Bedrohter Ozean "Das Paradies geht verloren"

Die Forscherin Sylvia Earle warnt vor einer historischen Krise der Ozeane. 90 Prozent der großen Fische und die Hälfte aller Korallen sind bereits verschwunden. Ist der Ozean noch zu retten?

Tobias Friedrich

Ein Interview von


Der Schwarm der Stachelmakrelen steht wie eine silberne Wand vor den Tauchern. Helles Sonnenlicht bricht von der Wasseroberfläche herein und lässt die Schuppen der Tiere funkeln, als wären sie die Facetten eines kunstvoll geschmiedeten Spiegels. Wie auf ein unsichtbares Zeichen hin, drehen die Tiere zackig bei und stieben davon, nur um alsbald als wogende Masse zurückzukehren.

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Heft 33/2016
Warum der Mensch die Meere retten muss

Sylvia Earle, 80, gleitet langsam an den Leibern vorbei, in der Hand die Unterwasserkamera. Die Foto-Ausbeute ist reich heute am Riff in Cabo Pulmo, einem kleinen Küstenort am südlichsten Ende der mexikanischen Baja California-Halbinsel. Einst war die kleine Siedlung an der Cortes-See ein normaler Fischerort. Das Riff bescherte einer Handvoll Familien ein gutes Auskommen. Der Fischreichtum sprach sich allerdings herum.

Erst kamen die Sportfischer, dann die Trawler mit ihren Langleinen und Netzen. 1980 war das Riff leer gefischt. Auf Drängen der Einheimischen wurde Cabo Pulmo zum Nationalpark erklärt. Seither ist Fischen hier verboten. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die Biomasse der Fische mehr als vervierfacht. Und die Menschen verdienen gutes Geld mit Ökotourismus.

Earle hat Cabo Pulmo deshalb als "Hope Spot" ausgewählt. Rund 200 solche "Hoffnungsorte" hat sie mit ihrer Stiftung "Mission Blue" identifiziert. Zusammen mit der Weltnaturschutzunion IUCN arbeitet sie an einem globalen Aktionsplan für Meeresschutzgebiete. Im Interview erzählt sie, warum der Ozean für das Leben auf der Erde so wichtig ist.

Zur Person
  • Kip Evans
    Sylvia Earle, Jahrgang 1935, nahm 1964 an einer der ersten Meeresforschungs-Expeditionen überhaupt in den Indischen Ozean teil. 1979 setzte sie ihre Füße in 400 Meter Tiefe auf den Meeresboden vor Hawaii, umhüllt von einem klobigem Tauchanzug aus Stahl, dem legendären "Jim Suit". Bald darauf sank sie an Bord des "Deep Rover", einem der ersten Tiefsee-U-Boote, auf 1000 Meter hinab. Earle wurde Wissenschaftschefin der US-amerikanischen National Oceanic and Athmospheric Administration. Heute reist sie 300 Tage im Jahr rund um die Welt - als Botschafterin der Ozeane.

SPIEGEL: Was ist das Besondere an Cabo Pulmo?

Earle: Cabo Pulmo ist ein Zeichen der Hoffnung. Hier zeigt sich: Wenn man investiert und sich um einen Ort kümmert, kann er sich erholen. Die Fische waren verschwunden, das Riff war bedroht, aber dann nahmen sich die Menschen den Ozean zurück, haben die Fischerei durch Ökotourismus ersetzt, und nun blüht die Gemeinschaft auf. Was ich an diesem Ort liebe ist die Idee, dass wir den Ozean nutzen können, ohne ihn zu verbrauchen.

SPIEGEL: Wie schwer ist die Krise der Ozeane?

