Massensterben Neuseeland warnt vor explodierenden Walkadavern

Mehr als 600 Wale sind in Neuseeland gestrandet, Hunderte sind verendet. Die Kadaver könnten nun zur Gefahr werden - sie drohen zu explodieren.

REUTERS/TVNZ

Es ist eines der schlimmsten Walsterben in der Geschichte Neuseelands: Mehr als 660 Tiere wurden an der Küste des Landes angespült, Hunderte starben. Ihre Kadaver liegen nun am Strand der Landzunge Farewell Spit. Die dortigen Behörden haben jetzt vor der Explosion der toten Tiere gewarnt.

Damit die Fäulnisgase entweichen können, haben Mitarbeiter Löcher in den Körper von etwa 300 Walen geschnitten. Dazu seien Messer, aber auch etwa zwei Meter lange Metallnadeln eingesetzt worden, so die Behörde. Einige Tiere seien bereits wie Luftballons aufgequollen. "Derzeit ist der Abschnitt mit den Kadavern für die Öffentlichkeit gesperrt, da Explosionsgefahr besteht", erklärte die Naturschutzbehörde. Vermutlich wird es Monate dauern, bis die Tiere komplett verwest sind.

Am Samstag waren erneut mehr als 200 Wale an Land geschwommen. Nach den Rettungsbemühungen um die Tiere sind am Montag keine weiteren Grindwale mehr gestrandet. Wildhüter hätten bei Kontrollen der betroffenen Küstenabschnitte entlang Farewell Spit im äußersten Norden der Südinsel keine neuen Wale entdeckt, teilte die Naturschutzbehörde mit.

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Neuseeland: Walsterben am Farewill Spit

Die ersten 416 Grindwale waren am Freitag an der Landzunge in der Golden Bay gestrandet. Am Wochenende konnte zumindest ein Teil der Tiere gerettet werden. Mit der Unterstützung von Hunderten Helfern gelangten mehr als 200 Wale zurück ins Meer.

Warum die Tiere die Orientierung verloren haben, ist unklar. Möglicherweise folgen sie einem verirrten oder kranken Tier in seichtes Gewässer. Die am Samstag gestrandete Grindwal-Gruppe reagierte womöglich auf Rufe ihrer Artgenossen, wie Daren Grover von der an der Rettung beteiligten Tierschutzgruppe Project Jonah sagte.

Die Naturschutzbehörde schließt zudem nicht aus, dass die Wale aus Angst vor Haien ins seichte Wasser geschwommen sein könnten. Vor Farewell Spit gebe es Weiße Haie, und an einem der verendeten Wale seien Bisswunden entdeckt worden, sagte der Behördenvertreter Mike Ogle dem Sender Radio New Zealand.

Grindwale - auch Pilotwale genannt - werden bis zu acht Meter lang. Männliche Tiere erreichen ein Gewicht von bis zu drei Tonnen. Die Säuger bevorzugen gemäßigte und kalte Gewässer. Auf der Südhalbkugel sind sie in allen Ozeanen zu finden, auf der Nordhalbkugel nur im Atlantik.

Die größte Massenstrandung von Grindwalen in Neuseeland gab es 1918, als auf der abgelegenen Insel Chatham tausend Säuger antrieben. 1985 strandeten 450 Grindwale in Auckland. An der Landzunge Farewell Spit, die rund 150 Kilometer westlich der Touristenstadt Nelson liegt, hat es in den vergangenen zehn Jahren mindestens neun Massenstrandungen von Walen gegeben.

joe/Reuters/AFP



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