Ozeandüngung Grünes Licht für Algenexperiment

Das Ozeandüngungsexperiment des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) kann beginnen: Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat den Streit um das Projekt beendet - und ihrem Kollegen, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, eine politische Niederlage bereitet.


Berlin - "Nach Auswertung der mir vorliegenden Gutachten bin ich davon überzeugt, dass es keine naturwissenschaftlichen und rechtlichen Bedenken gegen das deutsch-indische Meeresforschungsexperiment 'Lohafex' gibt." Mit diesen Worten gab Bundesforschungsministerin Annette Schavan dem umstrittenen Algendüngungsversuch "Lohafex" des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) ihren Segen - und bereitet damit ihrem Amtskollegen, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, eine politische Niederlage.

Was war geschehen?

Am Montagmittag hatte es ein Spitzentreffen von Umwelt-, Forschungs- und Außenministerium gegeben. Im Streit um das Algendüngungsexperiment von AWI-Wissenschaftlern wollten die Experten der drei Häuser endlich zu einer Entscheidung gelangen. Auf der "Polarstern" wartete man unterdessen auf Nachrichten aus Berlin: Zusammen mit indischen Kollegen wollen deutsche Meeresforscher auf 300 Quadratkilometern im Ozean eine künstliche Algenblüte durch Eisensulfat-Düngung herbeiführen.

Umweltschützer hatten den Versuch heftig kritisiert, warfen dem AWI vor, damit gegen die internationalen Regeln der Biodiversitätskonvention zu verstoßen. Die Umweltschutzorganisation Aktionskonferenz Nordsee (AKN) sprach gar von einem "größenwahnsinnigen Plan". Dann schaltete sich das Umweltbundesministerium ein, teilte mit, es habe beim Forschungsministerium den unverzüglichen Stopp des Projekts gefordert.

Der Streit eskalierte und mündete in ein Gerangel um Zuständigkeiten. Formell ist das Umweltministerium gar nicht zuständig, das Alfred-Wegener-Institut ist dem Forschungsministerium unterstellt - wenngleich dieses dem AWI nicht weisungsbefugt ist. Ferner war juristisch zu klären, ob die - obendrein nicht bindende - Konvention tatsächlich verletzt wurde. Erst dann wäre die Sache in die Zuständigkeit des Bundesumweltministeriums gefallen. Um die Wogen zu glätten, war Ende vergangener Woche eigens eine hochrangige AWI-Delegation in Berlin angereist, um bei Politikern, Umweltschützern und Journalisten für "Lohafex" zu werben.

Nun beendete Bundesforschungsministerin Annette Schavan die Polit-Posse: "Die Gutachten stellen fest, dass das Vorhaben auf Hoher See im Südatlantik unter Umweltgesichtspunkten unbedenklich ist und im Einklang mit den völkerrechtlichen Vorgaben steht", heißt es in der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Maßgeblich sei das Internationale Seerecht, das Forschungsfreiheit auf Hoher See garantiere.

Schavan bemüht sich auch um versöhnliche Töne: "Mir ist bewusst, dass einige Nichtregierungsorganisationen und in Folge das Bundesumweltministerium dieses anders sehen. Für mich waren jedoch die Beurteilungen der Gutachter entscheidend. […] Wie auch andere bedauere ich es, dass es zu einem Konflikt zwischen engagierten Klimaschützern aus der Wissenschaft und ebenso engagierten Umweltschützern gekommen ist."

lub



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Rainer Helmbrecht 25.04.2008
1.
Zitat von sysopSoll der Mensch direkt in die Atmosphäre eingreifen, um die Erderwärmung zu bekämpfen? Geoengineering ist höchst umstritten. Wie ist Ihre Meinung?
Ja, ich bin dafür, wir sprengen unsere Welt und fangen noch mal ganz von vorne an, aber diesmal unter Vermeidung aller Fehler. Keine Äpfel, keine Schlangen;o). MfG. Rainer
grummeln, 25.04.2008
2.
Zitat von Rainer HelmbrechtJa, ich bin dafür, wir sprengen unsere Welt und fangen noch mal ganz von vorne an, aber diesmal unter Vermeidung aller Fehler. Keine Äpfel, keine Schlangen;o). MfG. Rainer
Wir müssen eh Platz für die interstellare Autobahn schaffen....
indosolar 25.04.2008
3. warum nicht ein Atomkrieg?
viele Vorteile, das Ruestungsarsenal waere abgebaut, der in die Atmosphaere geschleuderte Dreck, wuerde die Erde verdunkeln und am Ende wuerde es auch auch viel weniger von diesen Zweibeinern geben, die schon gar nicht mehr Zeitt und Infrastruktur haetten um die letzten Oelreserven zu verbrennen? Mal ehrlich, wann verstehen die Menschen endlich, das man den Teufel nicht mit dem Beezelbub austreiben kann?
Ein Belgier, 25.04.2008
4.
Klimarettung - die moderne Variante vom Turmbau zu Babel. Als hätte die Menschheit keine anderen Probleme als diesem Gespenst hinterher zu laufen.
Whisp 25.04.2008
5. Verschlimmbesserung
Zitat von sysopSoll der Mensch direkt in die Atmosphäre eingreifen, um die Erderwärmung zu bekämpfen? Geoengineering ist höchst umstritten. Wie ist Ihre Meinung?
Baaaaah.... schon wieder eine Verschlimmbesserung der Welt. FInger weg von so einem Unsinn. Die Erde hilft sich schon selber. Das hat sie ein paar Milliarden Jahre schon getan. Und jetzt kommen die Menschen udn meinen, dass sie ein System, was Zeitalter lang funktioniert hat, selbst in die Hand nehmen müssen... unsäglich...
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