Nordpolarmeer Arktis-Länder beschließen Fischereiverbot

Wegen des Klimawandels könnte das Nordpolarmeer schon bald im Sommer eisfrei sein. Zum Schutz der Natur soll kommerzieller Fischfang aber verboten werden. Das haben die sechs Anrainer-Staaten beschlossen.

Arktisches Meereis: Kommerzieller Fischfang nicht erlaubt
DPA/ Alfred-Wegener-Institut/ Stefan Hendricks

Arktisches Meereis: Kommerzieller Fischfang nicht erlaubt


Die Anrainer der Arktis haben sich auf ein Fischfangverbot in den Gewässern rund um den Nordpol geeinigt. Die USA, Russland, Kanada, Dänemark für Grönland und Norwegen unterzeichneten am Donnerstag in Oslo ein entsprechendes Abkommen, wonach die kommerzielle Fischerei in einer 2,8-Millionen-Quadratkilometer-Zone verboten ist.

Der Arktische Ozean, auch Nordpolarmeer genannt, könnte in Zukunft wegen des Klimawandels eisfrei werden - zumindest den Sommer über. Forscher haben in den vergangenen Jahren beobachtet, dass die vom Eis bedeckte Fläche immer stärker zurückgegangen ist.

"In naher Zukunft" sei zwar nicht zu erwarten, dass in den Gewässern Fischfang in industriellem Maßstab möglich ist, erklärte das norwegische Fischereiministerium. "Doch wir müssen die Entwicklung genau beobachten." Die Anrainer hätten daher auch eine Zusammenarbeit in der Forschung beschlossen.

Mehr als 2000 Wissenschaftler hatten bereits 2012 ein Fischereiverbot im Nordpolarmeer gefordert, nachdem eine Reihe von Studien vorausgesagt hatte, dass das Eis dort in den kommenden Jahrzehnten im Sommer komplett auftauen könnte. Laut dem Pew-Forschungszentrum aus den USA waren im September 2012 schon 40 Prozent des zentralen Arktischen Ozeans eisfrei.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace lobte das Abkommen am Donnerstag als "kleinen Schritt" auf dem Weg zum Schutz der Arktis. Sie monierte aber, es sei nicht dauerhaft. Es sei klar, dass die meisten Anrainer nicht den Schutz, sondern die künftige Ausbeutung von Ressourcen im Blick hätten.

Immer weniger Eis am Nordpol

hda/AFP



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insgesamt 14 Beiträge
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deus-Lo-vult 17.07.2015
1.
Na, dann wird eben für wissenschaftliche Zwecke gefischt. Die Japaner können da sicher hilfreich zur Seite stehen.
Larnaveux 17.07.2015
2.
"Wegen des Klimawandels könnte das Nordpolarmeer schon bald im Sommer eisfrei sein. Zum Schutz der Natur soll kommerzieller Fischfang aber verboten werden. Das haben die sechs Anrainer-Staaten beschlossen." Welches sind die sechs Anrainerstaaten? Später werden nur fünf aufgezählt: "Die USA, Russland, Kanada, Dänemark für Grönland und Norwegen unterzeichneten am Donnerstag in Oslo ein entsprechendes Abkommen, wonach die kommerzielle Fischerei in einer 2,8-Millionen-Quadratmeter-Zone verboten ist." Wird Grönland separat gezählt? Dann würde aber Dänemark nicht dazugehören. Oder fehlt also ein Land (Island wird manchmal dazugezählt, wird hier jedoch nicht erwähnt)? Oder aber sind es nur fünf Anrainer?
grosserwolf5 17.07.2015
3. Kleine Zone
Nur 2,8 Mio qm? Erscheint mir recht klein.
Linksruck 17.07.2015
4. Anrainer
Wo hat sich der sechste Staat versteckt?
Beat Adler 17.07.2015
5. Die Fischerboote stoeren die Bohrtuerme
Zitat von deus-Lo-vultNa, dann wird eben für wissenschaftliche Zwecke gefischt. Die Japaner können da sicher hilfreich zur Seite stehen.
Die Fischerboote stoeren die Bohrtuerme fuer Erdoel -und Erdgasfoerderung. Beides gleichzeitig ist schwer zu organisieren;-)
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