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US-Bundesstaat Montana: Invasion der Ochsenfrösche

Ochsenfrösche: Extrem verfressen und sehr erfolgreich Fotos
Getty Images

"Sie fressen alles, was in ihr Maul passt": Scharen von Ochsenfröschen suchen den US-Bundesstaat Montana heim. Wissenschaftler schlagen Alarm.

Im Nordwesten der USA warnen Wissenschaftler vor einer grau-grünen Gefahr: Ochsenfrösche haben sich entlang des Yellowstone River massiv ausgebreitet. Auf einer Länge von etwa hundert Kilometern fanden Biologen im vergangenen Jahr allein 45 Brutstätten der Tiere, 2010 waren es lediglich 12. Ihre Studie beschreiben sie in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Aquatic Invasions".

Amerikanische Ochsenfrösche sind äußerst unangenehme Nachbarn: "Sie fressen alles, was in ihr Maul passt - egal, ob es ein anderer Frosch ist, ein Vogel oder Insekt", sagte Adam Sepulveda, einer der Autoren der Studie. So fanden Wissenschaftler im Magen eines Ochsenfrosches bereits einen Pirol. Und offenbar fressen sich die bis zu 30 Zentimeter großen Tiere auch gegenseitig.

Den Wettstreit mit anderen Arten haben Ochsenfrösche (Lithobates catesbeianus) dennoch schon häufig gewonnen. Sie vermehren sich sehr erfolgreich und gehen gern auf Wanderschaft. Zudem übertragen sie bestimmte Erreger, ohne selbst an ihnen zu erkranken - etwa einen gefährlichen Amphibienpilz.

Erste Gegenmaßnahmen sind gescheitert

Gerade andere Amphibienarten seien nun in Gefahr, warnen die Wissenschaftler. Aber auch andere Tiere, denen die Ochsenfrösche die Nahrung wegfressen.

Heimisch ist der Amerikanische Ochsenfrosch eigentlich im Osten der Vereinigten Staaten. Im Westen Montanas verbreitet er sich seit den Zwanzigerjahren, als die Tiere in Farmen gehalten wurden, weil man ihre Eier zum Verzehr nutzte. Im Osten des Bundesstaates wurden Ochsenfrösche erstmals 1999 entdeckt. Dort haben die Tiere nun den Flusslauf des Yellowstone River besiedelt, auf einem etwa hundert Kilometer langen Abschnitt zwischen Laurel und Custer.

Ein Versuch der Behörden, den Ochsenfrosch zurückzudrängen, ist bereits an der übergroßen Zahl der Tiere gescheitert. Nun wird nach einer neuen Strategie gesucht, wie sich die Ausbreitung der Art zumindest eindämmen ließe.

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che/AP

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insgesamt 34 Beiträge
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1. Nanu
RDetzer 05.10.2014
Es ist ziemlich sicher, daß der Mensch vom Affen abstammt. Außer bei Politikern, da sollten wir anders nachdenken.
2.
sober 05.10.2014
Also, ein Pirol, der sich von einem Ochsenfrosch fressen lässt, fällt der selektiven Auslese sicherlich nicht zu Unrecht zum Opfer....
3.
schmidti43 05.10.2014
"Es ist ziemlich sicher, daß der Mensch vom Affen abstammt. Außer bei Politikern, da sollten wir anders nachdenken." Und SPON-Foristen die blöde Kommentere ohne Bezug auf den Artikel verfassen stammen von was ab? Nach Ihrem Posting zu urteilen bestimmt nicht von Affen. Ich tippe mal eher auf extremophile Bakterien.
4.
sunrise560 05.10.2014
ja, dann gehen Sie halt weiter zum nächsten Artikel, wenn Sie nichts damit anfangen können. Das Absondern von nichtssagenden Kommentaren können Sie in anderen Foren praktizieren. Danke!
5.
bafibo 05.10.2014
Soweit ich weiß, haben die Viecher bereits auch in Deutschland Fuß gefaßt. Eine erfolgreiche Gegenstrategie wäre also sehr willkommen.
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