Galapagosinseln Forscher entdecken neue Riesenschildkröten-Art

"Wir schätzen, dass es 250 bis 300 Tiere der neuen Art gibt": Ein Forscherteam ist auf den Galapagosinseln dank eines Gentests auf eine bisher unbekannte Art von Riesenschildkröten gestoßen. Einen Namen gibt es bereits.

REUTERS/Adalgisa Caccone

Ein internationales Forscherteam hat auf den Galapagosinseln eine neue Riesenschildkröten-Art entdeckt. Es handele sich um einige hundert Tiere, teilte das ecuadorianische Umweltministerium mit. Die neue Art habe den wissenschaftlichen Namen Chelonoidis donfaustoi erhalten.

Bislang sind Experten davon ausgegangen, dass die beiden Schildkröten-Populationen auf der Insel Santa Cruz zur gleichen Art gehören. Gentests hätten nun aber gezeigt, dass die Tiere, die im östlichen Teil der Insel leben, einer anderen Spezies angehören, hieß es in der Mitteilung.

"Wir schätzen, dass es 250 bis 300 Tiere der neuen Art gibt", sagte der ecuadorianische Wissenschaftler Washington Tapia. Die von Biologen der US-Universität Yale geleiteten Untersuchungen wurden 2002 in die Wege geleitet, nachdem Forschern die unterschiedliche Panzerform der Riesenschildkröten aufgefallen war.

Namenspate aus Ecuador

Wie das Magazin "Nature" schreibt, soll mit dem Name der neuen Riesenschildkröten-Art, Chelonoidis donfaustoi, an einen ehemaligen Mitarbeiter des Nationalparks erinnert werden: Fausto Llerena Sánchez, bei Freunden und Kollegen bekannt als Don Fausto.

Er habe den Schildkröten "sein Leben gewidmet", zitiert das Magazin die Yale-Biologin Adalgisa Caccone - sie hat die Untersuchungen geleitet. Alle anderen Schildkröten-Arten seien von Wissenschaftlern nach Wissenschaftlern oder Entdeckern benannt worden, sagte sie demnach. "Aber keine Art wurde nach einer Person aus Ecuador benannt." Die Studie über die neu entdeckte Art wurde nun in der Online-Fachzeitschrift "Plos One" veröffentlicht.

Mit der neuen Entdeckung steigt die Zahl der bekannten Unterarten der Riesenschildkröten auf den Galapagosinseln auf 15, vier von ihnen sind aber bereits ausgestorben.

Die Galapagosinseln, ein isoliert im Pazifik gelegenes Archipel, beherbergen weltweit die größte Zahl an endemischen Arten - also Arten, die nur dort vorkommen. Den britischen Naturforscher Charles Darwin brachten die Arten der Inseln auf seine Evolutionstheorie. 1979 wurde die Inselgruppe als Weltnaturerbe eingestuft.

Chelonoidis-donfaustoi-Schildkröte mit ihrem Namenspaten Fausto Llerena (r.)
AFP/DPNG

Chelonoidis-donfaustoi-Schildkröte mit ihrem Namenspaten Fausto Llerena (r.)

aar/AFP/AP



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