Neue Tierart Biologen entdecken vegetarischen Riesen-Waran

Auf den Philippinen haben Forscher eine neue Waran-Art gefunden. Die schwarz-gelb gefleckte Echse wird bis zu zwei Meter lang und lebt seit langem isoliert von Verwandten. Die Männchen verfügen über eine wundersame Anatomie, denn sie können zwei Penisse im Wechsel benutzen.

Varanus bitatawa: Die Echse ernährt sich von Pflanzen
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Varanus bitatawa: Die Echse ernährt sich von Pflanzen


London - Es gibt immer noch viele Tierarten auf der Erde zu entdecken. Meist sind diese jedoch von eher kleiner Statur. Dass es auch anders geht, beweist nun ein internationales Forscherteam um Rafe Brown von der University of Kansas: Ein 2009 auf der philippinischen Insel Luzón von einem Jäger erlegter männlicher Waran unterscheidet sich nämlich deutlich von den bislang bekannten Grays-Waranen.

So zeigte er als auffälligstes Unterscheidungsmerkmal eine schwarz und goldgelb gefleckte Rückenzeichnung. Deshalb analysierten die Forscher das Erbgut der neuentdeckten Echse und fanden zu ihrem Erstaunen heraus, dass sich die DNA stark von der DNA der bisher bekannten Echsen unterscheidet. Sie gaben dem Waran den Namen Varanus bitatawa. Bitatawa wird er bereits von den Ureinwohnern der Insel genannt, denen das Tier bereits seit langem bekannt war, wie sich nun herausstellte.

Die Waran-Männchen sind mit einem doppelten Penis ausgestattet und können die beiden Geschlechtsorgane abwechselnd nutzen. Varanus bitatawa wird bis zu zwei Meter lang und ernährt sich vorwiegend von Früchten - anders als die meisten anderen Waran-Arten. Im Gegensatz zum Grays-Waran kommt Varanus bitatawa nur im nördlichen Teil der Insel vor, wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Biology Letters" berichten. Wahrscheinlich verlässt er kaum die noch weitgehend unerforschten Wälder. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass er erst jetzt als neue Spezies identifiziert wurde.

Von seinen Verwandten im südlichen Teil der Insel ist die Echse durch drei unbewaldete Flusstäler getrennt. Diese natürliche Grenze ist wahrscheinlich vor langer Zeit entstanden und hat dazu geführt, dass aus einem gemeinsamen Vorfahren zwei unterschiedliche Arten - nämlich der Grays-Waran und der neu entdeckte Varanus bitatawa - entstanden sind.

Die Entdeckung des Warans macht deutlich, dass die artenreiche Natur der Philippinen immer noch zu einem großen Teil unerforscht ist. Die auffällige Echse Varanus bitatawa könnte eine sogenannte Flaggschiffart sein, meinen die Wissenschaftler - also eine besonders attraktive Art, mit der sich Werbung für Natur- und Artenschutz machen lässt, in diesem Fall für den Schutz der Wälder auf der Insel Luzón.

hda/dpa/afp



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