Neue Vogelart: Forscher entdecken Rotschopf in Millionenstadt

Neu in der Stadt: Dieser kürzlich als neue Art identifizierte Rotschopf fühlt sich in den feuchten Flutebenen Phnom Penhs sichtlich wohl Zur Großansicht
AFP/ Birdtour Asia/ James Eaton

Neu in der Stadt: Dieser kürzlich als neue Art identifizierte Rotschopf fühlt sich in den feuchten Flutebenen Phnom Penhs sichtlich wohl

Phnom Penh hat offiziell einen neuen Bewohner: Forscher haben in der Stadt eine bisher unbekannte Vogelart entdeckt. Der Winzling mit der roten Haube wurde wohl bislang verwechselt. Damit beheimatet Kambodscha mindestens zwei sehr seltene Vogelarten.

Phnom Penh – Er ist winzig, hat ein dezentes graues Federkleid und sorgt derzeit in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh für Aufregung: der Kambodschanische Schneidervogel (Orthotomus chaktomuk). Am Rande der Großstadt haben Wissenschaftler der Wildlife Conservation Society (WCS) diese Vogelart neu entdeckt.

Ihre Entdeckung stellten die Forscher am Mittwoch in der Zeitschrift "Forktail" vor. Der kleine Schneidervogel hat mit einer Körperlänge von etwa zehn Zentimetern die Größe eines Zaunkönigs. Er trägt ein überwiegend graues Gefieder mit einer braun-roten Haube sowie einer schwarzen Kehle. Sein Lebensraum ist das Gestrüpp feuchter Flutebenen, auch innerhalb der Stadtgrenze von Phnom Penh mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern.

Mit nahem Verwandten verwechselt

Neben Orthotomus chaktomuk komme nur noch eine weitere Vogelart ausschließlich in Kambodscha vor, schreiben die Forscher. Der Kambodschanische Häherling (Garrulax ferrarius) konnte bisher nur in den abgelegenen Kardamombergen im Südwesten des Landes beobachtet werden.

"Eine neue Vogelart zu finden, ist immer besonders, aber eine so nahe an meinem Zuhause und dem von Millionen Menschen zu entdecken, das ist besonders außergewöhnlich", sagt Simon Mahood von der Wildlife Conservation Society. Er hat auch untersucht, warum der kleine Schneidervogel der Wissenschaft noch nicht früher aufgefallen ist: Orthotomus chaktomuk war wohl oft mit einem Verwandten ähnlichen Aussehens verwechselt und deshalb nie genauer unter die Lupe genommen worden.

Ab sofort unter Beobachtung

Mahood geht davon aus, dass der Vogel weit verbreitet ist, obwohl sein Lebensraum bedroht ist: "In den Gebieten, wo wir den Kambodschanischen Schneidervogel beobachtet haben, kommt er zahlreich vor." Dennoch warnen die Experten in ihrer Veröffentlichung davor, dass der Lebensraum des Vogels in Zukunft schrumpfen werde. Er solle deshalb als leicht bedroht betrachtet werden.

"In Asien gibt es unglaublich viele verschiedene Vogelarten. Doch diese Vielfalt wird zunehmend durch große Bauprojekte und illegale Jagd bedroht", sagt Steve Zack von der WCS. Mehr Forschung sei nötig, um die Verbreitung der neuen Vogelart zu erfassen und ihre ökologischen Bedürfnisse zu erkennen. Nur so könne geklärt werden, ob der Kambodschanische Schneidervogel auf besondere Schutzmaßnahmen angewiesen sei.

dal/AP

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1. Doch etwas größer
artusdanielhoerfeld 27.06.2013
"...Phnom Penh mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern." Es sind lt. Wikipedia 2,3 Mio. Einwohner. https://en.wikipedia.org/wiki/Phnom_Penh
2. unter Pol Pot
jan-gemüsehauerr 27.06.2013
hiess dieser Possierliche Vogel übrigens "Roter Khmerling".
3. Kryptozoologie
Pless1 27.06.2013
... kann durchaus eine echte Wissenschaft sein. Unweit dieses Vögelchens hat man vor gerade mal 20 Jahren sogar ein zuvor nicht beschriebenes Wildrind entdeckt. Dass sich Arten auch in anderen, nah verwandten Arten verbergen können hat sich erst kürzlich bei der Entdeckung einer Affenart in Afrika gezeigt, die ebenfalls bisher nur nicht als eigene Art erkannt worden war.
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