Earle: Seit ich in den 1950er Jahren begonnen habe, den Ozean zu erforschen, sind 90 Prozent der großen Fische verschwunden, Thunfische, Haie, Schwertfische, Dorsche, Heilbutte, die Bestände sind einfach kollabiert. Auch etwa die Hälfte der Korallenriffe ist verloren. Wir fangen, töten und verkaufen Meerestiere in beispiellosem Ausmaß. Es ist eine Katastrophe. Der Ozean erschien mir immer wie ein Garten Eden. Doch das Paradies geht verloren.

Im Video: Was bedeutet die Versauerung für die Meeresbewohner?

SPIEGEL: Übertreiben Sie nicht? Der Ozean ist doch riesig.

Earle: Wir Menschen haben diese Idee, dass der Ozean so groß, so widerstandsfähig ist, dass es egal ist, was wir mit ihm machen. Das mag vor 1000 Jahren wahr gewesen sein, aber seit 100 Jahren, vor allem in den letzten 50, zerstören wir die Ressourcen, die unser Leben möglich machen. Ich fürchte mich vor den Kindern von Morgen, die fragen werden, warum wir die Haie, die Thunfische und Korallenriffe nicht gerettet haben, als es noch möglich war. Wir zerstören die Vielfalt, mit enormen Auswirkungen für die Zukunft des Planeten.

SPIEGEL: Wie das?

Earle: Erst das Leben im Ozean macht diese Erde bewohnbar. Wir segeln durch das Universum, angetrieben von einer blauen Maschine, die das Klima und das Wetter reguliert und die Chemie des Planeten und seiner Atmosphäre bestimmt. Der Sauerstoff-, der Stickstoff-, der Kohlenstoff- und der Wasserzyklus - sie alle sind mit dem Leben im Ozean verbunden. Die Erde ist ein kleiner blauer Fleck in einem Universum unerfreulicher Optionen. Und das Meer ist unser Lebenserhaltungssystem. Es ist ein Wunder, dass wir mit der Erde einen Ort haben, der zu unserem Vorteil funktioniert. Und wer glaubt, der Ozean sei nicht wichtig, stelle sich eine Erde ohne ihn vor.

SPIEGEL: So wie der Mars?

Earle: Genau. Es gab neulich diesen Kinofilm, "Der Marsianer", der sagt doch alles. Man kann auf dem Mars überleben, aber was für eine Art Leben ist das? Wollen wir wirklich in einer Notfall-Welt leben? Wir sind gesegnet mit einem Platz, der offen zum Universum ist und dennoch diese dünne Hülle aus Luft hat, die wir Atmosphäre nennen und die gerade die richtige Menge Sauerstoff enthält, damit wir atmen können. Was liegt näher, als diese Welt zu erhalten? Doch wir machen das Gegenteil. In den vergangenen paar Jahrzehnten haben die natürlichen Systeme der Erde mehr Druck aushalten müssen als in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor. Was wir an Klimagasen in die Atmosphäre entlassen ist beispiellos. Wir erwärmen nicht nur den Planeten, sondern wir verändern auch die Chemie des Meeres. Der Ozean stirbt, und wir haben keinen Platz, an den wir flüchten können, falls dieses Experiment ungünstig für uns ausgehen sollte.

SPIEGEL: Sie reisen 300 Tage jährlich als Botschafterin des Ozeans um die Welt. Was treibt Sie an?

Earle: Falls ich radikal erscheine liegt es daran, dass ich mehr Dinge gesehen habe, als andere. Die Welt, die ich liebe, ist in Gefahr. Ich habe Tausende von Stunden unter Wasser verbracht. Und selbst bei dem tiefsten Tauchgang, den ich je gemacht habe, zweieinhalb Meilen tief (Anm. d. Red.: umgerechnet etwa vier Kilometer), habe ich Müll und andere Hinweise auf unsere Existenz gesehen. Als ich zwölf war, zogen wir von New Jersey nach Florida. Jeden Tag konnte ich den Golf von Mexiko sehen. Bei Ebbe ging ich hinaus und spielte in den Seegraswiesen. Alles war voll mit winzigen Seepferdchen, Seenadeln und Weichkorallen. Es gab dort so viel Leben! Aber dann begann die Veränderung. Ich sah, wie der Strand, die Mangroven und Seegraswiesen verloren gingen. Flache Buchten verwandelten sich in Parkplätze. Die Leute nennen das Landgewinnung, aber es ist die Verwandlung gesunder, lebender Systeme in eine tote Ödnis.

