Neues Leck: Shell meldet Ölteppich im Golf von Mexiko

Erneuter Öl-Alarm im Golf von Mexiko: Vor der Südostküste der USA hat sich ein 16 Kilometer langer Ölteppich ausgebreitet. Woher er kommt, ist noch unklar. In dem Gebiet liegen allerdings Bohrinseln des Shell-Konzerns - dessen Aktien prompt absackten.

New Orleans - Droht den USA die nächste Ölpest? Der Energiekonzern Shell hat die US-Regierung darüber informiert, dass sich im Golf von Mexiko ein Ölfilm ausbreitet. Er soll die stattliche Größe von 16 mal 1,6 Kilometern besitzen und sich etwa 210 Kilometer südöstlich der US-Metropole New Orleans befinden.

Woher das Öl komme, sei derzeit unklar. Zwar befinden sich Shell-Bohrinseln in dem Gebiet. Doch der Konzern erklärte, es gebe bisher keine Hinweise, dass das Öl aus einer seiner Anlagen stamme. Die US-Küstenwache hat angekündigt, die Lage vor Ort zu überprüfen. Bootsmann Steve Lehmann erklärte in New Orleans, ein Hubschrauber der Küstenwache sei am Donnerstag gestartet, um festzustellen, woher das Öl komme.

Auch Shell entsandte ein Schiff in das betroffene Gebiet, das zwischen den Fördergebieten "Mars" und "Ursa" liege. Die " Louisiana Responder" sei ein Spezialschiff, das Öl von der Wasseroberfläche abschöpfen und Barrieren legen könne. Seine Entsendung sei allerdings nur eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns: "Die Absicht von Shell ist es, schnell, sicher und proaktiv zu reagieren, in enger Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden."

Aktien geben nach

An der Börse brach die Shell-Aktie dennoch um bis zu vier Prozent ein. Das Unternehmen betreibt sechs große Offshore-Anlagen, 13 Plattformen mit Besatzung und zahlreiche Unterwassersysteme im Golf von Mexiko. Die "Mars"-Plattform arbeitet über einer Wassertiefe von 883 Metern, von der "Ursa"-Plattform sind es 1220 Meter bis zum Meeresboden.

Der erneute Ölaustritt weckt Erinnerungen an die Explosion der BP-Plattform "Deepwater Horizon", die vor zwei Jahren nur etwa 80 Kilometer vom jetzt entdeckten Ölfilm stattfand. Eines der größten Probleme war damals, dass das Leck am Meeresboden in einer Wassertiefe von rund 1500 Metern lag. Es dauerte drei Monate, ehe es abgedichtet war. In dieser Zeit strömten rund 780 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko.

BP wurde dadurch zwischenzeitlich in die Verlustzone gedrückt. Auch der Kurs für die Aktien des französischen Total-Konzerns waren Anfang April gesunken, nachdem ein Gasleck auf der "Elgin"-Plattform in der Nordsee bekanntgeworden war.

mbe/dapd/dpa

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1.
rwinzenried 12.04.2012
Die Meldung ist offensichtlich überholt. Shell schreibt auf der Homepage: "Following reports of an oil sheen in the vicinity of the Mars and Ursa production area in the Gulf of Mexico, a thorough inspection to date of Shell assets reveals operations in the area are normal with no sign of leaks." The Shell global homepage | Global (http://www.shell.com)
2. ...
taggert 13.04.2012
Wieso beschleicht mich das Gefühl, das der gesichtete Öl Film IRGENDWIE mit den Riesigen ÖL-Schwaden zusammenhängen könnte, die BP zusammen mit der US Regierung ja mit aller Kraft nach "Aus den Augen - Aus dem Sinn" Manier, mit Megatonnen weise Emulgatoren, unter Wasser "gedrückt" haben. Aber ich bin leihe in dem Thema, von daher kommt sicher gleich wieder ein Experte und erzählt einem wie toll und ungefährlich das alles für die Natur ist... ... und das der Ölfilm von sterbenden Sardinen kommen muss.
3. Nicht warten lassen
dr.u. 13.04.2012
Zitat von taggertWieso beschleicht mich das Gefühl, das der gesichtete Öl Film IRGENDWIE mit den Riesigen ÖL-Schwaden zusammenhängen könnte, die BP zusammen mit der US Regierung ja mit aller Kraft nach "Aus den Augen - Aus dem Sinn" Manier, mit Megatonnen weise Emulgatoren, unter Wasser "gedrückt" haben. Aber ich bin leihe in dem Thema, von daher kommt sicher gleich wieder ein Experte und erzählt einem wie toll und ungefährlich das alles für die Natur ist... ... und das der Ölfilm von sterbenden Sardinen kommen muss.
Dann wil ich Sie mal nicht warten lassen. Natürlich ist das alles Total harmlos. Es gibt kein Grund jetzt Shell in betriebsame Hecktik auszubrechen. Rohöl ist doch schließlich ein über Jahrmillionen gebildeter, natürlicher Rohstoff; das waren ja schließlich mal Tiere und Pflanzen des Paläozän. So gesehen ist es nur ein natürlicher Kreislauf, wenn die Biomasse von damals in veränderter Form jetzt wieder dem Ökosystem zur Verfügung gestellt wird. BP, Total, Shell und die anderen Ölkonzerne wollen doch nur das ökologische Gleichgewicht wieder herstellen und tun ihr Möglichstes um unser Bestes zu wollen. Man stelle sich doch nur mal die Möglichkeiten vor: Der verölte Delfin kann zum Heizen genutz werden und ist danach gleich im eigenen Saft frittiert; lecker. Oh, bevor ich es vergesse: [Sarkassmuss OFF] [Ironie OFF]
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