Sibirien Russisches Militär soll Menschen vor Eisbären schützen

Weil immer wieder Dutzende Eisbären durch eine russische Siedlung streifen, musste der Notstand ausgerufen werden. Nun soll das Militär eingreifen.

Eisbärin und zwei Jungen laufen über den Innenhof eines Wohnblocks in Beluschja Guba
DPA

Eisbärin und zwei Jungen laufen über den Innenhof eines Wohnblocks in Beluschja Guba


Wegen der vielen Eisbären in einer russischen Siedlung nördlich des Polarkreises soll nun das Militär aktiv werden. Das Kommando auf der Doppelinsel Nowaja Semlja ergreife zusammen mit den lokalen Behörden Maßnahmen, um die Menschen vor den Raubtieren zu schützen, berichtete die Armeezeitung "Krasnaja Swesda" am Freitag - ohne Details zu nennen.

In der Nähe der Siedlung Beluschja Guba waren zuletzt mindestens 52 Tiere gesichtet worden. Die Behörden riefen deshalb vor gut einer Woche den Notstand aus. Dieser solle erst wieder aufgehoben werden, wenn sich die Zahl der Bären dauerhaft zwischen drei und fünf einpendele, sagte ein Behördensprecher der Agentur Interfax zufolge. Am Freitagmorgen seien drei Tiere gezählt worden. Die Bären waren den Menschen bedrohlich nahe gekommen und in Häuser eingedrungen. Bislang haben die Behörden noch keinen Abschuss erlaubt, der Eisbär ist auch in Russland geschützt. Stattdessen sollten die Tiere vertrieben werden, hieß es.

Militärisches Sperrgebiet

Die Inselgruppe ist militärisches Sperrgebiet. Tierschützer beklagen, dass sie deshalb dort keine Erhebungen vornehmen dürfen. Daher können Forscher nur spekulieren, warum die Eisbären die Siedlungen aufsuchen. Als eine mögliche Begründung für das massenhafte Auftreten wird die beschleunigte Eisschmelze in der Arktis infolge des Klimawandels genannt. So wird vermutet, dass die Tiere dadurch mehr Zeit an Land verbringen und sich dort einen Wettstreit um Nahrung liefern (Mehr dazu lesen Sie hier).

Auf der Suche nach Futter kommen die Bären immer wieder zu den Mülldeponien auf der Insel. Laut russischem Verteidigungsministerium soll deshalb noch in diesem Jahr eine Müllverbrennungsanlage gebaut werden. Ursprünglich war das erst für das Jahr 2021 geplant.

koe/dpa

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