Tongariro: Ausbruch ließ neue Öffnungen in Vulkan entstehen

Sein überraschender Ausbruch hat dem neuseeländischen Vulkan Tongariro einigermaßen zugesetzt. Wissenschaftler fanden bei einem Überflug mehrere dampfende Löcher, die es zuvor noch nicht gegeben hatte. Die Vorhersage weiterer Ausbrüche ist schwierig.

Nach dem Ausbruch: Turbulenter Tongariro Fotos
Getty Images

Wellington - Jahrzehntelang hatte er geschlummert, dann meldete sich der Vulkan Tongariro in Neuseeland Anfang der Woche wieder zurück. Nun sehen Forscher, was die Eruption mit dem Berg angestellt hat: Mindestens drei neue Öffnungen sind bei dem Ausbruch entstanden. Daraus seien am Mittwoch Dampfwolken aufgestiegen, berichteten Vulkanologen.

Das Institut für Geo- und Nuklearwissenschaft nutzte eine Wetteraufhellung am Morgen für einen Überflug. "Man konnte aktive Dampflöcher an einem neuen Krater unterhalb des höheren Te-Mari-Kraters sehen", berichtete Vulkanologe Michael Rosenberg später. "Die seismische Aktivität war niedrig, aber das sagt nichts über Prognosen weiterer Eruptionen aus."

Bei dem Ausbruch in der Nacht zu Dienstag waren heiße Geröllbrocken mit bis zu einem Meter Durchmesser in die Luft geschleudert worden. Dabei handelte es sich um alte Lavabrocken, die beim Aufprall kleine Krater hinterließen, berichtete Rosenberg. Die Brocken seien bis zu zwei Kilometer weit geflogen, einer habe eine leere Wanderhütte beschädigt.

In der Umgebung des Vulkans ging Ascheregen nieder. "Die Eruption hat keinen Schlammstrom ausgelöst", sagte Rosenberg. Die Aschewolke bedeckte 375 Quadratkilometer und behinderte den Flugverkehr. Rosenberg beobachtete auch Gesteinsbrocken, die sich außerhalb des Kraters gelöst hatten. "Das ist ein Zeichen, dass der Boden bei dem Ausbruch heftig gebebt hat."

Das Tongariro-Vulkangebirge ist vermutlich seit 300.000 Jahren aktiv, erklärte Rosenberg. Bei mindestens fünf Kratern entlang einer 7,5 Kilometer langen Nord-Süd/Südwest- Linie seien historisch Ausbrüche belegt. Aus dem Te-Mari-Krater im äußersten Norden wurde zuletzt 1897 Asche und Geröll geschleudert. Aus einem anderen Krater soll 1926 Asche aufgestiegen sein, doch seien die Angaben nie bestätigt worden.

Womöglich kam die Wolke aus dem Ngauruhoe-Krater weiter im Süden. Er liegt auch im Tongariro- Massiv, gilt aber als eigener Vulkan, weil er sich aus einem separaten Magma-Reservoir speist. Er war in den siebziger Jahren aktiv.

Nach Angaben des Geo-Instituts ist 24 Stunden nach dem Tongariro ein zweiter Vulkan aktiv geworden, und zwar auf White Island rund 225 Kilometer weiter nördlich. Der Vulkan liegt rund 48 Kilometer vor der Küste im Meer. "Die Kraterrandkamera war heute Morgen mit Schlamm und Asche bespritzt, da hat es also offenbar auch einen Rülpser gegeben", schrieb Craig Miller auf der Webseite des Instituts. "Die Wolke über dem Kratersee war dunkler, womöglich, weil mehr Asche darin ist."

chs/dpa

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Neuseeland: Mount Tongariro spuckt Geröll und Asche