113 Kilometer langes Labyrinth Forscher finden Durchstieg zu Hirlatzhöhle

Die österreichische Hirlatzhöhle im Dachsteinmassiv gehört zu den tiefsten und längsten bekannten Höhlen der Welt. Nach einer Entdeckung von internationalen Forschern wurde sie nun noch länger.

Forscher im Gang in einer Höhle im nördlichen Dachsteinmassiv
DPA/ Axel Hack

Forscher im Gang in einer Höhle im nördlichen Dachsteinmassiv


Im Dachsteinmassiv haben Höhlenforscher einen lange gesuchten Durchstieg von einem Schacht zu bereits bekannten Teilen der Hirlatzhöhle in Österreich gefunden. Ein Team aus Deutschland, England, Irland, Frankreich, Rumänien und Israel machte die Entdeckung Anfang September, wie Gottfried Buchegger vom Verein für Höhlenkunde Hallstatt-Obertraun der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte.

Durch die Verbindung wurde die Hirlatzhöhle um 7,2 Kilometer länger, heißt es. Die erforschte Gesamtlänge dieses Labyrinths im Salzkammergut sei auf 113 Kilometer gewachsen. Die Höhle sei damit auf Platz 20 der längsten und auf Platz neun der tiefsten Höhlen der Welt aufgerückt.

Die Hirlatzhöhle in Hallstatt wurde im Jahr 1949 entdeckt. 1971 wurde sie als Naturdenkmal unter besonderen Schutz gestellt. Sie wird laufend weiter erforscht und vermessen. Bis 1983 waren erst acht Kilometer bekannt. Der tiefste Punkt befindet sich 65 Meter unter dem Wasserspiegel des angrenzenden Hallstätter Sees, insgesamt ist die Höhle mehr als tausend Meter tief.

Bei der jüngsten Expedition wurden noch andere Schächte mit einer möglichen Verbindung zur Hirlatzhöhle gefunden. Die Forscher hoffen deshalb, weitere Durchstiege zu schaffen.

Das gesamte, aus Kalkstein bestehende Dachsteinmassiv ist von Höhlen durchzogen - darunter die bekannte, für Besucher geöffnete Mammuthöhle. Daher besteht die Möglichkeit, weitere unterirdische Gänge zu finden, die vom Norden in Oberösterreich bis zur Dachsteinsüdwand in der Steiermark führen könnten.

mbö/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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swandue 30.09.2018
1. Ja toll!
Was ist die längste Strecke zum nächsten Ausgang und wie lange ist man da unterwegs? Schon mal zur Vorbereitung, falls man da jemand retten muss. Wobei der nächste Ausgang vielleicht nicht genutzt werden kann mit verletzten oder schlecht trainierten Personen.
aliof 06.10.2018
2. Sehr anregend
.. und primär irgendwie an unsere gelegentlich vor und in der Steinzeit genutzte Wohnumgebung erinnernd (siehe Stanley Kubrik, 2001). .. und um mal wieder darüber nachzudenken, wie sehr wir doch Oberflächenwesen sind. - Und auch ein bei Wanderungen genutzter Berg nicht nur Kubikkilometer grosse Masse unter Einem ist. .. auch unter der gewohnten Oberfläche noch so viel mehr Raum ist , war , und in ferner Zukunft wahrscheinlich noch viel organischer genutzt werden wird, als es heute schon geschieht. Manche heimische, westliche und fernöstliche Großstädte sind ja schon heutzutage viellagig und mit je tausenden Kilometern künstlichen Höhlen unterlegt , die man mit Phantasie auch mehr analog den natürlichen gestalten könnte.
roby1111 07.10.2018
3. 1949 entdeckt???
Zusammen mit dem Foto, das eine doch recht menschengemachte Röhre (unten von Schlamm begradigt...) zeigt, kommt mir da doch die Erklärung: Das ist eines von Hitlers Zwangsarbeiter-Tunnel-Systemen, nur dass die Ösis schlauer waren und uns das jetzt als "Natur"-Wunder verkaufen, anstelle es mühsam zu versiegeln und tot zu schweigen... Am linken Rand sieht man sogar etwas total verrostet-vergammeltes, was mal eine metallische Leitung etc. gewesen sein könnte! Eine Naturhöhle sieht meines Erachtens nach anders aus!
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