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Premiere: Warmwasserfisch in der Ostsee gefangen

Gefangen in der Kieler Bucht: Ein erwachsener Unechter Bonito Zur Großansicht
Leif Rnnau

Gefangen in der Kieler Bucht: Ein erwachsener Unechter Bonito

Ein Fischer hat erstmals einen Unechten Bonito in der Ostsee gefangen. Die Fische leben normalerweise ausschließlich in warmen Gewässern. Vermutlich haben Strömungen das Tier in die Irre geführt.

Ein Fischer hat erstmals einen Unechten Bonito (Auxis rochei) in der Ostsee bei Kiel gefangen. Normalerweise lebt der Unechte Bonito oder Makrelenthun in warmen Gewässern. Über den Fang des etwa 40 Zentimeter großen und damit laut dem Fischereibiologen Uwe Krumme, Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock, erwachsenen Fisches hatte zunächst der NDR berichtet.

"Damit haben wir diese Art das erste Mal als Irrgast in der Ostsee nachgewiesen", sagte Krumme. "Das ist ein sehr ungewöhnlicher Fang." Die Aufzeichnungen des Instituts gehen bis 1991 zurück, seither wurde die Art nie in der Ostsee nachgewiesen.

Krumme hatte den Fisch anhand von Fotos identifiziert. Vermutlich sei das Tier mit einer Warmwasserblase über die Nordsee in die Ostsee gelangt. Im Sommer wanderten diese Fische mit dem warmen Wasser aus den Tropen und Subtropen nach Norden. In der Ostsee sei die Art aber das erste Mal gesichtet worden, so Krumme.

Buckelwale in der Ostsee

Der Auxis rochei gehört wie der Thunfisch zur Familie der Makrelen. Die Fischart kommt in allen warmen Gewässern rund um den Globus vor. Große Exemplare erreichen eine Länge von bis zu 65 Zentimetern. Unechte Bonitos ernähren sich von kleineren Fischen, Kalmaren und Krebstieren, die sich wiederum von Plankton ernähren. Das Fleisch der Tiere ist dunkel und gilt als weniger edel als das des Echten Bonitos. Dieser gehört ebenfalls zur Familie der Makrelen und Thunfische und ist die häufigste als Thunfisch vermarktete Art.

In der Ostsee häufen sich derzeit die Tierpremieren. In den vergangen Wochen wurden mehrfach Buckelwale in dem Binnenmeer gesichtet, erstmals gleich zwei auf einmal. Am 25. Juli 2014 berichtete das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund, dass es sich wahrscheinlich um eine Kuh mit ihrem Kalb handele. Die Tiere waren zuerst am Eingang der Flensburger Förde entdeckt worden. Später hatten Angler einen tauchenden Wal vor der Küste der polnischen Stadt Darlowo beobachtet. Diese liegt Luftlinie gut 720 Kilometer östlich der Flensburger Förde.

jme/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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1. demnächst: böse grosse fische!
captaintwang 30.07.2014
wenn so schmackhafte bonitos in der ostsee rumschwimmen, kommen bestimmt bald etwas grössere fische nach. haialarm nicht mehr ausgeschlossen.
2. Hat Deutschland Fangquota?
spon-facebook-1266769926 30.07.2014
Was wenn es mehr und mehr werden und vielleicht auch andere Fischsorten, will man die dann fangen? Hier in Island ist jeder Hafen voll von Makrele wegen warmeren Temparaturen, die EU meint aber dass wir nicht fangen sollten wei wir keine Fanggeschichte haben. Natürlich haben wir keine Fanggeschichte weil es hie keine Makrele gab. Jetzt fressen die alles auf.
3. Unechte?
mcvitus 30.07.2014
Ja gibt's denn auch echte?
4. @mcvitus
e-mobil 30.07.2014
Scheint so zu sein. Steht im 5. Absatz: Das Fleisch der echten Bonitos soll besser schmecken.
5. Evolution
ariovist1966 31.07.2014
Zitat von sysopLeif RnnauEin Fischer hat erstmals einen Unechten Bonito in der Ostsee gefangenen. Die Fische leben normalerweise ausschließlich in warmen Gewässern. Vermutlich haben Strömungen das Tier in die Irre geführt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ostsee-fischer-faengt-warmwasserfisch-in-der-ostsee-a-983604.html
schließt eben auch räumliche Bewegungen von Lebewesen ein. Ist doch gar nicht schlecht, wenn Arten in die Ostsee einwandern, die hier überleben können - zumal man viele der neuen Arten auch wird essen können. - Somit eine erfreuliche Nachricht.
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