Orang-Utan-Experiment: Schwingen wie ein Riesen-Affe

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Orang-Utans nehmen über die Nahrung kaum Kalorien auf. Wie sie mit so wenig Energie über den Tag kommen, haben Forscher nun untersucht, indem sie Menschen umherklettern ließen. Die Ergebnisse erklären auch, warum Orang-Utans trotz ihrer Größe in Bäumen leben.

SRL Coward / LG Halsey

Österreich/London - Einige Tiere bewegen sich auf ungewöhnlichen Wegen. Orang-Utans etwa schwingen sich von Baum zu Baum, anstatt am Boden durch den Dschungel zu wandern und das offenbar aus gutem Grund: Die Fortbewegung in luftiger Höhe kostet kaum Energie, berichteten Wissenschaftler von der Universität Roehampton in London Anfang der Woche bei einem Treffen der Gesellschaft für Experimentelle Biologie in Salzburg.

Orang-Utans müssen sparsam mit ihren Reserven haushalten, denn sie führen ein Leben am Energielimit. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, die ihrem Körper kaum Energie liefern. Die Wissenschaftler vermuten nun, dass die Tiere einen Großteil ihres Lebens in Bäumen verbringen, weil ihr Körper dort weniger Energie benötigt.

Sparsames Schwingen

Um den Energieverbrauch der Menschenaffen zu messen, wählten die Forscher einen unkonventionellem Weg: Sie ließen Parcours-Athleten in einer Halle klettern und schwingen. Laut den Experimenten kommen Primaten besonders sparsam von Baum zu Baum, indem sie an einem Ast vor und zurück schwingen, bis sie den nächsten erreichen.

Sind die Äste hart und unbeweglich, sei es dagegen effizienter für die Tiere direkt zu springen, fanden die Wissenschaftler heraus. Nur schwere Orang-Utans machen in diesem Punkt eine Ausnahme, denn sie bringen auch stabile Äste mit ihrer Masse leicht in Bewegung. Daher ist Springen für sie fast nie die energieeffizientere Methode. "Schwere Orang-Utans springen nicht", erklärt Lewis Halsey, Leiter der Studie. "Jetzt haben wir möglicherweise eine Erklärung warum."

Menschen als Modell-Primaten

Die Studienteilnehmer mussten für den Versuch verschiedene Kletterparcours durchlaufen und dabei, ähnlich wie in einem Baum, von Holzstange zu Holzstange schwingen oder springen. Alle Teilnehmer waren Parcours-Athleten, die sonst in der Stadt Hindernisse mit gewagten Sprüngen überwinden. Um herauszufinden, wie viel Energie sie im Kletterparcours verbrauchten, trugen sie Masken, die ihren Sauerstoffverbrauch aufzeichneten.

Dass die Wissenschaftler den Versuch mit Menschen statt Affen durchgeführt haben, hat einen praktischen Grund. "Es ist deutlich aufwendiger mit Orang-Utans zu arbeiten. Deshalb konnte der Energieverbrauch der Tiere bisher nur indirekt gemessen werden", sagt Halsey. "Nun sind wir einen Schritt weiter gekommen, indem wir den Verbrauch eines Modell-Primaten untersucht haben - dem Parcours-Athleten."

