Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Neuer Report: Öl könnte schon ab 2020 knapp werden

Die Ölvorräte der Welt sind endlich, niemand aber weiß, wann das globale Ölfördermaximum erreicht sein wird. Britische Wissenschaftler haben nun in einem neuen Report den Zeitpunkt des Peak Oil beziffert: Im Jahr 2020 schon könnte das Öl knapp werden.

Ölförderung in China: "Bis zum Jahr 2030 ist es nicht mehr lange" Zur Großansicht
DPA

Ölförderung in China: "Bis zum Jahr 2030 ist es nicht mehr lange"

Wann ist das weltweite Fördermaximum beim Öl, der sogenannte Peak Oil erreicht? Nichts Genaues weiß man, die ölfördernden Staaten halten sich bedeckt mit Aussagen über ihre Ölmengen.

Der Peak Oil gilt als kritischer Punkt. Ist er erreicht, fallen die Förderraten, bei gleichzeitig immer weiter steigendem Bedarf. Experten befürchten eine Verknappung des Rohstoffs und ein dramatisches Ansteigen des Ölpreises - mit massiven Auswirkungen für die gesamte Weltwirtschaft.

Nun hat das britische UK Energy Research Centre (UKERC) in einem neuen Report den möglichen Zeitpunkt des Peak Oil beziffert: Nach Ansicht der Experten könnte es schon im Jahr 2020 soweit sein, dass das Maximum der konventionellen Ölförderung - also die Förderung ohne Ölsande und -schiefer - erreicht ist. In jedem Fall werde der Peak Oil mit großer Wahrscheinlichkeit vor dem Jahr 2030 eintreten.

500 Studien hatte das UKERC für den Report ausgewertet, in industriellen Datenbanken recherchiert und verschiedene weltweite Vorhersagen verglichen. Damit bestätigt der UKERC-Report die Vorhersage der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aus dem Jahr 2007. Die hatte in ihrer Peak-Oil-Prognose ebenfalls das Jahr 2020 genannt. Auch die Internationale Energieagentur IEA warnte im selben Jahr vor Versorgungsengpässen, allerdings schon ab dem Jahr 2015.

"Die Datenlage ist unzuverlässig"

Steve Sorrell, Forscher am UKERC hat den Report federführend verfasst. Sein Fazit: "Wir sind der Ansicht, dass Vorhersagen, die das konventionelle Ölfördermaximum nach dem Jahr 2030 sehen, bestenfalls optimistisch, schlechtestenfalls unglaubwürdig sind."

Zugleich mahnt Sorrell an, schnellstens Alternativen zum Öl zu suchen. "Bis zum Jahr 2030 ist es nicht mehr lange." Seine Hauptsorge sei, dass steigende Ölpreise womöglich die Weiterentwicklung anderer klimaschädlicher fossiler Energieträger befördern könnte.

In dem Report werden zwar optimistischere Szenarien zur Höhe der globalen Ölressourcen bestätigt. Das Problem jedoch, das die Forscher sehen: Ein großer Teil der Vorkommen befindet sich in kleinen und schlecht zugänglichen Ölfeldern. Eine Förderung dieses Öls wird nur langsam erfolgen und teuer sein.

Ein genaues Jahr benennen können und wollen die Forscher jedoch nicht: "Es macht nicht viel Sinn, eine präzise Vorhersage des Peak Oil zu machen - die Datenlage ist unzuverlässig und es müssen viele Faktoren berücksichtigt werden." Zudem glaube er nicht an einen klar umrissenen Peak als vielmehr an ein hügeliges Plateau in der Förderkurve.

"Wir können jedoch sagen, dass sich das Zeitfenster rasch verengt", so Sorrell. "Die Folgen der Ölverknappung werden stark davon abhängen, wie die Regierungen darauf reagieren werden und wie hoch die Investitionen in neue Technologien ausfallen."

lub

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Erdöl: Reserven, Ressourcen, Förderung, Raffinerien


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: