"Ocean Cleanup" Plastikmüllfänger im Meer funktioniert noch nicht

Eine riesige Röhre soll den Pazifik vom Plastikmüll befreien. Doch das Projekt "The Ocean Cleanup" läuft nicht wie geplant. Auch Monate nach dem Start hat das System noch keinen Kunststoffabfall gesammelt.

"The Ocean Cleanup"
Erwin Zwart/ The Ocean Cleanup

"The Ocean Cleanup"


Das System "The Ocean Cleanup" zur Säuberung des Pazifiks von Plastikmüll funktioniert noch nicht. Knapp zwei Monate nach dem Start habe die Anlage noch kein Plastik eingesammelt, sagte ein Sprecher des Projekts der Deutschen Presse-Agentur. Sie fange das Plastik zwar ein, aber halte es nicht fest. Der Initiator des Projekts, der Niederländer Boyan Slat, sprach von unvorhergesehenen Problemen, die man aber in den Griff bekommen werde.

Die Organisation hatte bereits vor einigen Wochen von Problemen berichtet. Eine Lösung sei noch nicht gefunden. Das System bewege sich zu langsam im Wasser, sagte Sprecher Jan van Ewijk. "Der genaue Grund dafür ist noch nicht deutlich." In Computermodellen und Tests sei das Problem nicht aufgetaucht

Die Anlage besteht aus einer 600 Meter langen Röhre in U-Form. Daran ist ein drei Meter langer Vorhang befestigt, der den Müll in dem U festhalten soll. Der Plastikmüll soll von Schiffen abgeholt und zur weiteren Verarbeitung an Land gebracht werden.

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"The Ocean Cleanup": Ein Plastikstopper für das Meer

Damit "The Ocean Cleanup" funktioniert, muss das System den Betreibern zufolge schneller durch das Wasser treiben als die Plastikteile, die es einfangen soll. Möglicherweise bremsten aber Wind und Wellen das System ab, sagte der Sprecher. Eine andere Erklärung für den ausbleibenden Erfolg sei, dass die Enden der Röhre wellenförmige Bewegungen verursachten, die das System abbremsen.

Der Müllfänger war Anfang September aus der Bucht von San Francisco aufs offene Meer zum Great Pacific Garbage Patch (deutsch: Großer Pazifikmüllfleck) geschleppt worden. Bei diesem Strömungswirbel sollen sich nach Schätzungen von Wissenschaftlern 1,8 Billionen Plastikteile sammeln. Am 17. Oktober war die Anlage gestartet. Geschätzt treiben dort rund 80.000 Tonnen Plastik im Meer.

lie/dpa



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Newspeak 16.12.2018
1. ....
Ökoromantisches Wunschdenken ersetzt eben keine Physik. Die Leute, die die Welt retten wollen, sollten sich erst mal mit Naturwissenschaft beschäftigen.
Herr_Ärmel 16.12.2018
2. Merkwürdige Logik
Wenn das Ding sich schneller im Wasser bewegt als der Plastikmüll, dann entfernt es sich ja immer weiter vom Plastik. Logischerweise müsste es sich doch eher langsamer bewegen, um das Plastik aufzuhalten.
dbeck90 16.12.2018
3. No Panic
Jedes neue System kämpft mit Kinderkrankheiten. Und selbst, wenn es scheitern sollte, hat man extrem viele Daten gewinnen können, um das nächste große Projekt bzgl. Müllstrudel hoffentlich dann zum laufen zu bekommen.
nautica 16.12.2018
4. Wie das "Ei des Kolumbus"..
Das es beim ersten Versuch nicht klappt, war abzusehen.. Aber der schlaue Hinweis auf Naturwissenschaften geht einher, wie das auf seiner Spitze stehende "Ei des Kolumbus"
Stormwatch 16.12.2018
5. ...erst mal mit Naturwissenschaft beschäftigen?
Zitat von NewspeakÖkoromantisches Wunschdenken ersetzt eben keine Physik. Die Leute, die die Welt retten wollen, sollten sich erst mal mit Naturwissenschaft beschäftigen.
Was schließen Sie aus den Worten "Computermodellen" und "Tests", welche Sie im Text finden können?
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