Sylvia Earle bei einem Vortrag

SPIEGEL: Was schlagen Sie vor, um den Meeren zu helfen?

Earle: Als Kind lernen wir das Alphabet und die Zahlen kennen. Genauso sollten wir schon sehr früh lernen, dass es oberste Priorität ist, die Welt als sicheren Platz für die Menschheit zu bewahren. Zum Glück wissen und verstehen wir heute mehr als jede Generation vor uns. Wir wissen, welche Konsequenzen es hat, wenn wir die Luft und das Wasser weiter belasten. Wir verstehen, dass wir Frieden mit der Natur schließen müssen, um zu überleben. Mit Wissen kommt Fürsorge. Die nächsten zehn Jahre könnten wichtiger für die Rettung der Ozeane sein als die nächsten 10000. Es ist nicht zu spät. Wir haben immer noch zehn Prozent der Haie und die Hälfte der Korallenriffe. Wenn wir allerdings weitere 50 Jahre warten, könnten wir unsere Chance verspielt haben.

SPIEGEL: Ihre Stiftung weist sogenannte "Hope Spots" rund um die Welt aus. Mit welchem Ziel?

Earle: Es gibt heute mehr als 4000 Meeresgebiete, die mehr oder weniger geschützt sind. Sie sind jedoch so klein, dass man sie kaum findet. Was man stattdessen findet, sind zerstörerische Fischerei, der Abbau von Bodenschätzen, die Gas- und Ölförderung. Nur zwei Prozent des Ozeans sind komplett geschützt. Wir glauben, dass sich diese Fläche bis 2020 mindestens verzehnfachen sollte. Deshalb suchen wir weltweit nach unberührten Orten, die eine Quelle für Erneuerung sein können. Wir haben schon 200 solche Orte vorgeschlagen. Wir wollen die Menschen ermutigen, vor Ort in ihren Gemeinden Initiative zu zeigen und etwas zu verändern.

SPIEGEL: Die meisten Leute fühlen sich ohnmächtig. Was kann jeder Einzelne tun?

Earle: Jeder kann entscheiden, keinen Thunfisch mehr zu essen, keinen Schwertfisch, vielleicht nicht einmal mehr den kleinen Hering. Wenn wir die Integrität der natürlichen Systeme erhalten wollen, ist es keine schlaue Entscheidung mehr, Wildtiere zu essen. Fisch aus der ganzen Welt, aus den größten Meerestiefen, landet in Ländern von Deutschland bis Japan auf dem Tisch. Das ist verrückt. Wir entnehmen dem Ozean viel mehr, als er nachliefern kann. Jeder sollte sich fragen, wo sein Essen eigentlich herkommt und welche Folgen jeder Bissen für die natürlichen Systeme hat. Wir sollten dem Meer und uns selbst eine Pause gönnen. Mit dem Strom zu schwimmen, ist eine schlechte Entscheidung.

SPIEGEL: Was gibt Ihnen Hoffnung?

Earle: Orte wie Cabo Pulmo. Stellen Sie sich vor, dass sich das, was hier passiert ist, um die Welt fortpflanzen würde; dass die Menschen die Natur respektieren und sich selbst und alle anderen Kreaturen mit Würde und Verständnis behandeln würden. Wir alle können das tun, in unserem eigenen Leben, in unserer Gemeinschaft und international. Mit Schutz und Fürsorge, mit sicheren Zufluchtsorten im Ozean, haben wir immer noch eine Chance, die Dinge zum Guten zu wenden. Wir müssen nicht diese habgierige Generation sein, die einfach damit weitermacht, die Grundlagen des Lebens zu zerstören. Jeder sollte alles in seiner Macht stehende tun, um der Menschheit einen dauerhaften Platz auf diesem kleinen blauen Fleck im Universum zu sichern, unserer einzigen Hoffnung.


