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Nordhalbkugel: Der Wind macht schlapp

Auf der Nordhalbkugel hat die Kraft der Bodenwinde in den vergangenen 30 Jahren stetig nachgelassen - zu diesem Ergebnis kommen französische Atmosphärenforscher. Sie vermuten unter anderem die wachsende Bebauung hinter der Entwicklung.

Herbstspaziergang (bei Dresden, Oktober 2010): Stärke der Bodenwinde nimmt ab Zur Großansicht
dapd

Herbstspaziergang (bei Dresden, Oktober 2010): Stärke der Bodenwinde nimmt ab

London - Der Wind bläst uns auf der Nordhalbkugel immer schwächer um die Ohren. Um 5 bis 15 Prozent habe seine Stärke in Bodennähe in den vergangenen 30 Jahren nachgelassen, berichten französische Atmosphärenforscher. Ein Teil dieses Effekts könnte auf das Konto steigender Bebauung und Vegetation gehen, schreiben die Forscher im Fachjournal "Nature Geoscience".

Die Stärke der Bodenwinde nehme auf allen Kontinenten der Nordhalbkugel ab, erläutert Robert Vautard vom Forschungszentrum für Klima und Umwelt (LSCE) in Gif-sur-Yvette. Vor allem Windspitzen werden weniger. Die genauen Ursachen dafür sind weiterhin unklar.

Modellberechnungen zufolge könnten allgemeine Veränderungen in der Atmosphäre zwischen 10 und 50 Prozent dieser Abnahme erklären.

Eine weitere große Rolle könnte die zunehmende Abbremsung am Boden spielen. Ganze 25 bis 60 Prozent gehen nach den Rechnungen auf das Konto der Bodenrauheit, einem Index, in den sowohl zunehmende Bebauung als auch mehr Vegetation und Veränderungen der Landwirtschaft eingehen. Gerade Gebiete, in denen dieser Index ansteige, zeigten auch nachlassende Winde, berichtet Vautard. Dazu zählt beispielsweise der Südwesten Russlands, wo bei nachlassender landwirtschaftlicher Nutzung wieder mehr Bäume wachsen.

Die abnehmenden Bodenwinde könnten die Stromproduktion mit Windkraftanlangen zumindest an Land beeinträchtigen, befürchten die Forscher - allerdings ist diese Abnahme in der Höhe heutiger Windräder deutlich geringer als am Boden.

hen/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Und da sie nur vermuten,
Gandhi, 17.10.2010
Zitat von sysopAuf der Nordhalbkugel hat die Kraft der Bodenwinde in den vergangenen 30 Jahren stetig nachgelassen - zu diesem Ergebnis kommen französische Atmosphärenforscher. Sie vermuten unter anderem die wachsende Bebauung hinter der Entwicklung. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,723598,00.html
werden die Kreationisten feststellen, dass die Bodenwinde auch in der Vergangenheit schon unterschiedlich fest geblasen haben. Mit anderen Worten: es hat nichts mit menschlichen Aktivitaeten zu tun, alles liegt in eines Gottes Hand.
2.
Mansour, 17.10.2010
Zitat von Gandhiwerden die Kreationisten feststellen, dass die Bodenwinde auch in der Vergangenheit schon unterschiedlich fest geblasen haben. Mit anderen Worten: es hat nichts mit menschlichen Aktivitaeten zu tun, alles liegt in eines Gottes Hand.
Wenn Sie Gott mit der Natur gleichsetzen geben, dann gebe ich Ihnen sicherlich Recht. ;-) Winde waren in der Vergangenheit sicherlich mal mehr oder weniger stark. Gerade in England(GB) waren die Winde auch mal schwächer, aber dann kamen so tolle Leute und meinten viele Schiffe und Böötchen bauen zu müssen. Folglich wurde alles geholzt. Windmessungen gab es damals freilich nicht, umso größer das Staunen das die Winde sich jetzt, bei Neupflanzungen, anders verhalten. Ist schon Fazinierend die Natur, gell? Gruß, Mansour
3. Hat denn diese Natur
Gandhi, 17.10.2010
Zitat von MansourWenn Sie Gott mit der Natur gleichsetzen geben, dann gebe ich Ihnen sicherlich Recht. ;-) Winde waren in der Vergangenheit sicherlich mal mehr oder weniger stark. Gerade in England(GB) waren die Winde auch mal schwächer, aber dann kamen so tolle Leute und meinten viele Schiffe und Böötchen bauen zu müssen. Folglich wurde alles geholzt. Windmessungen gab es damals freilich nicht, umso größer das Staunen das die Winde sich jetzt, bei Neupflanzungen, anders verhalten. Ist schon Fazinierend die Natur, gell? Gruß, Mansour
auch ueberall dort, wo abgeholzt worden war, wieder aufgeholzt? Ich sehe immer noch so viele baumlose Gegenden vor mir. Ach ja, baumlose Gegenden , die gab es auch schon.
4. reißt alle Häuser höher als 3 m ab
besso 17.10.2010
Mit den kapitalistischen Windbremsen wird versucht, die ökologische Energiewende zu verhindern. Windkraftwerke sollen sich nicht mehr rechnen. Darum sind sofort alle Häuser höher als 3 m abzureißen. Der Wind könnte ungehindert wehen und es würden Millionen Arbeitplätze geschaffen. Gemeinsam in eine ökologische Zukunft. Wählt GRÜN!
5. dr
harald_töpfer 17.10.2010
Ob das die erste "wissenschaftliche" Lobbyarbeit gegen Windkraftwerke ist?
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