Nordeuropa Warmer Atlantik sorgt für Regensommer

Regen, Regen und noch mehr Regen: Europas Sommer der vergangenen Jahre waren meist frustrierend. Eine Studie besagt jetzt, dass langjährige Schwankungen der Temperatur des Atlantiks verantwortlich sind - und dass Besserung nicht in Sicht ist.

dapd

Besonders kalt waren die Sommer in Nordeuropa zuletzt nicht, dafür aber gab es eines im Überfluss: Wasser von oben. Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass sich die Regenmassen offenbar zumindest zum Teil auf den wärmeren Nordatlantik zurückführen lassen.

Rowan Sutton und Buwen Dong von der britischen University of Reading haben Klimadaten aus Europa und dem Atlantik über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren analysiert. Dabei habe sich herausgestellt, dass das Wetter eng mit der Oberflächentemperatur des Ozeans zusammenhängt, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Geoscience".

Das zugrunde liegende Phänomen ist die sogenannte Atlantische Multidekaden-Oszillation (AMO): Die Temperatur des Nordatlantiks wechselt zwischen kalten und warmen Phasen, die jeweils etwa 20 bis 30 Jahre andauern. Frühere Studien kamen bereits zu dem Ergebnis, dass diese Schwankungen mit der Veränderung in der Stärke von Hurrikanen zusammenfallen.

Ungewöhnlich nasse Sommermonate

Laut Sutton und Dong übt die AMO auch einen maßgeblichen Einfluss auf das europäische Wetter aus: Ist es warm, steigen in Nordeuropa im Sommer die Niederschlagsmengen, während es im Mittelmeerraum heißer und trockener wird. Mit modernen Klimamodellen hat das Forscherduo nach eigenen Angaben sichergestellt, dass es sich nicht um reinen Zufall handelt, sondern dass die Atlantik-Temperaturen tatsächlich eine der Ursachen für die Regensommer in Nordeuropa sind.

In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre ist der Nordatlantik wieder in eine Warmphase eingetreten; das Wasser ist derzeit etwa so warm wie in den fünfziger Jahren. Wie damals kam es auch 2012 zu starken Regenfällen in Europa. Großbritannien etwa erlebte den nassesten Sommer seit rund 100 Jahren, auch in Deutschland lag die durchschnittliche Regenmenge nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes mit 263 Litern pro Quadratmeter rund zehn Prozent über dem Soll.

Für die regengeplagten Nordeuropäer haben Sutton und Dong eine gute und eine schlechte Nachricht parat. Die gute: Die Meerestemperaturen können sehr schnell wieder zurückgehen, wie der letzte Wechsel zu einer Kaltphase Anfang der sechziger Jahre gezeigt habe. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass sich dann auch das Klima in Europa rapide ändern würde, wenn auch in unbekanntem Umfang", schreiben die Wissenschaftler.

Die schlechte Nachricht: Wann das passieren wird, weiß niemand. Da die aktuelle Warmphase aber erst in den späten neunziger Jahren begonnen hat, sollte sich Nordeuropa wohl nicht allzu schnell auf eine Serie von Bilderbuchsommern vorbereiten.

mbe



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Seite 1
querulant_99 08.10.2012
1.
Zitat von sysopdapdRegen, Regen und noch mehr Regen: Europas Sommer der vergangenen Jahre waren meist frustrierend. Eine Studie besagt jetzt, dass langjährige Schwankungen der Temperatur des Atlantiks verantwortlich sind - und dass Besserung nicht in Sicht ist. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/nordeuropa-warmer-atlantik-sorgt-fuer-regensommer-a-860102.html
Das ist doch optimal! Die Landwirte brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass ihnen die Ernte vertrocknet, und wer Urlaub hat, fährt eh ans Mittelmeer. Dort gibt's Sonne satt.
marthaimschnee 08.10.2012
2.
Zitat von sysopdapdRegen, Regen und noch mehr Regen: Europas Sommer der vergangenen Jahre waren meist frustrierend. Eine Studie besagt jetzt, dass langjährige Schwankungen der Temperatur des Atlantiks verantwortlich sind - und dass Besserung nicht in Sicht ist. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/nordeuropa-warmer-atlantik-sorgt-fuer-regensommer-a-860102.html
Also jetzt mal ganz im Ernst: Wollt ihr mich verarschen? Die Wetteraufzeichnungen meiner Mutter für die letzten 3 Jahre zeigen für das südliche Sachsen Anhalt 1 relativ normales und zwei überdurchschnittlich trockene Sommer! Und der aktuelle liegt bei der Regenmenge auch schon wieder 1/3 unter dem Schnitt.
fuzzi-vom-dienst 08.10.2012
3.
Zitat von marthaimschneeAlso jetzt mal ganz im Ernst: Wollt ihr mich verarschen? Die Wetteraufzeichnungen meiner Mutter für die letzten 3 Jahre zeigen für das südliche Sachsen Anhalt 1 relativ normales und zwei überdurchschnittlich trockene Sommer! Und der aktuelle liegt bei der Regenmenge auch schon wieder 1/3 unter dem Schnitt.
Verehrte Mitforistin! Meines Wissens liegt Sachsen-Anhalt in Mitteleuropa und nicht in Nordeuropa! Für dort kann ich leider die Aussagen nur bestätigen. Wir haben es sowohl in 2011 als auch in 2010 so wüst erlebt, dass wir unsre Urlaube abbrachen. 2010 fuhren wir dann nach Westfrankreich - und erlebten dort den nassesten Sommer seit Menschengedenken. Wir in Zentraleuropa bilden da wohl eine Art Insel zwischen dem immer trockeneren Süden und dem patschnassen Norden. 2008 kam im Norden noch dazu, dass es damals der kälteste Sommer seit 15 Jahren war. Zu den Regenmengen in Südhessen kann ich Ihnen sagen, dass wir 2010 15 % ÜBER dem Durchschnitt lagen und 2011 20 % DRUNTER. Derzeit liegen wir mit etwa 10 % im Minus. Was der Bericht leider nicht sagt: Wir leben noch immer in einem Sonnenflecken-Minimum und das korreliert auch ein wenig mit dem Wetter!!
snickerman 08.10.2012
4. ach sie nu wieder...
Zitat von marthaimschneeAlso jetzt mal ganz im Ernst: Wollt ihr mich verarschen? Die Wetteraufzeichnungen meiner Mutter für die letzten 3 Jahre zeigen für das südliche Sachsen Anhalt 1 relativ normales und zwei überdurchschnittlich trockene Sommer! Und der aktuelle liegt bei der Regenmenge auch schon wieder 1/3 unter dem Schnitt.
Sie werden es nie begreifen... Der Osten unserer Republik ist bereits aus der Westwindzone raus, die im Sommer die erhöhten Niederschläge mit sich bringt. Zumal Ihr da im Harz-Schatten hängt... Auf Dauer wird es dort auch noch trockener werden.
tmayer 08.10.2012
5. Eine Serie
ziemlich trockener Frühjahrsmonate reißt seit 2007 einfach nicht ab. Und nach einem trockenen und warmen Frühjahr kommt zwangsläufig ein feuchter Sommer. Ein natürlicher Ausgleich, um den Mittelwert zu erreichen.
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