Lesen Sie dazu auch die Titelgeschichte im neuen SPIEGEL: Operation Ozean - Forscher und Naturschützer kämpfen für die Rettung der Meere.

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Seite 1
Tevje 13.08.2016
1. Was Sylvia Earle nicht sagt,
ist, das es einfach zu viele Menschen gibt, dass das der Kern des Problems ist. Und das es heute zum Guten Ton gehört, dass nicht mehr auszusprechen, weil man vielen Menschen bzw. deren Religion damit verletzen könnte. Nichts desto trotz ist es aber sachlich richtig und man muss das auch klar artikulieren dürfen, mit dem Anspruch darauf, dass es auch sachlich diskutiert wird. Das ist aber schon lange nicht mehr der Fall. Alles, was zwischen der Menschheit und der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen liegt, ist die pure Anzahl von Menschen, die alle gleiche Rechte haben auf deren Nutzung. Da ist es nicht hilfreich, wenn ein paar übersättigte Greenpeacler über eine Besteuerung von Fleisch schwadronieren oder andere Minderheitler, die keine Aussicht auf Erzielung einer Mehrheit haben, andere Reglementierungen von Verhaltensweisen fordern, die ihnen nicht genehm sind. Den Religionshütern dieser Welt muss klares Kontra gegeben werden, wenn sie sich gegen wissenschaftliche Erkenntnisse stemmen, die ihren eigenen verqueren Weltbildern und Machtansprüchen entgegenstehen.
held_der_arbeit! 13.08.2016
2. Tja...
...aber 24/7 alles Essen der Welt im Supermarkt liegen zu haben ist so *praktisch*......-_-
outsider-realist 13.08.2016
3.
Zitat von Tevjeist, das es einfach zu viele Menschen gibt, dass das der Kern des Problems ist. Und das es heute zum Guten Ton gehört, dass nicht mehr auszusprechen, weil man vielen Menschen bzw. deren Religion damit verletzen könnte. Nichts desto trotz ist es aber sachlich richtig und man muss das auch klar artikulieren dürfen, mit dem Anspruch darauf, dass es auch sachlich diskutiert wird. Das ist aber schon lange nicht mehr der Fall. Alles, was zwischen der Menschheit und der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen liegt, ist die pure Anzahl von Menschen, die alle gleiche Rechte haben auf deren Nutzung. Da ist es nicht hilfreich, wenn ein paar übersättigte Greenpeacler über eine Besteuerung von Fleisch schwadronieren oder andere Minderheitler, die keine Aussicht auf Erzielung einer Mehrheit haben, andere Reglementierungen von Verhaltensweisen fordern, die ihnen nicht genehm sind. Den Religionshütern dieser Welt muss klares Kontra gegeben werden, wenn sie sich gegen wissenschaftliche Erkenntnisse stemmen, die ihren eigenen verqueren Weltbildern und Machtansprüchen entgegenstehen.
Das hätten sie auch kürzer schreiben können: Alle Mittel sind recht und akzeptiert, solange nicht ihre Lebensweise beeinträchtigt wird. Sie wettern gegen "Minderheiten" wie Greenpeace & Co weil sie die Verhaltensweise der Menschen ändern wollen. Und was wollen Sie? Ihr Beitrag ist ein Widerspruch in sich.
taglöhner 13.08.2016
4. In Gottes Hand
Es wäre schon ein Fortschritt, wenigstens die illegale Fischerei abzustellen. Viele Länder können sich den Schutz der eigenen Gewässer vor der Raubfischerei durch große Fangflotten v.a. aber nicht nur aus Asien schlicht nicht leisten, hätte aber ein Interesse an nachhaltiger Nutzung von Beständen. Dann sollte es doch möglich sein, internationale Abkommen zur Bekämpfung von Geisternetzen zu schließen.
