Olympia in Rio Tausende tote Fische am Segelrevier

Nahe dem olympischen Segelgewässer in Rio sind Tausende Fische verendet. Die Regierung gibt zu, ihr Säuberungsziel nicht zu erreichen. Ein deutscher Segler hat sich in dem Gewässer bereits infiziert.

REUTERS

Die schlechten Nachrichten über die Wasserqualität im Revier der Olympischen Spiele 2016 vor Rio de Janeiro hören nicht auf. Tausende von toten Fischen schwammen am Mittwoch in Rios verschmutzten Gewässern, nicht weit entfernt vom olympischen Segelrevier.

Massen von toten Fischen waren schon im Oktober 2014 und Februar 2015 gefunden worden. Damals wurden zwölf Tonnen entsorgt. Die Behörden machen die Hitze für das wiederholte Massensterben verantwortlich, aber einige Anwohner zweifeln.

"Es ist die Kontamination des Wassers und kein natürliches Phänomen. Das Wasser ist sehr, sehr verschmutzt", sagte Tourismus-Agent Roger Texeira: "Ich denke nicht, das es nötig gewesen wäre, diese Events hier in Rio de Janeiro zu organisieren. Die Bucht wird niemals bereit sein. Die Verschmutzung des Wassers dauert nun schon 30 Jahre an."

Die Landesregierung hatte eine große Säuberungsaktion in der Guanabara-Bucht gelobt, nun aber zugegeben, das gesetzte Ziel nicht zu erreichen. Das Segelrevier soll aber bis zu den Spielen im August sauber sein, die Teilnehmer müssen angeblich keine Gesundheitsrisiken fürchten.

Multiresistente Keime

Seit Jahren hält das Problem vor Rio die Olympiamacher in Atem. Große Teile des Abfalls der Stadt landen in der Meeresbucht. Immer wieder waren in der Vergangenheit unter anderem tote Tiere, entsorgte TV-Geräte und Möbelstücke in den für Olympia vorgesehenen Gewässern aufgetaucht. Der Segel-Weltverband ISAF hat wegen der massiven Verschmutzung bereits mehrfach seine Besorgnis zu Protokoll gegeben.

Der deutsche Segler Erik Heil war im August in dem verdreckten Olympiarevier bei einer Testregatta erkrankt. Mehrere Infektionen an den Beinen und an der Hüfte mussten ausgeschabt werden. Bei dem Auslöser handelte es sich um multiresistente Keime.

Wassertests im Auftrag der US-Nachrichtenagentur AP hatten Ende vergangenen Jahres ergeben, dass auch das Wasser auf Segelkurse draußen auf See stark mit Krankheitserregern verseucht ist.

boj/sid



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
arthurdent1981 15.01.2016
1.
"Wassertests im Auftrag der US-Nachrichtenagentur AP hatten Ende vergangenen Jahres ergaben, dass auch das Wasser auf Segelkurse draußen auf See stark mit Krankheitserregern verseucht ist." Stehe ich auf dem Schlauch oder macht der Satz so wenig Sinn?
peschinho 15.01.2016
2. Nie eine Chance
Die Guanabarabucht hat zwei Probleme. Es ist eine Müllkippe, diesen Umstand hätte man mit grosser Anstrengung vielleicht abmildern können. Die Bucht ist aber auch Abwasserbecken von Millionen Cariocas, die im armen Norden von Rio nicht an die Kanalisation angeschlossen sind. Der Dreck kommt über Kloaken und Regen unkontrolliert in die Bucht. Jeder, der mit dem Flugzeug in Rio ankommt, kann das riechen. Zu sagen, man hätte es nicht geschafft, ist also Augenwischerei, man hätte mindestens ein Jahrzehnt benötigt oder länger. Der IOC hätte das auch wissen können, hätte er es nur wissen wollen.
Darjaan 15.01.2016
3.
Wo ist das Problem? Jeder Sportler der unter diesen Umständen dort am Wettkampf teilnimmt ist selbst schuld. Da nutzt doch jezzt alles nichts mehr und der Zug, diese Giftbrühe noch sauber zu bekommen, mehr als abgefahren. Man sollte jetzt einfach rechtzeitig bekannt geben, an den Spielen nicht teilzunehmen und damit nicht auch noch bis kurz vor Schluss zu warten.
politik_im_netz 16.01.2016
4.
Olympia ist für uns Segler das höchste aller Sportevents. Da man mit Segeln kein Geld verdienen kann in Deutschland wird ein großer Teil der Olympia-Kampangne aus eigener Tasche gezahlt. Es ist unmöglich aus Furcht vor Krankheit nicht teilzunehmen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.