Nordsee Briten wollen gestrandeten Pottwal retten

Es werden immer mehr: Auch an der britischen Küste ist erneut ein Wal gestrandet - noch lebt das Tier. Die ersten Kadaver in Schleswig-Holstein wurden dagegen bereits verladen.

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Noch soll der Pottwal an der britischen Ostküste atmen, doch Biologen sind skeptisch, das Tier retten zu können. Erneut wurde einer der großen Meeressäuger an einem Strand angeschwemmt, diesmal am Küstenabschnitt zwischen Old Hunstanton und Holme-next-the-Sea in der Grafschaft Norfolk.

Die Küstenwache und ein Team von Spezialisten waren kurz nach dem Fund am Donnerstag vor Ort und versuchen, den Wal am Leben zu erhalten. Das Tier sei in einer angespannten Verfassung, sagte der Biologe Ben Garrod von der Zoological Society of London der BBC.

Unterdessen geht die Bergung der im Wattenmeer vor Dithmarschen in Schleswig-Holstein verendeten Pottwale weiter. Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz hätten in Kaiser-Wilhelm-Koog fünf der toten Riesen bereits am Mittwoch aus dem Watt geborgen, am Donnerstag folgten weitere drei, so Hendrick Brunckhorst vom Nationalparkamt. Die tonnenschweren Meeressäuger sollten im Meldorfer Hafen zerlegt und von Wissenschaftlern untersucht werden. Ein Spaziergänger hatte die acht Meeressäuger vor Kaiser-Wilhelm-Koog am Sonntag entdeckt.

Nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer in Husum waren zuvor seit Anfang Januar bereits 27 junge Pottwale in der südlichen Nordsee umgekommen: 16 in Deutschland, sechs in den Niederlanden und fünf in England. Experten vermuten, dass sie sich auf ihren Wanderrouten in der flachen und nahrungsarmen Nordsee verschwommen haben könnten.

Was mit den Skeletten der vor Dithmarschen gefundenen Tiere passiert, war zunächst ebenfalls offen. "Es gibt schon erste Anfragen, aber wir wissen noch nicht genau, wohin sie gehen", sagte LKN-Sprecher Brunckhorst. Die Aufarbeitung sei mit rund 75.000 Euro auch teuer.

Die Nordsee ist schon seit Hunderten Jahren als Falle für Pottwale bekannt. Strandungen sind nach Angaben des Büsumer Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert.

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joe/dpa

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