Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Neue Prognose: Forscher warnen vor Erdbeben in New York

Bisher galt New York als vergleichsweise erdbebensicher. Doch eine neue Studie von US-Geologen setzt das Risiko für die US-Metropole nun weit höher an als bisher vermutet. Alle 100 Jahre ist statistisch ein Beben der Stärke 5,0 fällig, warnen die Forscher.

Es wäre ein Schreckensszenario: Die Wolkenkratzer von Manhattans Finanzdistrikt schwankend, tausende Menschen gefangen in den taumelnden Häusern oder Tunneln der Subway, Massenpanik. Ein Erdbeben in New York könnte fatal verlaufen. Bisher galt das Risiko, dass die Metropole von Erdstößen betroffen sein könnte allerdings als äußerst gering.

Empire State Building: Erdbebenrisiko größer als bisher bekannt
DPA

Empire State Building: Erdbebenrisiko größer als bisher bekannt

Eine aktuelle Studie dämpft nun aber das Gefühl der Sicherheit. Tatsächlich, so berichten Forscher um Lynn Sykes von der Columbia University, sei das Erdbebenrisiko für New York signifikant höher als bisher gedacht. Es war bereits bekannt, dass es ein System geologischer Verwerfungen im Umkreis der Stadt gibt. Sykes und seinen Kollegen haben nun weitere Bruchstellen im Gestein entdeckt.

Im Fachmagazin "Bulletin of the Seismological Society of America" beschreiben die Wissenschaftler, dass es im Zeitraum zwischen 1677 und 2006 immerhin 383 Erdbeben in New York und den angrenzenden Gegenden in Connecticut, New Jersey und Pennsylvania gegeben habe. Aus den existierenden Daten, zusammengesammelt aus alten Zeitungen, hätten sie mit einem Computermodell die Verwerfungen in der Erde neuer besser und präziser lokalisieren können.

Eine bisher unbekannte Störungszone zöge sich von Stamford in Connecticut über das Tal des Flusses Hudson. Das ist besonders problematisch, weil sie sich direkt unter dem Atomkraftwerk Indian Point befindet.

Die gute Nachricht ist, dass Beben an der US-Ostküste deutlich seltener stattfinden dürften als im traditionell stark gefährdeten Westen der USA. Doch wenn ein Beben die Ostküste erschüttern sollte, so die Forscher, dann könnten dessen Folgen verheerend sein. Die Gegend werde besonders intensiv genutzt und sei sehr dicht besiedelt.

Sykes und Kollegen gehen davon aus, dass statistisch gesehen alle 100 Jahre ein Beben der Stärke 5,0 oder stärker die Gegend um New York erschüttert. Sollten sich die Erdstöße genau unter dem Stadtzentrum ereignen, drohten bei einem Ereignis dieser Stärke Milliardenschäden. Zumindest Ziegelsteingebäude würden einstürzen, Menschen könnten sterben.

Noch verheerender wären die Folgen bei einem Beben der Stärke sechs (zehnfach stärker wegen der logarithmischen Skala bei der Messung der Erdbebenstärke) oder sieben (einhundertfach stärker). Ein Erdstoß der Stärke sechs müsste statistisch gesehen alle 670 Jahre passieren, ein Beben der Stärke sieben wäre alle 3400 Jahre zu erwarten.

chs

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: