Nordpol Müllmenge hat sich in zehn Jahren vervielfacht

Das Meer zwischen Grönland und Spitzbergen vermüllt. Immer mehr Glas und Plastik schwimmt im Wasser - an manchen Stellen 23 Mal so viel wie vor zehn Jahren.

Plastikabfall
DPA/ AWI

Plastikabfall


Verendete Vögel mit Plastikringen im Bauch, Plastiktüten auf der Wasseroberfläche: Tonnenweise Müll sammelt sich im Meer und wird für Tiere zur Gefahr.

Deutsche Forscher haben nun dramatische Zahlen zum Müll am Nordpol vorgelegt - allerdings nicht an der Oberfläche, sondern in der Tiefsee. Die Menge habe sich in den zurückliegenden Jahren deutlich erhöht, teilte das Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) mit.

7000 Einzelfotos

"Unsere Messreihe belegt, dass der Müll in der arktischen Tiefsee in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat", sagte AWI-Biologin Mine Tekman. Sie und ihre Kollegen dokumentierten über Jahre hinweg das Geschehen an zwei Messpunkten am Meeresgrund mit einer ferngesteuerten Tauchkamera auf mehr als 7000 Einzelfotos. Dabei fotografierten sie vor allem Plastik und Glas.

Bei ihrer aktuellen Untersuchung rechneten die Experten aus der Zahl der Sichtungen an den beiden Messpunkten die Belastung pro Quadratkilometer hoch. In den vergangenen Jahren stieg diese im Schnitt steil an. Kamen die Forscher 2011 auf 4959 Müllteile und hielten dies für einen Negativausreißer, waren es 2014 bereits 6333.

Belastung fast so hoch wie im Mittelmeer

Die Hochrechnung an dem nördlicheren der Kontrollpunkte im Randbereich des arktischen Meereises ergab demnach eine noch viel dramatischere Steigerung von 346 Müllteilen 2004 auf 8082 Müllteile 2014 - ein Faktor 23.

Die Belastung an dieser Stelle sei fast genau so hoch wie im Cap de Creus-Canyon im Mittelmeer, in dem die bislang höchste Mülldichte am Meeresboden überhaupt gemessen worden sei, berichteten die Experten des Bremerhavener Instituts, die das Ergebnis ihrer Beobachtung nun in der Zeitschrift "Deep-Sea Research Part I" veröffentlichten.

Wie der Müll an den Nordpol kommt, ist unklar. Unbestritten sei, dass der Golfstrom Müll aus dem südlicheren Atlantik heranbringe, betonten sie. Denkbar sei allerdings auch, dass treibendes Eis eine Rolle spiele. So beobachteten sie einen Zusammenhang zwischen Mülldichte und Ausdehnung des Meereises im Sommer. Eventuell treibt Unrat mit dem Eis und wird beim Abschmelzen freigesetzt.

sep/AFP



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lupo44 08.02.2017
1. das ist eine riesen Schweinerei und müsste sehr hart bestraft werden....
wenn die oder der Verursacher ermittelt wurde.Das ist bewußter Raubbau an der Menschheit und vor allen Dingen an der Tierwelt. Es steht doch eindeutig fest das hier die Müllmafia am Werke ist und nicht "TLieschen Müller " vom Prenzlauer Berg. Das will man uns weißmachen um irgend welche Gebühren oder Strafgelder zu verhängen gegenüber der Bevölkerung. Hier wird Müll entsorgt von den Müllentsorgern die dafür Geld bekommen um die Millionen Tonnen von Müll zu entsorgen in Form von wirlich teurer Vernichtung.Um diese Kosten einzusparen werden Mittel und Wege gesucht um sich zu bereichern und das unentdeckt.Da sollten mal gerade die Grünen ein Programm entwickeln im europäischen Parlament um diesen Mafia Methoden entgegen zu treten.
pusteblume123 08.02.2017
2.
Ich habe den Artikel mit großer Traurigkeit gelesen. Das ist schlimm. Da ist noch viel Aufklärungsarbeit weltweit nötig, um eine Verhaltensänderung auszulösen. Es sind nicht nur die vermeintlich reichen Industrienationen, die aktiv werden müssen. Jeder einzelne von uns muss begreifen, was da passiert und welche Folgen das hat. Niemand kann sich "freikaufen". Auch die Wirtschaft nicht. Wir zerstören die Welt, in der wir leben. Der Mensch ist intelligent?
surgeon 08.02.2017
3. Seit Jahren ist es so !
Und nichts wird getan ! Man sieht auch in deutschen Mülltonnen, was alles weggeworfen wird. Irre oft, gerade von armen Leuten ! Man kann viele Dinge mehrfach verwenden, reparieren etc pp Aber so lange die Religion der Welt das Wirtschaftswachstum ist, wird es wohl kaum besser werden. Wieso muss eine Wirtschaft immer wachsen ?? Es reicht doch wohl mal, ein gewisses Maß und gut ist es !
spiegelleser987 09.02.2017
4.
Die Verursacher sind seit einigen Jahren bekannt. Die werden von heutigen Forschern nicht mehr erwähnt. Es wird auch nicht mehr untersucht. Die wollen wieder mal den Deutschen einreden, dass die die Verursacher wären. So werden zusätzliche Gebühren erzeugt. Der Spiegel hatte schon mal darüber berichtet: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/interaktive-weltkarte-wo-der-plastikmuell-herkommt-a-1018215.html Wer ist der größte Verursacher? Da gibt es mehrere. Seit Jahren ist bekannt, dass die Malediven Müll nicht entsorgen sondern ins Meer werfen. http://www.reisen-malediven.eu/de/malediven/umwelt/abfall_abwasser.html Auch China und andere Länder werfen Müll direkt ins Meer. Von Deutschland gelangen nur 2% ins Meer. Das hat aber völlig andere Ursachen. Diese Woche konnten wir es im Fernsehen erfahren, dass manchmal Netze der Fischer kaputt gehen und im Meer bleiben. Da kann niemand bisher hinterherschwimmen, um das Netz zu suchen. Auch z.B. aus Frankreich gelangt zufällig Plastikmüll ins Meer. Das sind auch keine Pastiktüten. Das sind Teile aus Kläranlagen, die das Wasser reinigen. http://www.vdi-nachrichten.com/Technik-Wirtschaft/Ausgerechnet-Klaeranlagen-spuelen-Plastik-Meer-Nr-43
spiegelleser987 09.02.2017
5.
Ein paar Ursachen habe ich gerade genannt. Aber nun kommt es noch härter. Der Papiermüll nimmt explosionsartig zu. Real hat die Plastiktüten durch Papiertüten ersetzt. Die müssten entsprechend Umweltindex fünfmal und Plastiktüten nur dreimal benutzt werden. Das haben Umweltforscher vor einigen Jahren ermittelt. Nun geht es los. Meine erste Papierüte war unterwegs immer mehr gerissen. Ich habe es vor zwei Wochen mit der ersten Papiertüte gerade mal bis zur Wohnungstür geschafft. Auf dem Hinterhof quellen die 5 Papiertonnen jetzt schneller über. Nun liegen dort viele Tüten von Real und anderen. Schon am Tag nach der Entleerung sind die Tonnen voll. Nach einer Woche liegen massenhaft Kartons und Tüten ringsrum. Die zwei gelben Tonnen waren nach einer Woche gerade mal so gefüllt, meist mit Luftblasen. Bei Papier- und Stoffbeuteln gibt es bei Regen den DDR Effekt: Brot einkaufen und sofort wegwerfen. Die Alternative: mit dem Dieselauto ( ;-))) einkaufen fahren. Die Plastiktüten habe nicht nur ich mehrmals benutzt. Ohne die im Dez. angelegte Sammlung könnte ich keine Getränke hier im Nachbarladen kaufen. Deren Tüten verkraften nur drei Flaschen. Die Jutebeutel will ich nicht.Jute wächst nur in warmen Ländern und braucht viel Wasser. Erdöl ist zur Herstellung auch erforderlich und landet dann im Grundwasser. 2011 hat Juteproduktion Hungersnot in Bangladesh verursacht. Deshalb gab es das Exportverbot. Ein Jahr später wurde der Export in begrenzten Mengen wieder erlaubt. Aber wer will das schon wissen?
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