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1. Studio missinterpretiert
jh72 06.07.2012
Der Autor hat Studie und Pressemitteilung missverstanden. Die Studie zeigt nicht, warum Orang Utans in Bäumen leben - denn auf ebener Erde zu laufen wäre immer noch das Energiesparenste -, sondern warum sie die meiste Zeit des Tages in den Bäumen _bleiben_, auch wenn sie den Ort wechseln. Nämlich weil es energiesparender ist, sich von Ast zu Ast zu schwingen, statt herunter und an anderer Stelle wieder herauf zu klettern. Was eigentlich schon die Tanzan-Fans vor hundert Jahren wussten, aber na ja. Jetzt haben wir es eben in quasi amtlich.
2. Wegen Infomangel uninteressant
Ursprung 06.07.2012
Zitat von sysopSRL Coward / LG HalseyOrang-Utans nehmen über die Nahrung kaum Kalorien auf. Wie sie mit so wenig Energie über den Tag kommen, haben Forscher nun untersucht, indem sie Menschen umherklettern ließen. Die Ergebnisse erklären auch, warum Orang-Utans trotz ihrer Größe in Bäumen leben. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,842609,00.html
Der Report laesst viele offene Fragen. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Wissenschaftler die nicht mit durchdacht haben. Also vorenthalten die vermutlich was den Journalisten oder jene kuerzten zuviel oder das Falsche weg. Geht schon los mit dem angeblichen Kalorienmangel bei pflanzlicher Kost. So `n Quatsch. Da sind so viele Kohlehydrate und Fette drin, dass man dicke damit auskommt. Viele erfolgreiche Marathonlaeufer sind Vegetarier bis Veganer. Meine koerperliche Leistungsfaehigkeit vor allem im Ausdauersport hat erstmal zugenommen, als ich auf "vegan" umstellte und dann nocheinmal, seit ich nur jeden 2. Tag etwas zu mir nehme. Die hocheffiziente Art der Nahrungsverwertung eines Koerpers in einem gegebenen Kontext zaehlt erheblich mehr als eine relevanzfreie Kalorienzaehlung. Offenbar kann vegetarische Kost (natuerlich Frischkost, nicht der ueberlagerte Kram wie z. B. aus den Reformhaeusern) Leistung schneller verfuegbar machen als Aasfresserei. Das wissen bereits schon die Orang Utas. Dann die Sache mit dem hinkenden Vergleich auch noch so gut trainierter Parcours-Sportler: auch die besten von denen haben nicht die Koerperhebelverhaeltnisse von Orang-Utans (ueberlange Arme und Unterarme, Greiffuesse, Muskelmassen und Gewichtsschwerpunktverteilung, Reflexe, Sprung- und Asttragvermoegeneinschaetzungen mit Einschaetzung des Astschwingverhaltens, die erst alles zusammen ein unnachahmliches Fortbewegungskonzert ergeben koennen. Katzen scheinen in Bauemen ebenfalls schneller und anstrengungsloser agieren zu koennen. Weshalb sie auch bei Streitereien untereinander den Austragungsort manchmal in die Baeume verlegen. Also, mir fehlten Informationen in dem Bericht, um ihn als ausreichend interessant nehmen zu koennen.
3.
Hugh 06.07.2012
Zitat von UrsprungDer Report laesst viele offene Fragen. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Wissenschaftler die nicht mit durchdacht haben. Also vorenthalten die vermutlich was den Journalisten oder jene kuerzten zuviel oder das Falsche weg. Geht schon los mit dem angeblichen Kalorienmangel bei pflanzlicher Kost. So `n Quatsch. Da sind so viele Kohlehydrate und Fette drin, dass man dicke damit auskommt. Viele erfolgreiche Marathonlaeufer sind Vegetarier bis Veganer. Meine koerperliche Leistungsfaehigkeit vor allem im Ausdauersport hat erstmal zugenommen, als ich auf "vegan" umstellte und dann nocheinmal, seit ich nur jeden 2. Tag etwas zu mir nehme. Die hocheffiziente Art der Nahrungsverwertung eines Koerpers in einem gegebenen Kontext zaehlt erheblich mehr als eine relevanzfreie Kalorienzaehlung. Offenbar kann vegetarische Kost (natuerlich Frischkost, nicht der ueberlagerte Kram wie z. B. aus den Reformhaeusern) Leistung schneller verfuegbar machen als Aasfresserei. Das wissen bereits schon die Orang Utas. Dann die Sache mit dem hinkenden Vergleich auch noch so gut trainierter Parcours-Sportler: auch die besten von denen haben nicht die Koerperhebelverhaeltnisse von Orang-Utans (ueberlange Arme und Unterarme, Greiffuesse, Muskelmassen und Gewichtsschwerpunktverteilung, Reflexe, Sprung- und Asttragvermoegeneinschaetzungen mit Einschaetzung des Astschwingverhaltens, die erst alles zusammen ein unnachahmliches Fortbewegungskonzert ergeben koennen. Katzen scheinen in Bauemen ebenfalls schneller und anstrengungsloser agieren zu koennen. Weshalb sie auch bei Streitereien untereinander den Austragungsort manchmal in die Baeume verlegen. Also, mir fehlten Informationen in dem Bericht, um ihn als ausreichend interessant nehmen zu koennen.
