Klimawandel: Nach "Sandy" wagt Obama das K-Wort

Der Klimawandel war bisher kein Thema im US-Wahlkampf - schon der Begriff gilt in Washington als politisch vergiftet. Doch nach Hurrikan "Sandy" haben Präsident Obama und New Yorks Bürgermeister Bloomberg das K-Wort benutzt. Wird Umweltschutz doch noch zum Thema?

Trost für Sturmopfer: Präsident Barack Obama und New Jerseys Gouverneur Christie (links) Zur Großansicht
REUTERS

Trost für Sturmopfer: Präsident Barack Obama und New Jerseys Gouverneur Christie (links)

New York/Hamburg - Es ist eine überraschende Wendung im Endspurt vor der US-Präsidentenwahl: Amtsinhaber Barack Obama erhält Schützenhilfe vom New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg. Es war die Sturmkatastrophe, die Bloomberg zu seiner Werbung für den Präsidenten veranlasst hat.

Der parteilose Bloomberg begründete die Wahlempfehlung für Obama mit der Klimapolitik, für die der Präsident eintrete. "Unser Klima wandelt sich", schrieb der Bürgermeister am Donnerstag in einem Meinungsartikel für den von ihm gegründeten Finanznachrichtenanbieter Bloomberg. Extreme Wetterlagen könnten die Folge sein. Daher müsse sofort gehandelt werden.

Bislang kam der Klimawandel im US-Wahlkampf fast gar nicht vor - sowohl Obama als auch sein republikanischer Konkurrent Mitt Romney hatten das Thema ignoriert. Umweltverbände und Wissenschaftler hatten sich vehement darüber beklagt. Ein Umweltaktivist hatte sogar lautstark eine Wahlveranstaltung Romneys gestört mit dem Ruf: "Der Klimawandel hat 'Sandy' verursacht." "New York Times"-Kommentator Nicholas Kristof fragte im Angesicht der Katastrophe: "Wird der Klimawandel jetzt etwas Respekt bekommen?"

Auch Obama spricht das K-Wort aus

Wissenschaftler haben keine eindeutigen Belege dafür, dass der Klimawandel "Sandy" beeinflusst hätte.Zwar gibt es Argumente, die dafür sprechen, dass die Erwärmung den Sturm verschlimmert haben könnte; aber es gibt auch Argumente dagegen.

Jetzt aber nahm auch Obama Bezug auf den Klimawandel. Er verwies auf die Schäden, die "Sandy" entlang der US-Ostküste angerichtet hatte. "Der Klimawandel ist eine Gefahr für die Zukunft unserer Kinder, und wir sind es ihnen schuldig, etwas dagegen zu unternehmen", sagte der Präsident. Auch wenn er mit Bloomberg nicht in jedem Punkt übereinstimme, bestehe bei dieser wichtigen aktuellen Herausforderung Einigkeit.

Dazu gehöre auch, dass der Schlüssel zu einer starken Wirtschaft in Investitionen in die Bildung liege und eine Reform des Einwanderungsrechts für eine offene und dynamische Demokratie lebensnotwendig sei. Zum Hauptthema des Wahlkampfes wird der Klimawandel also wohl nicht mehr.

boj/Reuters/dapd

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1. Ich glaube nicht, dass es ein K-Wort war
ReneMeinhardt 02.11.2012
wenn, dann eher ein C-Wort.
2. Armutszeugnis
speckwapler 02.11.2012
für die Amerikaner, dass sie bis dato keinen Wert auf den Klimaschutz gelegt haben
3. K wie KKW und könnte !
MiniDragon 02.11.2012
Könnte doch sein, dass nach den Wahlen auch die US- Regierung mit China über die Entwicklung von Kernkraftwerken spricht, die Thorium statt Uran als Primär-Brennstoff nutzen und die man auch dem Iran zugestehen könnte, weil sie kaum zur Waffenproduktion taugen. Bill Gates in Talks with China to Build Reactor | IThEO.org (http://itheo.org/articles/bill-gates-talks-china-build-reactor) Iranische Nuklearexperten könnten sich dann wohl auch wesentlich sicherer fühlen als heute.:-)
4. Da kann man nur noch DANKE sagen
spon-facebook-10000119150 02.11.2012
Danke liebe Sandy!
5. Ist doch wichig...
spiegelleser987 02.11.2012
Zitat von sysopDer Klimawandel war bisher kein Thema im US-Wahlkampf - schon der Begriff gilt in Washington als politisch vergiftet. Doch nach Hurrikan "Sandy" haben Präsident Obama und New Yorks Bürgermeister Bloomberg das K-Wort benutzt. Wird Umweltschutz doch noch zum Thema? Obama und Bloomberg: Sandy bringt Klimawandel in den Wahlkampf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/obama-und-bloomberg-sandy-bringt-klimawandel-in-den-wahlkampf-a-864942.html)
Das ist doch wichtig. Falls Obama nicht gewählt wird, kann er es dann wie Al Gore machen. Der wurde auch nicht gewählt und sein Vermögen stieg innerhalb weniger Jahre von 2 auf 98 Mio. USD (Steuern schon abgezogen). Dafür sollte das K- oder C-Wort rechtzeitig genutzt werden.
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