaltet. Daher lecken die Loris sich und ihre Jungen zum Schutz vor Feinden ab. Dadurch wird auch ihr Biss giftig.

Zusätzlich zur unbekannten Art identifizierten die Forscher noch zwei weitere Arten anhand der typischen Fellzeichnung im Gesicht. N. bancanus und N. borneanus wurden zuvor für Unterarten des bis dato einzigen bekannten Vertreters der Gattung Plumplori auf Borneo gehalten. Auf einen Schlag unterscheiden Biologen also statt einer nunmehr vier Arten der kleinen Primaten auf der drittgrößten Insel der Welt. Die Entdeckungen hätten gezeigt, dass die Fellzeichnung ein probates Mittel zur Unterscheidung kleiner Primatenarten sei, schreibt das Team um Anna Nekaris von der Oxford Brookes University im "American Journal of Primatology".

Die eng mit den Lemuren verwandten Plumploris sind in Südostasien verbreitet. Ihr niedliches Erscheinungsbild macht sie zu beliebten Haustieren für den illegalen Handel. Da ihr Biss auch beim Menschen zu schmerzhaften Schwellungen führen kann, werden den Loris in Gefangenschaft häufig Zähne gezogen oder abgeschnitten. Überstehen die Tiere diese qualvolle Prozedur, so sterben sie in vielen Fällen an den Folgen einer Infektion, durch den hohen Blutverlust oder weil sie ohne Zähne nicht richtig fressen können.

twn

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