Also dafür, dass der Artikel Sie nicht interessiert hat, haben Sie aber eine Masse geschrieben um ihn zu widerlegen. Und warum Katzen in die Bäume gehen, haben sie falsch verstanden. Katzen sind gern an der höchsten Stelle, weil sie von da aus am Besten ihren Dosenöffner anmeckern können (weshalb gefälligst in jedem Raum ein zumindest dreistöckiger Katzenbaum zu stehen hat), und wenn er nicht pariert, kann man ihm von oben auf den Kopf springen. Außerdem haben sie oben den besten Überblick, auf Feinde und Konkurrenten. Und wer oben ist, ist so wieso schon mal König. Nach unten zu schlagen ist einfacher als nach oben. Und wenn man sich fallen lässt, liegt der Gegner als Polster unter einem, wenn man unten hart aufkommt. Nie mit den Viechern gelebt?
4.
Narn 07.07.2012
Zitat von UrsprungDer Report laesst viele offene Fragen. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Wissenschaftler die nicht mit durchdacht haben. Also vorenthalten die vermutlich was den Journalisten oder jene kuerzten zuviel oder das Falsche weg. Geht schon los mit dem angeblichen Kalorienmangel bei pflanzlicher Kost. So `n Quatsch. Da sind so viele Kohlehydrate und Fette drin, dass man dicke damit auskommt. Viele erfolgreiche Marathonlaeufer sind Vegetarier bis Veganer. Meine koerperliche Leistungsfaehigkeit vor allem im Ausdauersport hat erstmal zugenommen, als ich auf "vegan" umstellte und dann nocheinmal, seit ich nur jeden 2. Tag etwas zu mir nehme. Die hocheffiziente Art der Nahrungsverwertung eines Koerpers in einem gegebenen Kontext zaehlt erheblich mehr als eine relevanzfreie Kalorienzaehlung. Offenbar kann vegetarische Kost (natuerlich Frischkost, nicht der ueberlagerte Kram wie z. B. aus den Reformhaeusern) Leistung schneller verfuegbar machen als Aasfresserei. Das wissen bereits schon die Orang Utas. Dann die Sache mit dem hinkenden Vergleich auch noch so gut trainierter Parcours-Sportler: auch die besten von denen haben nicht die Koerperhebelverhaeltnisse von Orang-Utans (ueberlange Arme und Unterarme, Greiffuesse, Muskelmassen und Gewichtsschwerpunktverteilung, Reflexe, Sprung- und Asttragvermoegeneinschaetzungen mit Einschaetzung des Astschwingverhaltens, die erst alles zusammen ein unnachahmliches Fortbewegungskonzert ergeben koennen. Katzen scheinen in Bauemen ebenfalls schneller und anstrengungsloser agieren zu koennen. Weshalb sie auch bei Streitereien untereinander den Austragungsort manchmal in die Baeume verlegen. Also, mir fehlten Informationen in dem Bericht, um ihn als ausreichend interessant nehmen zu koennen.
Äh, ja klar. Wenn man sich Kartoffeln, Pflanzensamen und ähnlich stärkehaltiges Grünzeug reinpfeift, dann ist das natürlich Quatsch. aber ich würde schon gern sehen, wie Sie Ihre Leistungsfähigkeit steigern, wenn Sie den ganzen Tag nur Gurken und Salat essen. Rein pflanzliche Ernährung bringt fast immer gewisse Schwierigkeiten mit sich. Sei es, dass man dann den ganzen Tag fressen muss um den Energiebedarf zu decken, oder sei es das das Zeug eigentlich unverdaulich ist und man auf die Hilfe von Mikroorganismen angewiesen ist.
5.
7eggert 07.07.2012
Zitat von UrsprungDer Report laesst viele offene Fragen. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Wissenschaftler die nicht mit durchdacht haben. Also vorenthalten die vermutlich was den Journalisten oder jene kuerzten zuviel oder das Falsche weg. Geht schon los mit dem angeblichen Kalorienmangel bei pflanzlicher Kost. So `n Quatsch. Da sind so viele Kohlehydrate und Fette drin, dass man dicke damit auskommt. Viele erfolgreiche Marathonlaeufer sind Vegetarier bis Veganer. Meine koerperliche Leistungsfaehigkeit vor allem im Ausdauersport hat erstmal zugenommen, als ich auf "vegan" umstellte und dann nocheinmal, seit ich nur jeden 2. Tag etwas zu mir nehme. Die hocheffiziente Art der Nahrungsverwertung eines Koerpers in einem gegebenen Kontext zaehlt erheblich mehr als eine relevanzfreie Kalorienzaehlung. Offenbar kann vegetarische Kost (natuerlich Frischkost, nicht der ueberlagerte Kram wie z. B. aus den Reformhaeusern) Leistung schneller verfuegbar machen als Aasfresserei. Das wissen bereits schon die Orang Utas. Dann die Sache mit dem hinkenden Vergleich auch noch so gut trainierter Parcours-Sportler: auch die besten von denen haben nicht die Koerperhebelverhaeltnisse von Orang-Utans (ueberlange Arme und Unterarme, Greiffuesse, Muskelmassen und Gewichtsschwerpunktverteilung, Reflexe, Sprung- und Asttragvermoegeneinschaetzungen mit Einschaetzung des Astschwingverhaltens, die erst alles zusammen ein unnachahmliches Fortbewegungskonzert ergeben koennen. Katzen scheinen in Bauemen ebenfalls schneller und anstrengungsloser agieren zu koennen. Weshalb sie auch bei Streitereien untereinander den Austragungsort manchmal in die Baeume verlegen. Also, mir fehlten Informationen in dem Bericht, um ihn als ausreichend interessant nehmen zu koennen.
Der Unterschied ist, Sie essen Früchte und Gemüse, die Utans Blätter. Die fraglichen Blätter sind möglichst nährstoffarm und oft auch giftig, so daß Koalas, Faultiere und Utans nicht viel essen können. Ansonsten haben Sie vermutlich Recht, was eine vegane Ernährung für Menschen angeht.
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