helmut_s 13.08.2016
5.
"Wir verstehen, dass wir Frieden mit der Natur schließen müssen, um zu überleben." Tun wir das? Wir eilen gerade im Sauseschritt zurück in die Vergangenheit, dahin, wo die Instinkte regieren und irgendwelche "Götter" den als ihr Ebenbild geschaffenen Menschen autorisieren, sich "die Welt untertan zu machen" und "sich zu mehren" und es überhaupt so richtig krachen zu lassen. Der Wille, den Rest der Welt leben zu lassen, ist doch längst über Bord geworfen - im Gegenteil, die Masslosigkeit feiert einen Triumph nach dem anderen, denn die Weltuntergangsprognosen der Vergangenheit waren ja alle nur Ausgeburt der Oberlehrerfantasie intellektueller Gutmenschen, die Natur ist sekundär - was zählt, ist der Mensch. Trotz der Panik der 80er-Jahre gibt es in D-Land noch Wälder, das Ozonloch verhält sich brav und es wird auch immer noch Erdöl gefördert, trotz allen Unkens. Der Konservativismus hatte recht, und der Öko-Panikmacher, der uns jetzt beleidigt mit all seinen vom Aussterben bedrohten Lurchen nervt, der hatte Unrecht. Also LEBEN wir und geniessen, und tun das, was unser Bauch uns tun lassen will. Wir wuseln und wuseln, und zeigen unseren Artgenossen, dass wir die besten Wusler sind. Fahren die fettesten Blechkutschen, die sich nur denken lassen, damit auch wirklich jeder kapiert, dass wir nehmen können, was und wie es uns beliebt, um es dann grade in der Pfeife zu rauchen. Wir pflastern die Welt voll mit Anbauflächen für Energieplfanzen und Mais zur Schweinemast, weil ja jedem von uns sein Schnitzel zusteht ... hauen ganze Wälder weg, um sie in unseren romantischen Kaminöfen zu verfeuern, weil wir ja so ökologisch sind, metzeln ganze Tierpopulationen nieder, damit uns keine schlechten Gefühle vor Fressfeinden oder Ängste vor Viren quälen, rammen dem Rest der Natur den Mittelfinger in die Nase mit jedem Atemzug. Jede rückläufige Bevölkerungsentwicklung macht uns hektisch, weil sie unsere Leistungsgesellschaft durcheinanderbringt und auf Wachstum getrimmten Altersvorsorgen aufs Spiel setzt. Jede Selbstbeschränkung verweigern wir, weil sie unsere kurzgeschlossene Geldwirtschaft gefährdet. Jeder einzelne Mensch auf dieser Erde muss um jeden Preis gerettet und durchgefüttert werden, egal, wie viel vom Rest der Welt dafür über die Klinge springt. Alles muss weichen, sobald irgendwo ein paar von uns mit der Vermehrung beginnen - denn jeder von uns ist mehr wert als der ganze Rest, so predigen es unsere Götter.. Ne, wir betrügen uns selbst. Egal, was in den Büchern steht, wir verhalten uns wie jedes Ungeziefer: wir wuchern und wuchern und wuchern, und sind nicht zur geringsten Einsicht fähig. Bald sind wir 8 Milliarden, und die Dümmsten unter uns planen schon, wie die Welt noch viel mehr von uns ernähren könnte, statt einfach einzugestehen, dass es so nicht weitergehen kann. Unsere grössten Sorgen kreisen um uns. Immer. Krieg, Hunger, Kultur, Migration. Wirtschaft. Keckern, Kreischen, Fäuste und Zähne und Keulen in Richtung des Nachbarrudels wedeln, und ansonsten Fressen, Defäkieren, Balzen und Vermehren. Wir sind so weit gekommen. Wirklich.
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