Artenschutz So können Sie Orang-Utans helfen

Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht. Der Mensch zerstört den Lebensraum der Tiere. Naturschützer sagen: Konsumenten könnten durchaus zum Schutz der Menschenaffen beitragen.

Orang-Utan in Jakarta, Indonesien
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Orang-Utan in Jakarta, Indonesien


Laut Umweltschützern haben sich die Perspektiven der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans weiter verschlechtert. Der Mensch zerstört ihren Lebensraum, um Rohstoffe zu gewinnen. Aber Konsumenten können den Tieren helfen.

"Die Situation für den Orang-Utan war noch nie so ernst", mahnt die Tierschutzorganisation Borneo Orangutan Survival (BOS) vor dem Welt-Orang-Utan-Tag an diesem Samstag. Sie warnt vor dem Aussterben der Menschenaffen, wenn die Zerstörung des Regenwaldes andauert.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hätten die Tiere, die nur noch auf den Inseln Sumatra und Borneo vorkommen, fast die Hälfte ihres Lebensraums verloren, berichtet die Umweltstiftung WWF. Teils würden Brände gelegt, um Regenwald roden und die Flächen als Plantagen nutzen zu können. Von dort kommen Palmöl, Holz und Papier auch auf den deutschen Markt.

In Verbindung mit der von Natur aus geringen Fortpflanzungsrate von Orang-Utans könne die Zerstörung der Lebensräume dramatische Folgen haben, teilte die Organisation BOS mit. Die Zeit der Orang-Utans laufe ab. "Wenn wir jetzt nichts tun, ist es bald zu spät."

Konsumenten können handeln

Den Tierschützern zufolge, die laut eigenen Angaben in 25 Jahren bisher 2000 Orang-Utans retteten und auch Tiere auswildern, gibt es am Samstag und Sonntag in mehreren deutschen Städten und in Zoos Veranstaltungen im Zeichen der Orang-Utans.

Aus Sicht der Tierschützer können Konsumenten zum Schutz der Menschenaffen beitragen. Man müsse die Nachfrage nach Palmöl und Papier senken, sagte die WWF-Expertin Susanne Gotthardt.

Palmöl steckt in Süßwaren und Fertigprodukten, aber auch in Biodiesel und Futter für Rinder, Schweine und Geflügel. Insofern lohne auch ein häufigerer Verzicht auf Fleisch, teilte der WWF mit. Auf andere Öle zurückzugreifen wäre einer WWF-Studie von 2016 zufolge allerdings schwierig, weil für Kokos-, Soja- und Rapsöl noch mehr Anbaufläche benötigt würde als für die relativ ertragreichen Ölpalmen.

Wissenschaftler haben daneben belegt, dass sich auch das Nebeneinander von Mensch und Tier vor Ort ändern muss. Die Tiere werden in manchen Regionen von den Einheimischen wegen des Fleisches bejagt oder in Konfliktsituationen erlegt.

Schätzungen der Weltnaturschutzunion IUCN zufolge gibt es noch rund 104.000 Orang-Utans auf Borneo und rund 14.600 auf Sumatra. Der WWF schätzt die Zahl auf Borneo mit rund 54.000 Exemplaren inzwischen deutlich geringer ein.

brt/dpa



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